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AH des FCR gewinnt Abschiedsspiel von Jürgen Ott beim TuS Ergenzingen



Infos und Bilder zum Spiel

Mannschaft: Senioren
Wettbewerb: Freundschaftsspiel/Abschiedsspiel
Datum: Samstag, 11.05.2024 | 17.00 Uhr
Spielort: Breitwiesen-Stadion Ergenzingen (Rasenplatz)
Bildergalerie: Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Markus Riel)


Kapitän-Abschiedsspiel für Jürgen Ott

Erfolgreicher Start in die Freiluft-Saison, …oder 1 Ball, 22 Spieler (auf dem Platz) und das Spiel dauert (nein……..) nur 60 Minuten! Am Samstag, den 11.05. fand auf Einladung von Jürgen Ott – Kapitän der Ergenzinger Senioren, Vater von Simon Ott (Vize-Kapitän der U23) und treuer Fan unserer 1. Mannschaft – das erste Großfeldspiel der Rottenburger Senioren-Mannschaft seit über 5 Jahren statt. Der Anlass für das Spiel gegen den TuS Ergenzingen war der Ausstand von Jürgen Ott als AH-Leiter und Kapitän der Ergenzinger Senioren.
Die AH des FC Rottenburg ist mit folgender Mannschaft das Abenteuer Großfeld angegangen: Joachim “Wello“ Wellhäußer (oh, das Tor ist so groß), Alfredo Labarile, Christian Dede“ Dettenrieder, Chris Huber, Max Weiß, Tobias Görlitz, Hashim Gruhonjic, Günter Schormaker, Kaya Basar, Kreshnik Kashtanjeva, Bruno Hewig, Daniel Gall, Ernst “Erne“ Beuter und Joachim Bisplinghoff.
Beide Mannschaften wurden namentlich durch den Stadionsprecher verlesen, die Partie wurde von einem offiziellen, aber nicht mehr aktiven Schiedsrichter geleitet und ein paar Zuschauer hatten sich im Schatten versammelt. Gespielt wurde auf dem sich im Top-Zustand befindlichen Rasenplatz im Breitwiesen-Stadion in Ergenzingen. Der Platz lag schon da wie ein Teppich, damit mussten sich die Senioren erstmal gewöhnen, denn ansonsten kickt man je eher auf holprigen nicht gemähten Rasenplätzen.
Schiedsrichter Ralf Vossler kam aus Sigmarswangen und war in seiner aktiven Zeit u.a. auch Torwart beim VfB Sigmarswangen und wurde damals trainiert von unserem aktuellen U23-Coach Klaus Glöckle, der als Zuschauer ebenfalls anwesend war. Vossler wurde von Glöckle angefragt und erwies ihm selbstverständlich diesen Freundschaftsdienst. Ralf Vossler machte so ganz nebenbei einen sehr guten Job. Er ist u.a. auch der 1. Vorsitzende beim VfB Sigmarswangen. Nach dem Einlaufen erfolgt die Wimpelübergabe zwischen den beiden Mannschaftskapitänen Christian Dettenrieder und Jürgen Ott mit dem obligatorischen Foto – mit und ohne Schiedsrichter. Davor wurde wie es sich gehört, noch ein gemeinschaftliches gemischtes Gruppenbild aller Beteiligten gemacht.


