Claus Blesch
Heute:
Gummi? Haben wir nicht!

Claus Blesch

Ehemaliger Torwart des FC Rottenburg und FCR Legende
Fußballer-Spitzname: “Gummi”

Folge 142


Eine beliebte Serie im
Tagblatt AnzeigerErschienen am Mittwoch, den 10.04.2013

Dieser Torwart erbte den Spitznamen eines anderen, der ihn vom Vater hatte

Otto Schmid, legendärer VfB-Torwart der 50er Jahre war eher klein, aber sprungkräftig. Man nannte ihn „Gummi-Schmid“. Sein Sohn Peter erbte den Spitznamen – und die Sprungkraft. Konkurrent Claus Blesch staunte: „Der Gummi isch a Kerle!“ – Der Spitzname ging prompt auf Blesch über.

Dieser hatte in der Tübinger Eisenbahner-Siedlung an der Hegelstraße gebolzt und ging „healenga“ zur C-Jugend des SV 03, weil der Vater zunächst darauf pochte, dass der Sohn die Schule vorantrieb. Beim Nulldrei herrschte stets Konkurrenz im Tor. A-Jugendmeistertorwart Blesch konnte sich bei den Aktiven nicht durchsetzen: „Ich hab trainiert wie ein Aff‘. Aber wer stellt einen 20-Jährigen ins Tor?“ Als der Verein den fast 40-jährigen Ex-Profi Werner Frick holte, ging Blesch über den Umweg VfL Nagold zusammen mit anderen Ex-03ern zum FC Rottenburg. Dort spielte sich Blesch über zehn Jahre im Tor fest. Als Ur-FCR‘ler Berthold Hallmayer seine Studien-Kumpel Walter Neef als Trainer und Eberhard Braun als Spielmacher holte, ging es rasant bergauf. Der FCR stieg 1978 in die Landesliga auf. Auch beim Aufstieg 1986 stand Blesch noch in Kasten des FCR, dann trat er kürzer und widmete sich fortan der Familie und seinem Hobby Fallschirmspringen.

„Der Bekanntheitsgrad war mein Startkapital als Steuerberater“, sagt Blesch. Die damalige Sekretärin wusste allerdings nichts vom Spitznamen des Chefs. Einem Anrufer antwortete sie verwirrt: „Gummi? Haben wir nicht!“

(Quelle: Artikel und Bild von Michael Sturm | Schwäbisches Tagblatt)

Gummi im FCR-Dress

Claus “Gummi” Blesch im Torwartrikot des FCR – sitzend in der Mitte (4. von links oder rechts)