Vorbericht zum WFV-Pokal-Spiel zwischen dem FC Rottenburg und den Kickers



Die Kickers kommen zum Spiel des Jahres

Der Weg der Teams, die Ausgangslage, die Trainer und Idole, die letzten Ergebnisse, Stadion- und Presse-Infos.
Endlich hat es mal geklappt, der FC darf im Pokal gegen ein Profi-Team antreten. Das nun mit Spannung erwartete Drittrundenmatch im WFV-Pokal zwischen dem FC Rottenburg und den Stuttgarter Kickers findet am Dienstag, den 11. August 2026 um 18:00 Uhr im Hohenbergstadion in Rottenburg statt. Die Partie wurde offiziell um einen Tag vorverlegt, um den Spielplänen beider Vereine entgegenzukommen.
Die Teams aus dem Verbandsgebiet des Württembergischer Fußballverband kämpfen in den Sommerwochen intensiv um den Einzug in die nächsten Runden und die Chance, den DFB-Pokal-Traum am Leben zu halten. Zahlreiche Favoriten aus den oberen Ligen greifen erst jetzt ins Geschehen ein, während kleinere Teams auf die große Überraschung hoffen.
Bedeutung des Wettbewerbs
Der WFV-Pokal (Württembergischer Verbandspokal) ist für die Clubs weit mehr als nur ein Vorbereitungsspiel. Dem Sieger winkt neben der Trophäe die direkte und lukrative Qualifikation für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Paarungen bringen oft brisante Duelle zwischen ambitionierten Amateurteams und etablierten überbezirklichen Vereinen hervor. Ein Rückblick auf dramatische Schlussminuten und Emotionen im WFV-Pokal verdeutlicht den besonderen Reiz des K.o.-Wettbewerbs.

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Das Spiel wird präsentiert von…


Die Spielbälle werden gespendet von…


Die Ausgangslage

  • Der Underdog: Verbandsligist FC Rottenburg geht als klarer Außenseiter in die Partie, genießt jedoch Heimrecht im Hohenbergstadion. Für die Mannschaft von Trainer Marc Mutschler ist das Duell das absolute Highlight der bisherigen Saisonvorbereitung.
  • Der Favorit: Die Stuttgarter Kickers reisen als ambitionierter Regionalligist nach Rottenburg. Nach dem verpassten Pokalsieg im Vorjahr nehmen die „Blauen“ den Wettbewerb extrem ernst, um sich erneut für den DFB-Pokal zu qualifizieren.
  • Auftakt Regionalliga: Die Stuttgarter Kickers gewannen am Freitagabend vor 10.500 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau das Eröffnungsspiel der Regionalliga Südwest gegen den SSV Ulm 1846 durch die Tore von Dejan Bozic, Eigentor Ulm von Marcel Seegert, Maximilian Zaiser und Leandro Mendes Rangel verdient mit 4:2 (0:0).
  • Schiedsrichter: Das Spiel wird geleitet vom Oberliga-Schiedsrichter Achim Mauz vom TSV Harthausen/Scher aus der Schiedsrichtergruppe Zollern-Balingen. Seine Assistenten an der Seitenlinie sind Oskar Diebold vom FC Killertal 04 und Jannik Kanz vom FC Wessingen.

Der Weg in die 3. Runde

  • FC Rottenburg: Der FCR spielte sich bisher eindrucksvoll durch das Turnier. Nach einem verdienten 3:1-Auftaktsieg beim Landesligisten SV Böblingen, folgte in der zweiten Runde eine Machtdemonstration: Mit einem 8:0-Kantersieg überrollte die Mutschler-Elf den Landesliga-Aufsteiger SGM Deißlingen/Lauffen.
    In der Vorbereitung gab es einen starken 2:0-Erfolg gegen die Verbandsliga-Konkurrenz der TSG Balingen II und ein 5:1-Derbysieg gegen den TuS Ergenzingen sowie ein 5:1-Sieg gegen U19-Bundesligist SGV Heilbronn-Freiberg.
  • Stuttgarter Kickers: Als Regionalligist stiegen die Kickers nach einem Freilos in der 1. Runde erwartungsgemäß mit einem 14:0-Kantersieg gegen den A-Ligisten SV Degerschlacht traditionell mit viel Qualität in das Geschehen ein und wollen in Rottenburg ihrer Favoritenrolle von der ersten Minute an gerecht werden.
    Die Kickers nutzten den Sommer für Härtetests gegen hochkarätige Gegner:
    • Testspiele: Ein deutlicher 10:0-Erfolg gegen Bezirksligist TSV Jahn Büsnau folgte ein souveräner 3:0-Testspiel-Sieg auswärts beim Oberligisten FC 08 Villingen.
    • Eine knappe 1:2-Niederlage im ersten echten Härtetest gab es gegen den ambitionierten Zweitligisten SSV Jahn Regensburg.