So, das Spiel möge nun beginnen!!
Die AH hatte sich in der Taktikbesprechung auf eine zu Beginn defensive Grundordnung verständigt, da die Mannschaft in diese Zusammenstellung zum ersten Mal ein Großfeldspiel bestritt. Der TuS Ergenzingen bestimmte auch die ersten 10-15 Minuten und versuchte über frühes, hohes Pressing und lange Bälle in die Spitze zum Erfolg zu kommen. In dieser Phase hätte der TuS auch in Führungen gehen können. Die größte Chance der Gastgeber vereitelte “Wello“ mit einem starken Reflex, der Ball küsste nur die Oberkante des Gebälks.
Ab Mitte der ersten Halbzeit, wurde die Zuordnung und Struktur der Rottenburger AH besser, das Zentrum im Mittelfeld wurde besser geschlossen und man fand mehr Anspielstationen im Angriff. Die Innenverteidigung mit Max Weiß und Alfredo Labarile stand nun sicherer und spielte dies, bis auf wenige Ausnahmen, auch so zum Ende.
Im Mittelfeld Übernahmen Daniel Gall und Kaya Basar mehr und mehr das Kommando. Folgerichtig viel dann auch das 1:0, Torschütze Joachim Bisplinghoff. Die AH hatte das Spiel nun weitestgehend  unter Kontrolle, ließ den Gegner durch kontrolliertes Passspiel laufen und es ergaben sich weitere Tormöglichkeiten. Das zweiter Tor erzielte ebenfalls Joachim Bisplinghoff auf schöne Vorarbeit von Daniel Gall. Kurz darauf veredelte Hashim Gruhonjic eine tolle Einzelleistung zum 3:0. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die ersehnte in Halbzeitpause. Durchschnaufen und viel trinken waren angesagt. Bei der Halbzeitanalyse durfte jeder sagen wie es noch besser laufen könnte, man spielte ja ohne Coach.
Zu Beginn der 2. Halbzeit drängte der TuS Ergenzingen auf den Anschlusstreffer, die AH verlor etwas den Spielfaden, wurde ungenauer und das Spiel plätscherte, vielleicht auch der Wärme geschuldet, vor sich hin. Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Gegen Ende der 2. Halbzeit, nahm sich Daniel Gall noch einmal sein Herz in Hand, setzte sich gegen eine Reihen von Gegenspieler durch schloss, platziert und wuchtig zum 4:0 ab.
In der 55. Minute – also 5 Minuten vor Spielende –  wurde Hauptakteur und Torhüter der TuS Ergenzingen Jürgen Ott mit viel Applaus verabschiedet. Mit neuem Torsteher wurde das Spiel fortgesetzt, der TuS Ergenzingen drängte weiter auf den Ehrentreffen, dieser sollte auch im Anschluss an einen nicht gut verteidigten Eckball fallen. Den Schlusspunkt setzte Kaya Basar mit einem berechtigten Elfmeter, gefoult wurde Daniel Gall. Der Elfmeter war schließlich auch der Schlusspunkt.
Fazit
Der Sieg des FC Rottenburg ging mit 5:1 auch in der Höhe vollkommen in Ordnung. Großfeld ist trotz allem sehr, sehr anstrengend, aber es machte Spaß. Die AH des FC Rottenburg bedankt sich bei der AH des TuS Ergenzingen und bei Jürgen Ott für die Einladung und das tolle Spiel. Ein Rückspiel in Rottenburg wurde diskutiert und hätte sicherlich seinen Charme – aber dann bitte im Hohenbergstadion und 2x 45 Minuten. ;)

Nachruf für Josef “Fidel” Johner: Wir nehmen Abschied von einer FC-Legende


 

Wir nehmen Abschied von Josef Johner †

* 7.9.1934  † 21.11.2021

 


Nachruf des FC Rottenburg 1946 e.V., Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 03.12.2021


