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Corona-Update: So geht´s weiter – Zwei Szenarien zur Fußball-Saison 2020/21


So soll es mit der Saison 2020/21 weitergehen

Bereits seit dem 29. Oktober des vergangenen Jahres ruht der Spielbetrieb im Amateurfußball. Tags zuvor hatten Bund und Ländern Maßnahmen beschlossen, die seitdem weder einen regulären Trainings- noch einen Spielbetrieb zulassen. Nach wie vor ist unklar, wann Lockerungen in Kraft treten, die eine Rückkehr ins Mannschaftstraining und eine Fortsetzung der Saison 2020/21 im Amateurfußball zulassen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist aber klar, dass eine reguläre Durchführung der laufenden Spielzeit mit vollständiger Vor- und Rückrunde organisatorisch für die meisten Staffeln nicht mehr möglich und für unsere Vereine unzumutbar ist.
Der Verbandsspielausschuss des Württembergischen Fußballverbandes hat deshalb nach intensiven Beratungen einen Vorschlag ausgearbeitet, der verschiedene Szenarien für den Abschluss der Saison 2020/21 vorsieht und dabei das Hauptaugenmerk auf eine sportliche Entscheidung über Auf- und Abstieg legt. Dieser Vorschlag berücksichtigt dabei die jeweils verbleibende Anzahl an Wochenend-Spieltagen in Abhängigkeit des Zeitpunktes, an dem eine Rückkehr in den Spielbetrieb möglich sein wird.
Hinweis: Auch für die Oberligen Baden-Württemberg gelten die Regelungen der Beschlussfassung, allerdings vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien (Gesellschafterversammlung, Spielkommission und Jugendspielkommission).

Umfassende Beteiligung der Verbandsgremien und Vereine 

Die für den Spielbetrieb verantwortlichen Gremien auf Bezirks- und Verbandsebene waren bei der Erarbeitung des Beschlussvorschlags von Beginn an eng eingebunden.  Am heutigen Vormittag wurden nun auch die württembergischen Vereine informiert. Sie haben jetzt die Möglichkeit, sich bis zum 17. Februar 2021 zum geplanten weiteren Vorgehen zu äußern. Eine Entscheidung über die Ordnungsänderung wird der wfv-Beirat in seiner regulären Sitzung am 19. Februar 2021 treffen.
„Wir haben in vielen Gesprächen mit Vereins- und Bezirksvertretern festgestellt, dass ein großer Bedarf an Klarheit und Einheitlichkeit besteht, um die Saisonplanungen weiterführen zu können. Was wir nicht liefern können, ist eine Aussage zum Zeitpunkt der Rückkehr auf den Platz. Unsere Vorlage bietet daher eine Orientierung angesichts der noch zur Verfügung stehenden Optionen“, sagt Harald Müller, Vorsitzender des Verbandsspielausschusses im wfv.

Bildquelle: Stadt Rottenburg am Neckar


Die Beschlussvorlage berücksichtigt die folgenden Grundsätze

  • Die Spielzeit 2020/21 endet am 20. Juni 2021, so dass noch die Relegationsspiele ausgetragen werden können und die kommende Spielzeit 2021/22 von der laufenden nicht beeinflusst wird.
  • Wichtigstes Ziel bleibt die sportliche Ermittlung von Auf- und Absteigern und die Vermeidung einer Annullierung.
  • Die weiteren Planungen verfolgen einen defensiven Ansatz und beziehen zunächst nach Möglichkeit keine Wochen-Spieltage mit ein, um auf Spielausfälle noch reagieren zu können.
  • Angestrebt werden über Spielklassen und Bezirke hinweg einheitlich geltende Regelungen, Spielmodi und Termine, die Wettbewerbsgleichheit und Klarheit gewährleisten.
  • Die geplante Vorgehensweise gilt nicht nur bei den Herren, sondern auch in allen Frauen-Staffeln und bei den überbezirklichen Staffeln der Jugend. Aufgrund abweichender Spielmodi und sehr kleiner Staffelgrößen werden einige wenige Ausnahmen für einzelne Staffeln gewährt (siehe Beschlussvorlage).

