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Lockdown-Lockerungen: Was bedeuten die Beschlüsse für den Amateurfußball


Corona-Update: Start mit Kleingruppen-Training

Bereits vor dem Lockdown haben die Fußballvereine in Baden-Württemberg den Trainings- und Spielbetrieb mit Hygienekonzepten und Dokumentationspflichten erfolgreich umgesetzt. Entsprechende Vorgaben werden weiterhin verpflichtend für das gemeinsame Fußballspielen zu beachten sein. Bereits jetzt appelliert der Württembergische Fußball-Verband (WFV) an seine Vereine, sich an die behördlichen Vorgaben zu halten und mit den neu geschaffenen Möglichkeiten nicht leichtfertig umzugehen. Weiterhin wird Geduld gefragt sein und das verantwortliche Verhalten aller Beteiligten wird eine wichtige Maßgabe für weitere Lockerungen sein.

Liebe Trainer und Verantwortliche des FCR!
Ab 8. März dürfen wir wieder kontaktarm* im Freien trainieren. Bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 bedeutet das:
Training…
  • bis einschließlich 14 Jahre mit maximal 20 Kindern pro Gruppe
  • ab 15 Jahre mit maximal 10 Jugendliche pro Gruppe
Wie viele Spieler maximal auf einem Platz zugelassen sind, wird noch bekannt gegeben. Deshalb bitte zunächst pro Platzhälfte je 10 Personen. Trainiert zunächst an euren bekannten Trainingstagen und -zeiten. Wenn Ihr auch an den Wochenenden trainieren wollt, stimmt das bitte ab. Wie das zu erfolgen hat, das teilen wir noch kurzfristig mit.
Umkleidekabinen, Aufenthaltsräume und Toiletten dürfen nicht benutzt werden! In der „Garage“ und im „Container“ darf sich jeweils immer nur eine Person aufhalten.
Beachtet bitte unser Hygienekonzept! (wird noch aktualisiert)
Wir werden euch über die Startseite unserer Homepage unter www.fcrottenburg.de tagesaktuell über das Erlaubte informieren. Nutzt bitte diese Plattform! Im Zweifel und für weitere Anregungen wendet euch bitte an Frank Kiefer bzw. Martin Haug.
Geht mit gutem Beispiel voran!
Der Vorstand am 08.03.2021
*Kontaktarm bedeutet, dass normale Trainingssituationen mit Zweikämpfen oder auch ein Trainingsspiel erlaubt sind. Die Kontaktzeiten und Ansteckungswahrscheinlichkeiten sind hier sehr gering, wie mittlerweile mehrere wissenschaftliche Studien zeigen. Auf Partnerübungen oder statische Situationen, in denen über längere Zeit kein Abstand gewahrt wird (z.B. Eckball-Training), muss hingegen verzichtet werden.