Wir nehmen heute Abschied von einer FC-Spieler-Legende

Die FC-Familie trauert um einen weiteren echten FC´ler. Josef Johner, Ehrenspielführer des FC, ist im Alter von 87 Jahren am Totensonntag, den 21.11.2021 im Tübinger Paul-Lechler-Krankenhaus verstorben.
Der FC Rottenburg nimmt Abschied von DER Spielerlegende überhaupt seiner aktiven Mannschaft, Ehrenspielführer, Kapitän, Trainer, Vorstandsmitglied, Schiedsrichter und Organisator bei Veranstaltungen. Völlig überraschend und tief betroffen mussten wir nun die traurige Nachricht zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Josef Johner von uns gegangen ist.
Nun hat das Herz von „Fidel“, wie er in Vereinskreisen gerufen wurde und er auch unter diesem Spitznamen zur FC-Legende wurde, aufgehört zu schlagen. Fußball war sein Leben, nicht umsonst war Fußball sein Leben und das 72 Jahre lang als treues Mitglied des FC Rottenburg. Fidel war sich für nichts zu schade und war gemeinsam mit seiner Frau Elly im FC nicht wegzudenken. Bei welcher Veranstaltung auch immer, das Ehepaar Johner machte immer mit. Nicht verwunderlich, wenn Josef Johner von seinem FC sämtliche Ehrungen zu Teil wurden. Neben der silbernen und goldenen Vereinsehrennadel bekam er auch die Spieler-Ehrennadel in Bronze vom Württembergischen Fußball-Verband verliehen, damals verliehen für 20 Jahre aktive Laufbahn, in Verbandskreisen eine seltene Auszeichnung.
Seine besondere Freundschaft zur Rottenburgs Partnerstadt St. Claude, welche über das AH-Turnier gepflegt wurde, aber auch als Betreiber der Mosterei in der Ziegelhütte, machte Johner schon zu Lebzeiten zur FCR-Vereinslegende! Der 1934 in Rottenburg geborene und gelernte Eisenwaren-Kaufmann Josef Johner war 59 Jahre verheiratet mit seiner Frau Elly, die er beim Elfmeterball kennengelernt hatte und dabei eine gemeinsame Tochter hatten.
Josef war seiner Zeit für viele Jugendliche ein großes Vorbild und war seiner Zeit nicht nur als Aktiver, sondern machte sich auch als Meistertrainer der 1. Mannschaft und als engagierter Schiedsrichter 54 Jahre lang einen Namen. Wenn sich einer um den Verein verdient gemacht hat, dann Josef Johner. Seine besonderen Leistungen belohnte der FC letztlich mit der Ernennung zum Ehrenspielführer.
Wie das Motto des FCR, so lebte er, wie auch sein damaliger und im Januar verstorbene Coach Julius Hallmaier, den Fußball aus vollster Überzeugung. Die FC-Familie verneigt sich vor einem seiner größten Fußballer der Vereinsgeschichte!

Traueranzeige der Familie Johner, Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 02.12.2021


Um den FC Rottenburg verdient gemacht
Josef Johner war seit dem Jahr 1949 Mitglied beim FC Rottenburg, also sagenhafte 72 Jahre, und begann seine Karriere gleich mit einer Meisterschaft. In der Saison 1949/50 wurde er mit der A-Jugend des FCR Kreismeister und machte sofort auf sich aufmerksam. Bis 1953 spielte er noch in der Jugend bis er dann auf Anhieb den Sprung in die 1. Mannschaft der Aktiven schaffte und in das Haifischbecken “2. Amateurliga“ geworfen wurde. Er entwickelte sich in dieser Liga zu einem allseits gefährlichen und gefürchteten Mittelstürmer. Sein erstes Spiel in der 1. Mannschaft unter dem Trainerduo Hubrich/Strauss bestritt Johner beim 4:1-Sieg im Freundschaftsspiel gegen die Spvgg Oberndorf/Neckar am 14.05.1953, dabei erzielte er auch gleich sein erstes Tor bei den Aktiven.
Beim seinem ersten Pflichtspiel am 16.08.1953 gegen die Spvgg Freudenstadt ging er leider mit einer 1:2-Niederlage vom Platz. Dieser Platz war damals, als es das Hohenberg-Stadion noch gar nicht gab, der Sportplatz beim Schadenweilerhof, wo man mitunter vor gut 1000 Zuschauern seine Heimspiele in der Amateurliga austrug. Seinen ersten Sieg in einem Pflichtspiel feierte Johner am 28.03.1954 beim 2:1-Sieg gegen den SV Gosheim. Johner entwickelte sich ab der Rückrunde zum Stammspieler in der 1. Mannschaft.
Seine erste komplette Saison bei den Aktiven absolvierte Johner in der Saison 1954/55, als er auch gleich die Meisterschaft in der A-Klasse holte, die heutige Bezirksliga. Am 28.06.1955 wurde er für die Meisterschaft und den damit erneuten verbundenen Aufstieg in die 2. Amateurliga von Oberbürgermeister Müller geehrt.
In der zweithöchsten württembergischen Liga spielte er dann erstmals als neuer Kapitän neben dem großen Julius Hallmaier und unter Trainer Georg Wagner.
Ab der Saison 1955/56, also über zehn Jahre lang, führte Johner als Kapitän seine Kameraden aufs Spielfeld. Dieses ehrwürdige Amt durfte er bis zu seinem Karriereende 1971 begleiten. Respekt! In den frühen 60er Jahren noch als Keeper im Einsatz, überzeugte er beim FC als Allrounder und spielte mal als Verteidiger, als Libero, Mittelstürmer oder Halblinker Stürmer. Im Jahr 1963 wurde er dann zunächst für 250 Spiele geehrt.