Stimmen und Erwartungen

  • Die Rottenburger als Gastgeber verspüren keinerlei Druck. Die Mannschaft beschreibt das Spiel auf als den „bedeutendsten Moment“ der bisherigen Karriere vieler junger Talente. Die Marschroute von Trainer Mutschler lautet: „Mit Leidenschaft und Selbstvertrauen agieren, da man gegen den großen Favoriten absolut nichts zu verlieren hat.“
FCR-Coach Marc Mutschler zum Spiel:
„Grundsätzlich werden wir uns keinesfalls verstecken. Unser Ziel ist es, mutig aufzutreten, früh und konsequent ins Pressing zu gehen und den Gegner dadurch zu Entscheidungen zu zwingen. Wie sie darauf reagieren, bleibt abzuwarten. Sicherlich wird der Gegner viel Ballbesitz haben und versuchen, sein Spiel aufzuziehen – daran besteht kein Zweifel. Dennoch wollen wir unsere Courage bewahren, aus wenigen Chancen möglichst viel herausholen und schauen, was am Ende möglich ist. Es spricht für uns, wenn wir das Spiel möglichst lange offen gestalten können. Dadurch erhöhen wir den Druck auf den Gegner, der gezwungen sein wird, mehr Risiko einzugehen und eventuell seine bisherige Ordnung aufzulösen. So entstehen Räume und Chancen – das ist keine Überraschung. Ein Blick auf vergangene Pokalrunden zeigt immer wieder, dass auch große Bundesligisten gegen Außenseiter ins Straucheln geraten. Genau daran orientieren wir uns. Zur aktuellen Kadersituation: Das bevorstehende Spiel betrachten wir als Bonus. Wir freuen uns sehr darauf, doch es ist nicht das wichtigste Spiel der Saison für uns. Spieler, die angeschlagen sind, werden nicht zum Einsatz kommen. Einige Rückkehrer nach dem Urlaub und Akteure, die erst seit kurzem im Training sind, werden ebenfalls geschont. Wir werden vor allem auf diejenigen setzen, die fit sind. Einige Optionen behalten wir uns bewusst noch für den weiteren Verlauf der langen Saison vor. Nicht zu vergessen steht bald die Auftakt-Partie in der Verbandsliga gegen Oberensingen an, bei der es gilt, wichtige Punkte zu sammeln.“
  • Die Stuttgarter Kickers warnen derweil davor, den tiefstehenden Gegner zu unterschätzen, und fokussieren sich voll auf den Einzug ins Achtelfinale.
  • Die personelle Situation vier Tage zuvor zum Auftakt gegen den SSV Ulm wird wie folgt sein: Malik Sama (Knorpelschaden), Laurin Völlmerk (Bänderriss), Samuel Unsöld (Syndesmosebandverletzung), Nico Molinari (muskuläre Probleme) sowie Jacob Danquah und Lirijon Abdullahu (beide Kreuzbandriss) werden ausfallen. Abdoulie Mboob befindet sich zur Klärung seiner Aufenthaltsberechtigung weiterhin in Dakar (Senegal).