An die Rottenburger Sportvereine und Organisationen

Sehr geehrte Damen und Herren,
nachfolgend darf ich Ihnen in Abstimmung mit dem Ordnungsamt eine Information weiterleiten, der den Sport ab heute (8. März) in Rottenburger Sportstätten ermöglicht. Aufgrund der neuen CoronaVO des Landes Baden-Württemberg vom 07.03.2021 wollen wir Sie auf die aktuell geltenden Regelungen hinweisen:
  1. Spitzen- und Rehasport
    Nach § 1 c der geltenden CoronaVO BW ist nach Absatz 1 der Betrieb von Sportanlagen, Sportstätten, Schwimm-, Hallen-, Thermal-, Spaßbäder und sonstige Bäder sowie Badeseen mit kontrolliertem Zugang soweit eine Nutzung ausschließlich zu dienstlichen Zwecken, für den Reha-Sport, Schulsport, Studienbetrieb, Spitzen- oder Profisport weiterhin zulässig.
  2. Freizeit und Amateurindividualsport
    Daneben ist der Betrieb von Sportanlagen und Sportstätten für den kontaktarmen Freizeit- und Amateurindividualsport nach Maßgabe von § 9 Absatz 1 CoronaVO zulässig.
    Nach § 9 Absatz 1 CoronaVO sind Ansammlungen, private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen nur gestattet mit Angehörigen des eigenen Haushalts, von Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts, mit insgesamt nicht mehr als fünf Personen; Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit; sollte ein Haushalt bereits aus fünf oder mehr Personen über 14 Jahren bestehen, so darf sich dieser Haushalt mit einer weiteren nicht dem Haushalt angehörigen Person treffen. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.
    Darüber hinaus gelten Sonderregelungen für Kinder bis einschließlich 14 Jahre. Diese können im Freien in Gruppen von bis zu 20 Kindern Gruppensport ausüben.
    Stellt das zuständige Gesundheitsamt in einem Land- oder Stadtkreis im Rahmen einer regelmäßig durchzuführenden Prüfung eine seit fünf Tagen in Folge bestehende 7-Tages-Inzidenz von weniger als 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner fest, ist abweichend von § 1c Absatz 1 Satz 3 der Betrieb von Sportanlagen und Sportstätten im Freien auch für Gruppen von bis zu 10 Personen gestattet, soweit die Sportart kontaktarm ausgeübt wird. Dies wurde durch das Gesundheitsamt Tübingen am 07.03.2021 festgestellt, siehe angehängte Pressemitteilung.
    Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz wieder über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegen, gilt wieder der Grundsatz von fünf Personen aus maximal zwei Haushalten.
    Grundsätzlich gilt, dass auf weitläufigen Außenanlagen mehrere Gruppen nach Maßgabe von § 9 Absatz 1 beziehungsweise nach Maßgabe der aktuell geltenden Personenhöchstgrenzen, unabhängig voneinander den Sport ausüben können. Die maximale Gruppenanzahl wird für jede Sportstätte durch die Stadt Rottenburg am Neckar (Stabstelle Sport) individuell ausgeschildert.

    Wir weisen allerdings darauf hin, dass eine Nutzung von Umkleiden, sanitären Anlagen und anderen Aufenthaltsräumen oder Gemeinschaftseinrichtungen nach wie vor nicht gestattet ist.
    Außerdem gilt: Wer öffentliche oder private Sportanlagen und Sportstätten betreibt oder anbietet, hat die Hygieneanforderungen nach § 4 CoronaVO einzuhalten, ein Hygienekonzept nach Maßgabe von § 5 CoronaVO zuvor zu erstellen und eine Datenverarbeitung nach § 6 CoronaVO durchzuführen.
    Tanz- und Ballettschulen sowie ähnliche Einrichtungen:
    Der Betrieb ist für den Publikumsverkehr nach wie vor untersagt, unabhängig von der Organisationsform oder der Anerkennung als Kunstschule. Onlineangebote sind jedoch erlaubt.
    Zum Schluss nochmals: Nur der Amateur- und Freizeitsport mit 5 Personen aus zwei Haushalten darf auch drinnen stattfinden. Die Gruppen von 20 Kindern sowie die Gruppen von max. 10 Personen (aufgrund der Inzidenz unter 50) darf nur im Freien und auf Außensportanlagen stattfinden.
    Wir wünschen Ihnen einen guten Start in das Kleingruppentraining!
    Mit freundlichen Grüßen
    Anne Schröder
    (Kulturamt – Abteilung Schule und Sport)


Corona-Fragen

Testpflicht in Sportvereinen
Am Montag erließ OB Boris Palmer für Tübingen eine Verfügung: Wer aus Landkreisen mit einer Inzidenz von über 50 nach Tübingen kommt um Museen zu besuchen oder im Einzelhandel einzukaufen, muss einen Schnelltest vorweisen. Gilt das auch für Mitglieder der Tübinger Sportvereine, die in anderen Kreisen wohnen und am Training teilnehmen wollen?
Palmer´s Antwort: “Nein”. Wenn also im Kreis Tübingen beispielsweise die Fußballteams in 20er-Gruppen (unter 15-Jährige) und in 10er-Gruppen (über 15-Jährige) nun wieder kontaktarm trainieren dürfen, müssen sich Teilnehmende aus anderen Landkreisen, in denen die Inzidenz über 50 liegt, nicht verpflichtend vorher testen lassen.
Quelle: Schwäbisches Tagblatt am 09.03.2021