Rekordhalter mit 557 Spielen!!
Am 10.01.1971 bestritt Josef Johner in der ersten Mannschaft des FC Rottenburg dann sein 500. Spiel – in Worten: fünfhundert. An diesem Rekord, wie er von Amateuren nur selten aufgestellt wird, ging man beim Fußballclub nicht achtlos vorbei. Erster Vorsitzender Carlheinz Rosenow ehrte Josef Johner vor dem Anpfiff des Spiels gegen Bühl (2:1 gewonnen) und überreichte ihm einen respektablen Präsentkorb. Josef Johner hat während seiner langjährigen aktiven Laufbahn sämtliche Höhen und Tiefen eines Fußballvereins erlebt, ohne je einmal abseits gestanden zu sein. Schon in früher Jugend – er wurde wie bereits erwähnt 1949 Mitglied – zeigte sich sein Talent als Stürmer. Diese Veranlagung entwickelte sich aber erst so richtig Mitte der fünfziger Jahre, als er in der ersten Mannschaft als unermüdlicher Sturmtank eine Hauptrolle spielte. Der beidfüßig schießende Fußballer wurde zu einem gefährlichen Torschützen.
Bei einem Verbandsspiel Mitte der 50er Jahre gegen den Amateurligisten VfB Reichenbach/Fils zog sich Josef Johner, der sich im Spiel so wenig wie im Training schonte, einen komplizierten Beinbruch zu und zwang ihn ans Krankenbett. Er musste die Fußballstiefel für über ein Jahr an den Nagel hängen. Doch er gab nicht auf, arbeitete mit unermüdlicher Energie an sich und durch seine Vielseitigkeit wurde er sogar Stammtorwart in der ersten Mannschaft, unter anderem im Wechsel mit Wolfgang Hallmaier. Durch sein kluges Stellungsspiel rettete Johner so seiner Mannschaft den ein oder auch anderen Punkt. Sein größter Wunsch wieder Feldspieler zu sein, ging schließlich auch wieder in Erfüllung. Wie er dem Sport gegenüber eingestellt war, mag aus der Tatsache hervorgehen, daß er noch mit 36 Jahren Stammspieler des FC war. Wer weiß wie viele Spiele mehr er jetzt ohne die schlimme Verletzung in der Ewigen-Rangliste hätte. Bei Beendigung seiner einzigartigen Karriere brachte es Johner auf unglaubliche 557 Einsätze bei den Aktiven des FCR und ist bis heute alleiniger Rekordhalter in dieser Statistik. Für diese Leistung wurde Johner für seine einzigartige Karriere als Fußballer des FCR zum Ehrenspielführer des FCR ernannt, zurecht.
Das er nun seine Begeisterung für den Fußball beiseite legte, kam für Johner nicht in Frage. Ab der Saison 1972/73 übernahm er den FC als Cheftrainer und wurde gleich Meister in der B-Klasse mit einem Tor Unterschied. „Mit dem Glück des Tüchtigen überquerten wir die Ziellinie und bin froh und glücklich darüber. Es war ein hartes Stück Arbeit, jede Mannschaft versuchte uns zu attackieren. Die gesunde Rottenburger Alt/Jung-Mischung hat sich bewährt“, so aus einem damaligen Interview mit Johner. Sein damaliger Spielführer Herbert Hofmeister meinte zu Johner´s erste Meisterschaft als Trainer: „Ich bin natürlich restlos zufrieden. Johner´s intensives Training zahlte sich aus. Seiner Energie müssen wir den Titel zuschreiben, an den ich bei „Halbzeit“ noch nicht geglaubt habe.“ Dieses anspruchsvolle Amt übte Johner bis 1975 dann drei Jahre lang aus, bis er nach einer kleinen Auszeit 1981 Abteilungsleiter der Senioren wurde und dieses Amt in der Vorstandschaft 19 Jahre lang ausübte. Ab 1986 übernahm Josef Johner die Geschicke von Udo Huber als Initiator der internationalen Senioren-Hallenturniere mit dem FCR aus Ausrichter.
Auch bei Veranstaltungen war Johner als treuer Mitarbeiter nicht mehr wegzudenken, egal ob hinter der Bar oder am Bierhahn. Johner hat sich also um den FC wirklich verdient gemacht.