Zwei realistische Szenarien

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze stehen zum jetzigen Zeitpunkt zwei Szenarien für einen Abschluss der Saison 2020/21 im Raum. Die klare Prämisse liegt auf einer sportlichen Ermittlung von Auf- und Absteigern.
Wird der Spielbetrieb nach dem 7. März 2021, spätestens aber bis zum 9. Mai 2021 wieder aufgenommen, werden nur die Vorrunden abgeschlossen und so direkte Auf- und Absteiger ermittelt. Direkt im Anschluss daran wird in diesem Fall noch die Relegation ausgetragen.
Sollte der Spielbetrieb bis zum 9. Mai 2021 nicht wieder aufgenommen werden können, bleibt nur die Annullierung der laufenden Saison mit der Folge, dass weder Auf- noch Absteiger ermittelt werden können und mit demselben Teilnehmerfeld in die Folge-Saison 2021/22 gestartet werden muss.
Mit dem Beschluss der Ministerpräsidenten-Konferenz am gestrigen Tag ist das Szenario einer Auf- und Abstiegsrunde nach Abschluss der Vorrunde hinfällig. Dass unter Berücksichtigung einer angemessenen Vorbereitungszeit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs bis zum 7. März 2021 nicht in Betracht kommt, liegt auf der Hand. Im Sinne der Transparenz soll aber auch dieses Szenario Niederschlag in der Spielordnung finden.
Die Beschlussvorlage für die Ordnungsänderungen im Wortlaut finden Sie hier, außerdem haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie aufbereitet.
Textquelle: Württembergischer Fußball-Verband am 11.02.2021