Hohenberg-Sportanlage Rottenburg


Weitere detaillierte Infos zu den Lockerungen des Lockdowns ab dem 8. März 2021:

Spielbetrieb im Jugendfußball: Martin Haug und Wolfgang Adis voller Sorgen


„Alles ist besser als nichts“

Martin Haug, Wolfgang Adis
Bilder: Ulmer, Privat

Viele offene Fragen: Wie und wann der Spielbetrieb im Nachwuchsbereich wieder aufgenommen wird, ist momentan noch völlig unklar.
Am Freitag haben sie noch mal eine Videositzung, der erweiterte Verbands-Jugendausschuss und die Jugend-Bezirksvorsitzenden. Großartige Entscheidungen werden nicht erwartet, es wird wohl wieder diskutiert werden, wie es weitergehen könnte mit dem Jugendfußball. Mehr nicht. Und im Jugendfußball engagierte Menschen wie Martin Haug, der Jugendleiter des FC Rottenburg, werden wie bisher die besorgten Eltern, Kicker und Kickerinnen, die ihm anrufen, nicht mal vertrösten können: „Was soll ich denen sagen?“, fragt Haug rhetorisch, „ich kann nichts sagen.“
Der Stand jetzt ist, dass sich der Jugendfußball-Spielbetrieb in den Bezirken an den Beschlüssen des Beirats des Württembergischen Fußballverbands WFV für den Aktivenfußball richtet: Demnach wird gewartet, bis eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs bis spätestens 9. Mai möglich ist. Wenn nicht, wird die Saison abgebrochen. „Wenn vor Mai gekickt werden kann, werden wir wohl auch versuchen, die Qualifikationsrunden fertig zu spielen und eventuell danach kleine Aufstiegsrunden“, sagt Wolfgang Adis, der Jugend-Bezirksvorsitzende des hiesigen Bezirks Alb, „aber zwei bis vier Wochen Vorlaufzeit werden die Vereine mindestens brauchen.“
Martin Haug ist dafür, die Saison sofort abzubrechen. Die Spielrunden im Bezirks-Jugendfußball beginnen immer erst Mitte September, sodass fast alle Teams bisher höchstens fünf Punktspiele gemacht haben, manche sogar nur eins. Seit Ende Oktober ist der Spielbetrieb unterbrochen. Haug: „Selbst die Vorrunde kriegst du ja gar nicht mehr fertig gespielt.“ Seit Jahrzehnten ist Haug im Jugendfußball engagiert, ist auch im Verband aktiv, zuletzt in der Spielklassen-Kommission, ist mit Verbandsjugendleiter Michael Supper im regen Austausch.
„Wir müssen irgendwann zu einem einigermaßen normalen Umgang trotz Corona kommen“, sagt Haug und spricht die stagnierende Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, die fehlende Bewegung in allen Sportarten an. So kann es sein, dass D-Jugendspieler, die bisher 9 gegen 9 auf einem kleineren Feld kickten, in die C-Jugend kommen, wo 11 gegen 11 auf größerem Feld gespielt wird – und haben in der vergangenen Saison gerade mal ein Punktspiel gemacht. „Der Lockdown ist übertrieben“, sagt er, „die Politik hat nur mit Virologen gesprochen – aber nicht mit Kinderpsychologen und Menschen, die tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben.“
Jede noch so kleine Lockerung, welche den Sportbetrieb mit mehreren Personen aus mehreren Haushalten wieder zulässt, sei willkommen: „Und wenn die Kinder nur drei gegen drei auf einem großen Platz spielen dürfen und nicht gemeinsam duschen“, sagt Haug, „alles ist besser als nichts.“

Als noch niemand an eine Virus-Pandemie dachte:
Im Sommer 2019 kickten die E-Junioren des VfL Kirchheim und die DJK Villingen beim Micki Sport Cup des FC Rottenburg.