Josef Johner als Trainer (die zwei oberen Bilder), als Kapitän unten links und als Spieler gegen Villingen

Ein paar sportliche Karriere-Highlights von Josef Johner
  • Am 22.05.1955 wurde das neue Hohenberg-Stadion eingeweiht. Dabei kam es zum Festspiel gegen die TSG Balingen, welches der FCR mit 3:2 gewann. Als Mittelstürmer war Josef Johner zweifacher Torschütze.
  • Am 28.06.1955 wurde der FC Rottenburg von Rottenburgs Bürgermeister Müller zur Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Amateurliga geehrt.
  • Am 19.05.1968 empfing der damalige Aufsteiger in die A-Klasse FC Rottenburg den VfB Stuttgart, der in der 1. Amateurliga Nordwürttemberg zuhause ist und 1963 Meister wurde. Der FCR mit Johner als 10er unterlag dem VfB mit 0:3, obwohl der FC ein Ehrentor verdient gehabt hätten, titelte das Tagblatt. Der VfB gehörte damals zur Spitze des deutschen Amateurfußballs.
  • Am 25.06.1968 gewann der FCR gegen den Amateurligisten FC Schweinfurt mit 3:1. Dieses Spiel wurde vom damaligen FIFA-Referee Rudolf Keitlein geleitet.
  • Im Rahmen der Rottenburger Sportwochen kam es am 06.07.1969 zum Festspiel gegen den Regionalligisten FC 08 Villingen. Der FCR unterlag nach starker Vorstellung und eine 2:0-Führung am Ende doch klar mit 2:6.
  • Am 28.06.1970 war der Schwarzwald-Bodensee-Ligist FV Ebingen zu Gast bei den Rottenburger Sportwochen. Der FCR als A-Ligist unterlag nur knapp mit 0:2.
  • Pokalsieg gegen den SV Ohmenhausen. Der FCR gewann mit Johner am 25.04.1971 mit 1:0 und holte sich den Bezirkspokal, den er zwei Mal gewann.
  • Am 07.08.1971 fertigte der A-Ligist FCR unter Josef Johner die TSG Balingen (2. Amateurliga) mit 6:1 ab.
  • Ehrenspiel für Johner. Am 10.01.1971 bestritt er sein 500. Spiel im Dress der Roten und wurde deshalb zum Ehrenspielführer ernannt.
  • In der Saison 1972/73 wurde Josef Johner Meister als Trainer. Er holte sich die Meisterschaft in der A-Klasse.
  • 1974 wurde die erste Rottenburger Stadtpokalmeisterschaft ausgetragen. Mitorganisator war Josef Johner. Als Trainer holte er sich auch gleich beim ersten Turnier den Stadtpokal und setzte vorwiegend auf junge Spieler, wie es auch der heutige Trainer des FCR Frank Eberle mit Überzeugung umsetzt. Es ist wie schon vor 40 Jahren die klare Marschroute des FCR, deshalb galt wie heute der FCR als geschätzter Ausbildungsverein.
  • Als eines seiner wohl größten sportlichen Highlights war sicherlich das Festspiel zur 700-Jahr-Feier der Stadt Rottenburg. Zu Gast war der Zweitligist TSV 1860 München mit ihrem Startrainer Max Merkel und Topspielern wie Jimmy Hartwig, Willi Bierofka oder Ferdinand Keller. Das Spiel ging mit 0:7 verloren, trotzdem erinnern sich heute noch viele, nach so langer Zeit, gerne daran. Denn es war „nur“ ein Highlight für Johner, den FC Rottenburg und der Stadt Rottenburg.