Hohenberg-Stadion im Winterschlaf

Verkürzte Saison 2020/21: Nach Hinrunde mit Auf- und Abstiegsrunde möglich


Ärger über „Flickschusterei“

Der WFV plant die Saison auf Verbandsebene mit einer Auf- und Abstiegsrunde
Der Württembergische Fußball-Verband (WFV) hat am Mittwoch in Schreiben an die Verbandsliga- und Landesliga-Vereine eingeräumt, dass die reguläre Saison in den höchsten beiden Ligen auf Verbandsebene nicht mehr möglich sei: „Einen Re-Start für den allgemeinen Trainingsbetrieb und damit verbunden des Spielbetriebs im Januar wird für nicht realistisch eingeschätzt, sodass von der Beibehaltung des bisherigen Spielmodus (Hin- und Rückrunde mit 38 Spieltagen) Abstand zu nehmen ist“, heißt es in dem Brief. Und weiter, eckig formuliert: „Einer Austragung der noch ausstehenden 26 Spieltage bei einem möglichen Re-Start Mitte Februar und unter der Annahme weiterer corona- und/oder witterungsbedingter Spielausfälle, dürfte der letzte Optimismus gewichen sein, es vielleicht doch noch zu schaffen.“
Stattdessen schlägt der WFV vor, wie die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2020/21 weitergespielt werden soll. Im Wesentlichen beinhaltet der Plan folgende Punkte:
  • Die noch nicht absolvierten sieben Hinrundenpartien sollen ab Mitte Februar gespielt werden, sodass jeder ein Mal gegen Jeden gespielt hat. Zuvor sollen sich die Mannschaften, sobald es die Behörden wieder zulassen, mindestens jedoch zwei Wochen, gemeinsam mit Teamtraining vorbereiten können.
  • Nach Ende der regulären Vorrunde Mitte April spielen die ersten zehn Vereine in einer Aufstiegsgruppe den Meister und den Teilnehmer der Aufstiegsrelegation aus. Dabei spielt jede Mannschaft gegen jede aus der Gruppe. Die Punkte aus der Hinrunde mit allen Vereinen werden mitgenommen. Die letzten zehn Klubs spielen gegen den Abstieg.
  • Das Ende der Auf- und Abstiegsrunde ist auf 20. Juni terminiert, anschließend sollen die Relegationsspiele um Auf- und Abstieg folgen.
Für die Oberliga mit dem SSV Reutlingen auf Rang 13 und 3 Punkten Rückstand auf den rettenden 10. Platz schlägt der WFV eine analoge Regelung vor (siehe letzter Absatz). Für die Verbandsliga hat der Verband kommenden Dienstag zu einer Videokonferenz geladen, um über die Vorschläge zu sprechen, die Landesliga ist Mittwoch dran.
Vorschlag: Spiele annullieren
Die TSG Tübingen steht in der Verbandsliga-Tabelle aktuell auf dem 12. Platz  mit einem Punkt Rückstand auf Rang 10. Abteilungsleiter Alexander Wütz ärgert sich über das Vorgehen des Verbands: „Das ist wieder mal Flickschusterei, dieses Mal sind wie sehenden Auges reingelaufen“, sagt er im Gespräch mit dem TAGBLATT. Wütz bemängelt, dass schon vor der Runde klar gewesen sei, dass die Mammutsaison mit 38 Spieltagen kaum möglich ist.
Ihm ärgert auch, dass der Verband die Vereine zu wenig einbeziehe: „Das macht der WFV über die Köpfe hinweg. Da wird eine Entscheidung gefällt und dann mitgeteilt. Den fehlenden Austausch mit dem Verband bemängle ich schon länger.“ Außerdem hätte er gerne vor Rundenstart gewusst, nach welchem Modus gespielt wird: „Wenn ich in eine Saison gehe, gehört vorher geklärt, wie die Regularien sind“, sagt Wütz. „Im Sommer hätte diskutiert gehört, was in welchen Fällen geschieht. Das ist ein Versäumnis.“
Wütz will sich bei der Videokonferenz mit den anderen Vereinen auch noch mal für eine Alternative starkmachen. Sein Vorschlag: „Wir annullieren die bisherige Saison und fangen sobald wie möglich mit den gleichen Mannschaften noch mal von vorne an und lassen uns dann Zeit bis Sommer 2022.“ So wäre die Chance am größten, trotz Corona-Pandemie die Saison komplett fertig zu spielen, meint er. „Im Nachhinein ist die bayrische Lösung gar nicht so schlecht gewesen“, sagt Wütz. Dort entschied der Verband im Frühjahr, die Saison zu unterbrechen und nach der Corona-Pause fortzusetzen.
Nichts Neues auf Bezirksebene
Michael Urban vom Landesligist SV 03 Tübingen ist wenig überrascht über die Nachricht vom Verband. „Das war schon immer meine Prophezeiung, dass das die einzige realistische Variante ist.“ Die benachbarte Landesliga Staffel 4 hatte dieses Modell schon vor der Saison beschlossen.
In der Landesliga Staffel 3 haben der SV Nehren auf Rang 5 und der SV 03 Tübingen auf Rang 6 (beide 23 Punkte) aktuell 7 Zähler Vorsprung auf den elften Platz. Für den SSC Tübingen als Letzter (2 Punkte) und den FC Rottenburg (17./ 8 Punkte) ist der rettende 10. Platz mit 16 Punkten schon ein Stück weit weg.
Für die Ligen von der Bezirksliga abwärts gibt es noch keine Vorschläge von Verbandsseite, sagte dem TAGBLATT gegenüber der Bezirksvorsitzende Josef Haug. Allerdings dürfte die Regelung in den oberen Klassen durchaus ein Hinweis auf das Verfahren drunter hinweisen.
10 Teams um den Aufstieg, 11 gegen den Abstieg
Auch in der Oberliga Baden Württemberg mit dem SSV Reutlingen soll die Saison nach Abschluss der Hinrunde mit einer Auf- und Abstiegsrunde fertiggespielt werden. Anfang/Mitte Februar soll es mit dem 14. Spieltag weitergehen. Beginn der Aufstiegsrunde mit 10 Teams und der Abstiegsrunde mit 11 Teams soll Mitte/Ende April sein. Ende der Auf- und Abstiegsrunden wäre am 12. Juni. Bis Freitag haben die Oberliga-Vereine Zeit für eine Stellungnahme. Am Montag ist eine Videokonferenz angesetzt.
Textquelle: Schwäbisches Tagblatt, Vincent Meissner am 03.12.2020