Die sportliche Ausgangslage & Chancen

  • Klassenunterschied: Die Stuttgarter Kickers reisen als etabliertes Spitzenteam der Regionalliga Südwest an. Der FC Rottenburg agiert zwei Ligen tiefer in der Verbandsliga Württemberg.
  • Die Pokal-Philosophie: Wie der FCR vor dem Spiel betont, hat die Mannschaft in diesem „bedeutendsten Moment ihrer Fußballkarriere“ vor heimischer Kulisse absolut nichts zu verlieren. Ein Weiterkommen wäre eine historische Sensation.
  • Die Taktik: Die Rollen sind klar verteilt. Während Stuttgart das Spiel dominieren muss, wird die Mutschler-Elf auf eine kompakte Defensive um Abwehrchef René Hirschka und blitzschnelle Nadelstiche über die Außenbahnen setzen.
  • Alter: Beide Mannschaften hatten in ihren letzten Spielen ein Durchschnittsalter von 24 Jahren.

SV Stuttgarter Kickers (Regionalliga Südwest)
Die beiden Mannschaften durchlebten sehr unterschiedliche, aber extrem intensive Spielzeiten:
Die Kickers spielten eine solide, wenn auch nicht ganz für den Aufstieg reichende Runde in der vierthöchsten deutschen Spielklasse:
  • Abschlussplatzierung: 7. Platz
  • Saisonverlauf: Die Mannschaft etablierte sich in der oberen Tabellenhälfte der stark besetzten Regionalliga Südwest. Highlight der Saison war unter anderem die hervorragende Kulisse im GAZI-Stadion auf der Waldau, wo die Kickers zu den absoluten Zuschauermagneten der Liga gehörten. Im April 2026 kam es zudem zu einem Trainerwechsel, als Marco Wildersinn die Mannschaft verließ, bevor Holger Bachthaler übernahm.
FC Rottenburg (Verbandsliga Württemberg)
Als Aufsteiger erlebte die Mannschaft von Marc Mutschler ein absolutes Herzschlagfinale in der sechstklassigen Verbandsliga:
  • Abschlussplatzierung: 11. Platz (Einzug in die Relegation)
  • Saisonverlauf: Nach einer soliden Hinrunde geriet der FCR im Frühjahr tief in den Abstiegskampf. Am letzten Spieltag rettete ein Last-Minute-Treffer von Vereins-Urgestein Jan Baur beim 34. Spieltag das Team mit 41 Punkten punktgleich vor dem direkten Abstieg.
  • Das Relegations-Wunder: Im anschließenden Entscheidungsspiel behielt der FCR die Nerven. Im alles entscheidenden Finale in der Stäble-Arena in Remmingsheim deklassierte Rottenburg den Landesliga-Vize TSV Köngen bei 35 Grad im Schatten souverän mit 5:0 und sicherte sich spektakulär das Ticket für ein weiteres Jahr Verbandsliga.

Die Mannschaften


Der Jahrhundert-Erfolg: DFB-Pokalfinale 1987

  • Der historisch größte Pokalerfolg der Stuttgarter Kickers ist das Erreichen des DFB-Pokalfinals im Jahr 1987. Am 20. Juni 1987 standen die „Blauen“ – damals noch als Zweitligist – sensationell im Endspiel des DFB-Pokals im Berliner Olympiastadion. Vor 76.000 Zuschauern unterlagen die Kickers gegen den favorisierten Erstligisten Hamburger SV mit 1:3. Dennoch bleibt dieses Finale der absolute Höhepunkt der Vereinsgeschichte.
  • 3-facher WFV-Pokalsieger: Die Kickers konnten den Württembergischen Landespokal in ihrer Historie bislang dreimal gewinnen (1946, 2005 und 2006).
  • Durch diese Siege qualifizierte sich der Verein in der Vergangenheit immer wieder für die lukrative erste Hauptrunde des DFB-Pokals, wo sie mehrfach als „Schreck der Bundesligisten“ von sich reden machten (wie z.B. auch beim Überraschungssieg gegen Greuther Fürth im Jahr 2022).
  • Der FC Rottenburg feierte in der Saison 2024/25 seine bislang erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte und holte sich Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Damals marschierte man von der Bezirksliga durch bis zur Verbandsliga. Ein noch nie dagewesener historischer Erfolg der Rottenburger Jungs.