Impressionen seiner Karriere

Nachruf Rottenburger Post

Ganz oder gar nicht
Artikel lesen – Angelika Bachmann am 06.12.2021, Schwäbisches Tagblatt

“Mach´s gut Fidel”

Die heuer 75 Jahre bestehende FC-Familie wird die große FCR-Persönlichkeit und große FC-Legende Josef “Fidel” Johner in bester Erinnerung behalten.

Nachruf für Julius Hallmaier: Gründungsmitglied, Kapitän, Sportlicher Leiter


 

Wir nehmen Abschied von Julius Hallmaier †

*4.3.1925  †24.1.2021

 

Nachruf des FC Rottenburg 1946 e.V., Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 17.02.2021


Wir nehmen Abschied von einem unserer Gründungsmitglieder

Julius “Juler” Hallmaier

Die FC-Familie trauert um einen echten FC´ler. Julius Hallmaier, Ehrenspielführer des FC, ist im Alter von 95 Jahren am Sonntag, den 24.01.2021 im Rottenburger Hospital zum Heiligen Geist verstorben.
Der FC Rottenburg trauert um einen der Gründerväter des Vereins aus dem Jahr 1946, ehemaliges Vorstandsmitglied, Kapitän und großen Förderer. Völlig überraschend und tief betroffen mussten wir die traurige Nachricht zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Julius Hallmaier als Pflegepatient mit der stolzen Zahl an 95 Jahren verstorben ist.
Nun hat das Herz von „Juler“, wie ihn seine besten Freunde nennen durften, der zeitlebens im Rottenburger Fußball engagiert war, für immer zu schlagen aufgehört. Der Mann mit Prinzipien wollte keine Aufgaben liegenlassen und war auf dem Spielfeld als Kapitän für alle ein einzigartiges Vorbild sowie als Spielausschussvorsitzender weitere elf Jahre lang der erste wichtige Mann unserer 1. Mannschaft. Wie das Motto des FCR, so lebte auch er den Fußball.

Traueranzeige der Familie Hallmaier, Schwäbisches Tagblatt/ Rottenburger Post vom 15.02.2021