Bildquelle: Stadt Rottenburg am Neckar

Corona-Update: Der WFV schickt seine Vereine vorzeitig in die Winterpause


Keine Verbandsspiele mehr im Jahr 2020

Nachdem gestern im Rahmen der Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vereinbart wurde, die seit 02.11.2020 geltenden Corona-Beschränkungen im Wesentlichen bis zu den Weihnachtsfeiertagen aufrechtzuerhalten und es damit insbesondere keine Lockerungen für den Amateursport geben wird, müssen sämtliche bis zum Jahresende 2020 terminierten Spiele im Verbandsgebiet des wfv abgesetzt werden, und zwar ab einschließlich der Oberliga Baden-Württemberg abwärts.
Mit Blick auf die beachtlichen Staffelgrößen in einigen Ligen war es erforderlich, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, im Idealfall in diesem Jahr noch einige Spiele auszutragen. Denn unverändert hat oberste Priorität, den Vorgaben der Spielordnung Rechnung zu tragen, das heißt, soweit rechtlich möglich und zumutbar vollständige Meisterschaftsrunden mit Hin- und Rückspielen zu absolvieren. In Staffeln mit entsprechenden Mannschaftszahlen kommen deshalb auch Spiele bereits im Januar in Betracht, sollten Lockerungen beschlossen werden, die dies rechtlich ermöglichen.
Die dahingehenden Überlegungen waren auch Gegenstand der Beratungen mit sämtlichen Bezirksvorsitzenden am 18.11.2020, in der die Bedeutung eines abgestimmten, zeitlich einheitlichen Vorgehens betont und verabredet wurde. Es hätte zudem auch keine ersichtlichen Vorteile für Vereine und Aktive gehabt, vorzeitig auf ungesicherter Grundlage vollendete Tatsachen zu schaffen.
Perspektiven fürs das restliche Spieljahr entwickeln
Nachdem derzeit unsicher ist, wann und unter welchen Voraussetzungen der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wird es nun erforderlich sein, zeitnah Perspektiven für das restliche Spieljahr zu entwickeln.
„Die Aufgabe der Fußballverbände ist es, einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Im engen Austausch mit unseren ehrenamtlichen Bezirksspiel- und Staffelleitern haben wir in den vergangenen Wochen hier alle Möglichkeiten diskutiert und abgewogen. Aus diesem Grund war es notwendig und richtig, die Entscheidungen der Politik abzuwarten. Nun haben wir Klarheit und werden einen sinnvollen Weg finden, um die Spielzeit 2020/21 sportlich gerecht werten zu können“, sagt Harald Müller, Vorsitzender des wfv-Verbands-Spielausschusses und der Oberliga-Spielkommission.
Soweit Meisterschaftsrunden nicht vollständig zu Ende geführt werden können, sieht die Spielordnung dazu bereits Regelungen vor. Sowohl die Quotienten-Regelung zur Ermittlung von Auf- und Absteigern als auch die Möglichkeit zur Annullierung von Meisterschaftsrunden sind in der Spielordnung angelegt. In Betracht kommt darüber hinaus auch eine Verlängerung des Spieljahres bis zum 15.07.2021. Ausdrücklich kann auf die aktuelle Situation aber auch durch die Entwicklung anderer Spielmodi reagiert werden.
Denkbar sind so zum Beispiel auch Auf- und Abstiegsrunden nach einer abgeschlossenen Vorrunde. Zur Entscheidung hierüber hat der außerordentliche Verbandstag am 20.06.2020 den Beirat ermächtigt. So ist einerseits die Einbindung der Bezirke gewährleistet, und andererseits wird ein einheitliches Vorgehen garantiert, was für einen reibungslosen Auf- und Abstieg erforderlich ist.
Textquelle: Württembergischer Fußball-Verband am 26.11.2020

Bildquelle: Stadt Rottenburg am Neckar