Trainer-Gegenüberstellung

Marc Mutschler, FC Rottenburg
  • Alter: 36
  • Im Verein seit: Er ist seit 2018 Trainer beim FCR. Von der U19 über die U23 ist Marc Mutschler seit dem 1. Juli 2022 Trainer der ersten Mannschaft des FC Rottenburg. Er übernahm das Amt zur Saison 2022/23 nach dem Rücktritt von Frank Eberle und führte das Team seither durch mehrere Aufstiege bis in die Verbandsliga.
  • Größte Erfolge: Direkter Durchmarsch von der Bezirksliga in die sechstklassige Verbandsliga. Gewinn der Landesliga-Meisterschaft 2025.
  • Trainerprofil: Sein Spielstil & Philosophie besteht auf einer extrem stabilen Defensive, präziser Vorbereitung (Kaderplanung ab Oktober) und ein klares taktisches System mit doppelt besetzten Positionen („Schattenkader“). Er ist ein regionaler Erfolgscoach, der aus der eigenen Jugend stammt. Extrem starke Siegesquote im Amateurbereich. Er zeichnet sich außerdem durch akribische Planung und die Einbindung junger Spieler aus.
  • Frühere Stationen: FC Rottenburg U23, FC Rottenburg U19, SV Wendelsheim (Jugend- und Aktivenbereich), SGM Wendelsheim/Oberndorf/Wurmlingen/Hirschau (Jugend).
  • Beruf: Angestellter beim Regierungspräsidium Tübingen.
Holger Bachthaler, SV Stuttgarter Kickers
  • Alter: 51
  • Im Verein seit: Deutscher Fußballtrainer mit der UEFA-Pro-Lizenz, der im April der Saison 2026/27 als Cheftrainer der Stuttgarter Kickers in der Regionalliga Südwest verpflichtet wurde.
  • Größte Erfolge: Gewinn des WFV-Pokals mit dem SSV Ulm 1846 (dreimal in Folge: 2018, 2019, 2020), mit dem FV Illertissen war er zweimaliger Bayerischer Landespokalsieger. Im DFB-Pokal gelang ihm unter anderem ein historischer Sieg gegen den 1. FC Nürnberg und als Spieler wurde er Deutscher A-Jugend-Meister mit dem FC Augsburg (1993).
  • Trainerprofil: Erfahrener Regionalliga- und Pokalexperte, der auch im Nachwuchs von Red Bull Salzburg aktiv war. Er führte u.a. den SSV Ulm 1846 stabil an die Spitze der Regionalliga Südwest und professionalisierte die dortigen Strukturen nachhaltig, bevor der Verein später den Sprung in den Profifußball schaffte.
  • Frühere Stationen: FV Illertissen, SSV Ulm 1846 Fußball, Red Bull Salzburg (Nachwuchsbereich) und als Spieler beim FV Illertissen, Spvgg Au und SSV Ulm (jeweils Oberliga), FC Augsburg (Regional- und Bayernliga)
  • Beruf: Cheftrainer SV Stuttgarter Kickers