Der Kapitän nimmt seinen Hut

Artikel von Tobias Zug vom 17.02.2021 lesen, Nachruf Schwäbisches Tagblatt

Die Fußball-Dynastie Hallmaier

Der 2-fache Vater der Tochter Dr. Hiltrudis Hallmaier und des Sohns Dr. Berthold Hallmaier, ehemaliger Leistungsträger der 1. Mannschaft und langjähriger FCR-Vorsitzender (1991 bis 2009) sowie ehemalige Teamarzt der Deutschen Handball-Nationalmannschaft, als auch 3-fach-Opa, war ein aufrechter, ehrlicher, durchsetzungsstarker und bei allen beliebtes Mitglied des FCR. Beruflich verdiente er seine Brötchen beim Rottenburger Fouquet-Werk Frauz & Planck als Meister und Abteilungsleiter. Er war verheiratet mit seiner leider ebenfalls schon vor nicht allzulanger Zeit verstorbenen Frau Hiltrudis.
Der Name Hallmaier gehört schon fast zum FC wie etwa der Name Müller beim FC Bayern. Wenn in späteren Jahren über den Rottenburger Fußball einmal Geschichte gemacht wird, dann wird man in vorderster Linie den Namen „Hallmaier“ finden. Dieser Name ist für jeden Rottenburger Fußballanhänger zu einem Begriff geworden. Alle vier Brüder (Julius, Wolfgang, Erwin und Heiner) standen damals in vorderster Reihe des FC Rottenburg. Von dieser Fußball-Dynastie Hallmaier war der Verstorbene der Älteste und wirkte seit Bestehen des Vereins ununterbrochen in der ersten Mannschaft mit. Unter diese vier Brüdern, gesellte sich seine ebenfalls in Rottenburg lebende einzige Schwester Elfriede, aber auch Zwillingsschwester von Wolfgang Hallmaier.

Julius Hallmaier im Wandel der Zeit

3x Meister als Kapitän seines FC

Julius Hallmaier spielte 14 Jahre lang (1946 bis 1960) in der 1. Mannschaft des FC Rottenburg und wurde 1949/50, 1951/52 und 1954/55 als Spieler 3x Meister und steht in der Ewigen-Liste der Spieler mit den meisten Spielen heute noch mit 496 Einsätzen auf Platz 3. Er war langjähriger Kapitän der Mannschaft und spielte als Mittelläufer, heute die Nr.10, im Mittelfeld. Allerdings machte er sich auch auf einer anderen Position einen Namen. Lange bevor Franz Beckenbauer den „Libero“ bekannt machte, machte Julius ihn zur Marke. Der für einen Fußballer ungewöhnlich stark gebaute Vorzeigefußballer wurde im Laufe seiner aktiven Fußballerlaufbahn zu einem echten Libero. Auf der Position des Liberos musste der Gegner erstmal an ihm vorbei kommen. Er war Fußballer durch und durch. Fußball war für den mit Stirnband Kickende alles, bis zum Schluss.
In der Saison 1951/ 52, als Julius im Amt als Kapitän sein Team zur Meisterschaft der Bezirksklasse Alb führte, stieg er mit der 1. Mannschaft in die 2. Amateurliga (damals noch 3. Liga) auf, was somit auch sein größter Erfolg als aktiver Fußballer war. Er machte sein letztes Pflichtspiel für den FCR am 21.05.1960 beim 2:1 Sieg über die TuS Metzingen. In der Saison 1961/ 62 übernahm er am 01.10.1961 das Amt des Cheftrainers des FCR.
Seine wohl schwierigste Saison beim FCR war 1980/81, als man aus der Landesliga abgestiegen war und daraufhin 12 Spielerabgänge verkraften musste. Doch auch diese Hürde meisterte Julius, jetzt als Spielausschussvorsitzender. Er konnte wieder aus der eigenen Jugend eine schlagkräftige Truppe stellen, unter anderem mit dem langjährigen 1. Vorsitzenden Thomas Mickeler, die dann einen guten 5. Platz in der Bezirksliga belegte.
Ein weiteres Highlight seiner langen Fußballkarriere war die Ehrung für seinen 250. Einsatz im Trikot des FCR beim verdienten 3:1-Heimsieg seines FC als Tabellenführer in der 2. Amateurliga gegen den Vierten Spvgg Schramberg. „Eine mächtige Zuschauerkulisse schuf den äußeren Rahmen zu diesem in Rottenburg mit Spannung erwarteten Treffen, welchem die Ehrung des Rottenburger Spielführers, Julius Hallmaier, für sein 250. Spiel in der ersten Mannschaft durch den Verein vorausging.“
Julius setzte sich auch für Wohltätigkeit ein. So etwa kickte der FC mit ihm als Kapitän am 9. Oktober 1967 gegen eine Auswahl der Diözese Rottenburg unter der Leitung von Bundesligaspieler Horst Köppel vom VfB Stuttgart, welches man mit dem zweitrangigen Ergebnis von 8:3 gewinnen konnte. Damals wurden vor über unglaublichen 2000 Zuschauern(!) im Hohenberg-Stadion stolze 2000,- DM für einen Kindergarten der Dompfarrgemeinde gesammelt.