Altpapiersammlung als Zeichen
Offiziell abgemeldet habe sich während der Saisonunterbrechung bisher keine Jugendfußball-Mannschaft aus dem Spielbetrieb, sagt Bezirks-Jugendleiter Wolfgang Adis. Aber er befürchte schon, „dass einige Spieler aufhören könnten, und dann haben wir ein noch größeres Dilemma“. Denn vor allem in den älteren Altersklassen gibt es seit Jahren einen rapiden Schwund an Mannschaften, für gerade mal drei Staffeln reicht es in der A-Jugend des Bezirks Alb.
Auch Martin Haug, Jugendleiter des FC
Rottenburg, kann sich vorstellen, dass vor allem ältere Jugendspieler nicht mehr zurückkehren in den Fußballspielbetrieb. „Aber ganz so dramatisch sehe ich es nicht“, sagt er, „ich höre eher, wie alle sehnsüchtig darauf warten, wieder kicken zu können.“ Er verweist auf die jüngste Altpapiersammlung des FCR: Da hätten unter Einhaltung der Corona-Vorgaben ohne großes Bitten und Betteln viele Mitglieder geholfen. Haug: „Das zeigt, dass sich allemal wieder treffen wollen und gemeinsam was unternehmen.“
Presseartikel von Tobias Zug/ Schwäbisches Tagblatt, 25.02.2021

Nachruf für Julius Hallmaier: Gründungsmitglied, Kapitän, Sportlicher Leiter


 

Wir nehmen Abschied von Julius Hallmaier †

*4.3.1925  †24.1.2021

 

Nachruf des FC Rottenburg 1946 e.V., Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 17.02.2021


Wir nehmen Abschied von einem unserer Gründungsmitglieder

Julius “Juler” Hallmaier

Die FC-Familie trauert um einen echten FC´ler. Julius Hallmaier, Ehrenspielführer des FC, ist im Alter von 95 Jahren am Sonntag, den 24.01.2021 im Rottenburger Hospital zum Heiligen Geist verstorben.
Der FC Rottenburg trauert um einen der Gründerväter des Vereins aus dem Jahr 1946, ehemaliges Vorstandsmitglied, Kapitän und großen Förderer. Völlig überraschend und tief betroffen mussten wir die traurige Nachricht zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Julius Hallmaier als Pflegepatient mit der stolzen Zahl an 95 Jahren verstorben ist.
Nun hat das Herz von „Juler“, wie ihn seine besten Freunde nennen durften, der zeitlebens im Rottenburger Fußball engagiert war, für immer zu schlagen aufgehört. Der Mann mit Prinzipien wollte keine Aufgaben liegenlassen und war auf dem Spielfeld als Kapitän für alle ein einzigartiges Vorbild sowie als Spielausschussvorsitzender weitere elf Jahre lang der erste wichtige Mann unserer 1. Mannschaft. Wie das Motto des FCR, so lebte auch er den Fußball.

Traueranzeige der Familie Hallmaier, Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 15.02.2021