FCR-Trainer Marc Mutschler: „Wir werden uns keinesfalls verstecken.“


Vereins-Ikonen und Idole

Der Kader der Stuttgarter Kickers besteht aus gestandenen Regionalliga-, aber auch Zweit- und Drittliga-Profis, während der FC Rottenburg als frischgebackener Verbandsligist vor allem auf langjährige Vereins-Ikonen, regionale Talente und brandneue junge Neuzugänge das erfahrene Fundament bilden.
FC Rottenburg
Die Mannschaft von Marc Mutschler zeichnet sich durch ein eingespieltes Gefüge aus, das durch punktuelle Transfers verstärkt wurde:
  • Leon Oeschger ist als Spielführer der verlängerte Arm von Trainer Marc Mutschler auf dem Feld. Er verfügt über die jahrelange Erfahrung im harten württembergischen Amateurbereich (Landesliga und Verbandsliga) und ist mit seinen 30 Jahren eine absolute Vereinslegende.
  • René Hirschka, 32 Jahre alt und Innenverteidiger ist der absolute Abwehrchef und die personifizierte Konstanz im Rottenburger Spiel. Er spielt seit 2007 für den FCR und ist der Anker bei den Aufstiegen von der Bezirks- bis in die Verbandsliga und eine lebende Legende beim FCR. Er schnuppert mit aktuell 390 Pflichtspieleinsätzen an der legendären 400er-Marke.
  • Der 22-jährige Mittelfeld- sowie Schienenspieler Aaron Leyhr ist der einzige Spieler im Rottenburger Kader beim SSV Reutlingen Oberliga-Erfahrung sammelte.
  • Kapitän & Führungsspieler: Angeführt wird das Team von Kapitän Leon Oeschger, dem erfahrenen Abwehrchef René Hirschka sowie Torjäger Lukas Behr.
  • Neuzugänge im Fokus: Für die neue Saison kamen unter anderem erfahrene Spieler wie Ruben Nyanga, Daniel Genuardi, Luis Kalbacher sowie fünf weitere junge Talente hinzu.
  • Offensiv-Gefahr: Stürmer wie Behr (17 Tore in der letzten Verbandsligasaison) und Alfonzo (Doppelpack im letzten Pokalspiel) aber auch Daniel Genuardi (97 Tore, 60 Assists in 280 Spielen) sorgen für die nötige Durchschlagskraft. Insgesamt aber ist das Offensiv-Spektrum des FCR sehr breit aufgestellt. Es gibt außer Behr nicht den einen Torjäger, sondern viele Spieler teilen sich die Tore.
SV Stuttgarter Kickers
  • Der mit Abstand erfahrenste Spieler im Profibereich ist der 32-jährige Torwart Felix Dornebusch. Er bestritt in seiner Karriere unter anderem 26 Spiele in der 2. Bundesliga für den VfL Bochum, 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig und ist seit dieser Saison der neue Kapitän der Mannschaft.
  • Ein absoluter Routinier im Dritt- und Regionalligabereich ist der 33-jährige Mittelfeldspieler Lukas Kiefer (33): Er stand in über 60 Drittliga-Spielen (u.a. für den VfB Stuttgart II und die Kickers selbst) auf dem Platz und absolvierte weit über 200 Regionalliga-Partien, u.a. beim SSV Ulm, 1. FC Saarbrücken und SV Waldhof/Mannheim.
  • Torjäger Dejan Božić ist auch schon 33 Jahre alt und bringt die Erfahrung aus über 80 Drittliga-Einsätzen (u.a. Chemnitzer FC, Hansa Rostock, SV Meppen) und weit über 150 Regionalliga-Spielen u.a. beim SC Freiburg II, Chemnitzer FC oder auch Kickers Offenbach mit in den Kader.
  • Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann, beide Weltmeister von 1990, aber auch Karl Allgöwer, Deutscher Meister 1984, starteten ihre großen Profikarrieren im Dress der Kickers in Degerloch und genießen absoluten Legendenstatus.
Wir hoffen, daß nun alle bestens informiert sind. Der FC Rottenburg freut sich nun über alle Zuschauerinnen und Zuschauer und selbstverständlich alle Medienschaffenden und natürlich auf ein spannendes und faires Pokalspiel in der 3. Runde hier im Hohenbergstadion.

Landesliga-Meister 2025: Marc Mutschler – Aus Dankbarkeit Trainer geworden


Mit seinem Heimatverein FC Rottenburg schaffte er Vereinshistorisches. Dabei strebte der 35-Jährige eine Trainerkarriere gar nicht an.
Gefeiert habe er die vorzeitige Fußball-Landesliga-Meisterschaft am vergangenen Samstag nicht ganz so ausgiebig wie seine Kicker, sagt Marc Mutschler, der Trainer des FC Rottenburg: „In meinem Alter braucht man Erholungsphasen.“ Wohlgemerkt: Der Mann ist gerade mal 35 Jahre jung und hat gerade Vereinsgeschichte geschrieben beim FC Rottenburg. Von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga durchmarschiert ist Mutschler jeweils als Meister mit seinem Team – das gelang zwar schon einigen Klubs in Württemberg, zuletzt dem FC Esslingen vergangenes Jahr. Aber so hoch kickte noch kein Aktiven-Männerteam des 1946 gegründeten FC Rottenburg. Zwischendurch gewann der FCR vergangenes Jahr noch den Bezirkspokal.
Mit einem Trainer, der über sich sagt: „Ich war nie scharf darauf, Trainer zu sein.“ Vor acht Jahren coachte er erstmals ein Team; die B-Jugend der SGM Wendelsheim/Oberndorf/Wurmlingen/Hirschau. Mutschler kickte damals beim SV Wendelsheim, hatte dort viele Freunde gefunden. „Ich wollte dem Verein was zurückgeben, deshalb habe ich das gemacht. Und das hat unheimlich Bock gemacht.“
Schon bald meldete sich Martin Haug, der Jugendleiter von Mutschlers Heimatverein FC Rottenburg. Und holte ihn gemeinsam mit Benjamin Frölich von der SGM als Trainer der A-Jugend zum FCR, die damals noch in der Verbandsstaffel spielte. „Das war dann schon eine andere Hausnummer“, sagte Mutschler.