Die drei Meistermannschaften mit Julius als Kapitän

Er packte seine Spieler immer wieder an der Ehre

In der gleichen Saison durfte er als Trainer der 1. Mannschaft auch gegen den VfB Stuttgart kicken. Zwar unterlag man 0:3, dennoch würdigte der damalige Spielausschussvorsitzende Albert Müller ihn für seine über die Saison hinweg sehr gute Arbeit. In diesem Dank schloss Müller vor allem die „unermüdliche Arbeit“ von Hallmaier mit ein. „Gerade Hallmaier habe es oft verstanden, die Spieler immer wieder an der Ehre zu packen“, so Müller in seiner Jahresbilanz 1967, als man um die Meisterschaft mitspielte und die Erwartungen weit übertraf. Unter Hallmaier´s Riege gewann der FCR erstmals in der Vereinsgeschichte am 8. Juni 1969 unter anderem auch den Bezirkspokal mit einem 1:0 über die TSG Tübingen.
Nach seiner Fußballer- und Trainerkarriere (endete 1969) mit Hochs und Tiefs übernahm er ab 1972 bis 1983 als Spielausschussvorsitzender seinen ersten Posten im Vorstand des Vereins.
Demnach widmete sich der Verstorbene in Folge unglaubliche 37 Jahre dem Fußball beim FC und insbesondere den Fußballern der 1. Mannschaft. 1983 stellte er dann seine ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand des FCR ein und gab den Staffelstab an seinen Nachfolger Manfred Krespach weiter. Danach ging er in seine wohlverdiente Fußballerrente, stand aber noch lange Zeit im Hintergrund mit Rat und Tat zur Seite.
Als Förderer begleitete der Mann mit dem Hut „seinen“ FC noch viele Jahre und verfolgte noch bis ins hohe Alter Sonntags bis zum Schluss die Spiele des FC Rottenburg. Er war ein großer Fan und Gönner des FCR, ob bei Wind und Wetter, ob die Mannschaft mal um den Auf- oder Abstieg kämpfte, auf seine moralische und finanzielle Unterstützung war immer Verlass.

In den letzten Jahren seines langen Lebens war er gehbehindert und somit pflegebedürftig und auf fremde Hilfe in seinem Haus in der Schubartstraße angewiesen.
Die Früchte seiner Arbeit für den FC Rottenburg werden für uns noch lange sichtbar und unvergessen bleiben. Er hat den Verein geprägt und in unseren Herzen bleibende Spuren hinterlassen. Wir werden ihm mit großem Dank ein stetes Andenken bewahren.
„Julius, für alles, was du für die Fußball-Familie des FC Rottenburg geleistet hast, danken wir dir recht herzlich. Den Hinterbliebenen gilt unsere große Anteilnahme. Lieber Julius, ruhe in Frieden.“

Julius als Spielausschussvorsitzender (Hintere Reihe 2. von links) mit der Bezirksliga-Meisterelf 1978 sowie der FCR-Vorstand 1983 und der Verabschiedung von Julius aus seinem Amt. 

“Mach´s gut Julius”

Die heuer 75 Jahre bestehende FC-Familie wird die große FCR-Persönlichkeit und große FC-Legende Julius Hallmaier in bester Erinnerung behalten.
“Weinet nicht, dass ich von euch gehe,
seid dankbar, dass ich so lange bei euch war.”

1925 – 2021