Der Kapitän nimmt seinen Hut

Artikel von Tobias Zug vom 17.02.2021 lesen, Nachruf Schwäbisches Tagblatt

Die Fußball-Dynastie Hallmaier

Der 2-fache Vater der Tochter Dr. Hiltrudis Hallmaier und des Sohns Dr. Berthold Hallmaier, ehemaliger Leistungsträger der 1. Mannschaft und langjähriger FCR-Vorsitzender (1991 bis 2009) sowie ehemalige Teamarzt der Deutschen Handball-Nationalmannschaft, als auch 3-fach-Opa, war ein aufrechter, ehrlicher, durchsetzungsstarker und bei allen beliebtes Mitglied des FCR. Beruflich verdiente er seine Brötchen beim Rottenburger Fouquet-Werk Frauz & Planck als Meister und Abteilungsleiter. Er war verheiratet mit seiner leider ebenfalls schon vor nicht allzulanger Zeit verstorbenen Frau Hiltrudis.
Der Name Hallmaier gehört schon fast zum FC wie etwa der Name Müller beim FC Bayern. Wenn in späteren Jahren über den Rottenburger Fußball einmal Geschichte gemacht wird, dann wird man in vorderster Linie den Namen „Hallmaier“ finden. Dieser Name ist für jeden Rottenburger Fußballanhänger zu einem Begriff geworden. Alle vier Brüder (Julius, Wolfgang, Erwin und Heiner) standen damals in vorderster Reihe des FC Rottenburg. Von dieser Fußball-Dynastie Hallmaier war der Verstorbene der Älteste und wirkte seit Bestehen des Vereins ununterbrochen in der ersten Mannschaft mit. Unter diese vier Brüdern, gesellte sich seine ebenfalls in Rottenburg lebende einzige Schwester Elfriede, aber auch Zwillingsschwester von Wolfgang Hallmaier.

Julius Hallmaier im Wandel der Zeit

3x Meister als Kapitän seines FC

Julius Hallmaier spielte 14 Jahre lang (1946 bis 1960) in der 1. Mannschaft des FC Rottenburg und wurde 1949/50, 1951/52 und 1954/55 als Spieler 3x Meister und steht in der Ewigen-Liste der Spieler mit den meisten Spielen heute noch mit 496 Einsätzen auf Platz 3. Er war langjähriger Kapitän der Mannschaft und spielte als Mittelläufer, heute die Nr.10, im Mittelfeld. Allerdings machte er sich auch auf einer anderen Position einen Namen. Lange bevor Franz Beckenbauer den „Libero“ bekannt machte, machte Julius ihn zur Marke. Der für einen Fußballer ungewöhnlich stark gebaute Vorzeigefußballer wurde im Laufe seiner aktiven Fußballerlaufbahn zu einem echten Libero. Auf der Position des Liberos musste der Gegner erstmal an ihm vorbei kommen. Er war Fußballer durch und durch. Fußball war für den mit Stirnband Kickende alles, bis zum Schluss.
In der Saison 1951/ 52, als Julius im Amt als Kapitän sein Team zur Meisterschaft der Bezirksklasse Alb führte, stieg er mit der 1. Mannschaft in die 2. Amateurliga (damals noch 3. Liga) auf, was somit auch sein größter Erfolg als aktiver Fußballer war. Er machte sein letztes Pflichtspiel für den FCR am 21.05.1960 beim 2:1 Sieg über die TuS Metzingen. In der Saison 1961/ 62 übernahm er am 01.10.1961 das Amt des Cheftrainers des FCR.
Seine wohl schwierigste Saison beim FCR war 1980/81, als man aus der Landesliga abgestiegen war und daraufhin 12 Spielerabgänge verkraften musste. Doch auch diese Hürde meisterte Julius, jetzt als Spielausschussvorsitzender. Er konnte wieder aus der eigenen Jugend eine schlagkräftige Truppe stellen, unter anderem mit dem langjährigen 1. Vorsitzenden Thomas Mickeler, die dann einen guten 5. Platz in der Bezirksliga belegte.
Ein weiteres Highlight seiner langen Fußballkarriere war die Ehrung für seinen 250. Einsatz im Trikot des FCR beim verdienten 3:1-Heimsieg seines FC als Tabellenführer in der 2. Amateurliga gegen den Vierten Spvgg Schramberg. „Eine mächtige Zuschauerkulisse schuf den äußeren Rahmen zu diesem in Rottenburg mit Spannung erwarteten Treffen, welchem die Ehrung des Rottenburger Spielführers, Julius Hallmaier, für sein 250. Spiel in der ersten Mannschaft durch den Verein vorausging.“
Julius setzte sich auch für Wohltätigkeit ein. So etwa kickte der FC mit ihm als Kapitän am 9. Oktober 1967 gegen eine Auswahl der Diözese Rottenburg unter der Leitung von Bundesligaspieler Horst Köppel vom VfB Stuttgart, welches man mit dem zweitrangigen Ergebnis von 8:3 gewinnen konnte. Damals wurden vor über unglaublichen 2000 Zuschauern(!) im Hohenberg-Stadion stolze 2000,- DM für einen Kindergarten der Dompfarrgemeinde gesammelt.