Rottenburgs Meistertrainer Marc Mutschler (rechts) gibt seinem Spieler Nick Heberle Anweisungen.


Ab der C-Jugend mit Fußball pausiert
Beim FCR kickte der Rottenburger in der Jugend. Bis zur C-Jugend: Dann gingen einige talentierte Spieler wie Björn Straub, Nikola Silic oder Maximilian Blesch zu höherklassigeren Vereinen, die Gruppe fiel auseinander. Mutschler, der Spielführer war, hatte keine Angebote. „Ich war nicht so der super Kicker, weit weg von den Fähigkeiten, die meine jetzigen Spieler haben.“ Mutschler pausierte. Bis ihn Frank Eberle kontaktierte: Der war damals Spielertrainer beim B-Ligisten SV Weiler, Mutschler fing im A-Jugendalter bei den SVW-Aktiven wieder mit Kicken an. Und spielte danach noch einige Jahre in Wendelsheim als zentraler Mittelfeldspieler, hörte nach Kreuzbandriss und einigen körperlichen Problemen aber recht früh auf.
Einen Großteil seiner A-Jugendspieler coachte Mutschler dann nach zwei Jahren weiter bei den Aktiven des FCR in der zweiten Mannschaft. Und überzeugte dort so, dass ihn der Verein 2022 als Coach für die erste Mannschaft übernahm. Als Nachfolger von Frank Eberle.
Der FCR stieg in dem Jahr ab. Mutschler wurde in seiner ersten Saison Zweiter, verpasste in der Relegation den Aufstieg. Danach ging es dann steil bergauf. Mutschler kann es mit den jungen Spielern, verkompliziert den Fußball nicht allzu sehr: So geht er bei seiner Spielvorbereitung auf PowerPoint-Präsentationen auch auf Wesenszüge und menschliche Schwächen der gegnerischen Kicker ein.
Wenig über das Zentrum
Und ein Grundprinzip seiner Spielidee: „Wir spielen wenig über das Zentrum.“ Denn bei Ballverlusten hat es der Gegner da näher zum eigenen Tor. Mutschler besucht viele Trainerschulungen, um seinen Horizont in dem Job zu erweitern, analysiert Videos von Spielen. Die Eignungsprüfung für die B-Lizenz hat er gemacht, irgendwann will er die Lizenz auch machen. Der steile Aufstieg bei seinem Klub sowie das Familienleben (Mutschler und seine Ehefrau haben zwei Kinder im Alter von zwei und vier) und sein Beruf beim Regierungspräsidium ließen es bisher nicht zu.
Zur Entlastung tragen auch seine Co-Trainer bei: Rene Hirschka, der kickende Co-Trainer und Kopf des Teams, mache da „eine super Arbeit und nimmt mir viel ab“. Torwarttrainer Jürgen Haug arbeite so selbständig, „da weiß ich oft gar nicht, was er macht“.
Viel verändern will er in der Verbandsliga nicht. „Was uns drei Jahre stark gemacht, ändere ich doch nicht einfach.“ Und sowieso: „Der eigentliche Erfolg ist, dass sich bei uns so viele eigene Jugendspieler so gut entwickelt haben. Das ist mir wichtiger als Titel, das ist das, was mich stolz macht.“
(Artikel von Tobias Zug am 31.05.2025 | Südwest Presse/ Schwäbisches Tagblatt)

Rückblick 2024 und Jahresbilanz von Herren-Cheftrainer Marc Mutschler


Die Jahresbilanz für 2024 von Meistertrainer Marc Mutschler:

Bezirksligameister, Bezirkspokalsieger, Landesliga-Herbstmeister!

Marc Mutschler,
Trainer Herren 1. Mannschaft

Dazu kommt, daß wir in Landesliga-Tabelle auf dem 1. Platz überwintern, ein weiteres Novum in der FCR-Vereinsgeschichte. Ich glaube das erreicht nicht jeder ins seiner Fußball-Laufbahn.
Mit 71 Punkten und einem Torverhältnis von 83:33 sind wir zuerst mit 7 Punkten Vorsprung vor dem SSC Tübingen Meister der Bezirksliga Alb geworden und nur knapp zwei Wochen später gewannen wir auch noch den Bezirkspokal Alb – das Double war perfekt!! Damit haben wir Vereinsgeschichte geschrieben und für mich persönlich mein sportliches Highlight gesetzt. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.
Zu dem Erfolg braucht man auch ab und an Spielglück in entscheidenden Spielen. Wie es damals am 10.03.2024 in einem der dramatischsten Spiele der FC-Geschichte gegen den TSV Hirschau am war. Zur Halbzeit lag meine Mannschaft noch mit 1:3 im Rückstand, bis der lädierte und angeschlagene Kapitän René Hirschka, der zur Halbzeit eigentlich raus wollte, das Spiel mit seinen 3 Toren noch drehte und wir mit 4:3 gewannen. Ich glaube dieses Spiel war wegweisend für den Erfolg in der vergangenen Saison.
…und wir gehen unseren Weg weiter:
Mit dem Start in die neue Saison gab es mit 60-50-50 eine erneute mannschaftsinterne Punkte-Tore-Regel, an der wir festhalten und deshalb auch jetzt keine Ziele nachjustieren wollen. Unter dem Strich sollten dabei – so der Stand vor dem 1. Spieltag – der Klassenerhalt und ein einstelliger Tabellenplatz herausspringen.
In der Landesliga führen wir nun als Aufsteiger von Beginn an die Tabelle an. Mit 37 Punkten aus 11 Siegen, 4 Unentschieden und nur 1 Niederlage in 16 Spielen haben wir uns den Titel Herbstmeister verdient erarbeitet. Mit nun 42:13 Toren stellen wir zur Winterpause sowohl die beste Offensive als auch die stärkste Defensive.
Mit dem Sieg beim Rückrunden-Auftakt gegen den SV Nehren, haben wir nun wie erwähnt 37 Punkte und erneut einen guten Start in die Rückrunde vollzogen, ebenso einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung der 50-Punkte-Marke absolviert.
Wir blicken also auf ein wunderschönes und unvergessliches Fußballjahr 2024 zurück.
Aber all das ist kein Ergebnis von Glück, sondern von harter Arbeit und Willensstärke. Aber was ist es, was uns als Mannschaft wirklich auszeichnet? Es ist unser Teamgeist! Wir treten als geschlossene Einheit auf, wir stehen füreinander ein und wir kämpfen füreinander, wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen, wir sind ein Team.
Bei einer Kadergröße von 33 Mann ist das bei weitem nicht selbstverständlich. Denn leider können nicht immer alle zum Spieltag mitfahren. Und trotzdem ist Aufgeben für Niemanden eine Option – Respekt von mir dafür!
Ich möchte auch ein paar mahnende Worte loswerden:
Mit dem Erfolg steigen die Erwartungen und mit den Erwartungen steigt der Druck. Mit dem Aufstieg hatten wir es zunächst geschafft uns von diesem Druck zu befreien und haben mit einer Leichtigkeit unsere Mitstreiter förmlich überrollt. Zum Ende dieser Hinrunde hatte ich allerdings das Gefühl, dass uns diese Leichtigkeit langsam wieder verloren geht und der Druck steigt. Um die Rückrunde genauso erfolgreich zu bestehen, muss es uns unbedingt gelingen, uns erneut von diesem Druck zu lösen und stattdessen mit Ruhe, Gelassenheit und Ausdauer aber auch mit Herz und Leidenschaft aufzutreten.
Wir dürfen mehr als stolz sein auf das was wir in nur einem Jahr erreicht haben, und wir können positiv und durchaus selbstbewusst auf die Rückrunde blicken.

SG Empfingen vs. FC Rottenburg, Landesliga 3 Württemberg, 10. Spieltag, Saison 2024/25, 19.10.2024