Die drei Meistermannschaften mit Julius als Kapitän

Er packte seine Spieler immer wieder an der Ehre

In der gleichen Saison durfte er als Trainer der 1. Mannschaft auch gegen den VfB Stuttgart kicken. Zwar unterlag man 0:3, dennoch würdigte der damalige Spielausschussvorsitzende Albert Müller ihn für seine über die Saison hinweg sehr gute Arbeit. In diesem Dank schloss Müller vor allem die „unermüdliche Arbeit“ von Hallmaier mit ein. „Gerade Hallmaier habe es oft verstanden, die Spieler immer wieder an der Ehre zu packen“, so Müller in seiner Jahresbilanz 1967, als man um die Meisterschaft mitspielte und die Erwartungen weit übertraf. Unter Hallmaier´s Riege gewann der FCR erstmals in der Vereinsgeschichte am 8. Juni 1969 unter anderem auch den Bezirkspokal mit einem 1:0 über die TSG Tübingen.
Nach seiner Fußballer- und Trainerkarriere (endete 1969) mit Hochs und Tiefs übernahm er ab 1972 bis 1983 als Spielausschussvorsitzender seinen ersten Posten im Vorstand des Vereins.
Demnach widmete sich der Verstorbene in Folge unglaubliche 37 Jahre dem Fußball beim FC und insbesondere den Fußballern der 1. Mannschaft. 1983 stellte er dann seine ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand des FCR ein und gab den Staffelstab an seinen Nachfolger Manfred Krespach weiter. Danach ging er in seine wohlverdiente Fußballerrente, stand aber noch lange Zeit im Hintergrund mit Rat und Tat zur Seite.
Als Förderer begleitete der Mann mit dem Hut „seinen“ FC noch viele Jahre und verfolgte noch bis ins hohe Alter Sonntags bis zum Schluss die Spiele des FC Rottenburg. Er war ein großer Fan und Gönner des FCR, ob bei Wind und Wetter, ob die Mannschaft mal um den Auf- oder Abstieg kämpfte, auf seine moralische und finanzielle Unterstützung war immer Verlass.

In den letzten Jahren seines langen Lebens war er gehbehindert und somit pflegebedürftig und auf fremde Hilfe in seinem Haus in der Schubartstraße angewiesen.
Die Früchte seiner Arbeit für den FC Rottenburg werden für uns noch lange sichtbar und unvergessen bleiben. Er hat den Verein geprägt und in unseren Herzen bleibende Spuren hinterlassen. Wir werden ihm mit großem Dank ein stetes Andenken bewahren.
„Julius, für alles, was du für die Fußball-Familie des FC Rottenburg geleistet hast, danken wir dir recht herzlich. Den Hinterbliebenen gilt unsere große Anteilnahme. Lieber Julius, ruhe in Frieden.“

Julius als Spielausschussvorsitzender (Hintere Reihe 2. von links) mit der Bezirksliga-Meisterelf 1978 sowie der FCR-Vorstand 1983 und der Verabschiedung von Julius aus seinem Amt. 

“Mach´s gut Julius”

Die heuer 75 Jahre bestehende FC-Familie wird die große FCR-Persönlichkeit und große FC-Legende Julius Hallmaier in bester Erinnerung behalten.
“Weinet nicht, dass ich von euch gehe,
seid dankbar, dass ich so lange bei euch war.”

1925 – 2021