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Ein Leben für den FCR: 400 Pflichtspiele für unsere Legende René Hirschka



400 Pflichtspiele: René Hirschka wird zur FCR-Ikone

Ein Meilenstein für eine Vereinslegende. Seit 2007 im Trikot des FC Rottenburg.
René Hirschka hat am 10. Oktober 2026 im Spiel gegen den TSV Berg sein 400. Pflichtspiel für den FC Rottenburg absolviert. Damit gehört der Abwehrchef und Co-Spielertrainer zu einem exklusiven Kreis: Er ist erst der neunte Spieler in der Vereinsgeschichte, der diese beeindruckende Marke erreicht hat.
Seit seinem Debüt im Herrenbereich steht Hirschka für Vereinstreue, Einsatzbereitschaft und sportliche Qualität. Sein erstes Pflichtspiel für die Aktiven bestritt er am 14. April 2012 beim 3:2-Landesligasieg gegen den SV Zimmern. Der damals noch als Außenverteidiger in der A-Jugend eingesetzte Spieler wurde von seinem Entdecker und Trainer Erol Türkoglu in die erste Mannschaft berufen. Die Treffer für den FCR erzielten seinerzeit Bernd Kopp, Marco Calderaro und Cihan Canpolat.


Vom Jugendspieler zum Abwehrchef
Seinen Weg zum FC Rottenburg fand René Hirschka bereits im Juli 2007 während seines zweiten C-Jugendjahres. Sein Bruder und der ehemalige FCR-Spieler Moritz Glasbrenner, damals Trainer bei der SpVgg BSO, lotsten ihn nach Rottenburg. Dort erkannten und förderten die Trainerlegenden Didi Weber und Klaus Reichert früh sein Talent.
Hirschka begann seine Laufbahn im zentralen Mittelfeld und wechselte später zwischen der Sechser- und Viererposition. Im Laufe der Jahre wurde er zum Innenverteidiger umgeschult – eine Entwicklung, die ihn schließlich zum Abwehrchef des FCR werden ließ.
Den entscheidenden Schritt in den Aktivenbereich verdankte er seinem damaligen Trainer Erol Türkoglu. In der Saison 2012/13 holte dieser den A-Jugendlichen bereits zu den Herren und integrierte ihn fest in die Mannschaft. Seit der Saison 2024/25 ist Hirschka als Co-Spielertrainer tätig und unterstützt Cheftrainer Marc Mutschler als dessen rechte Hand. Die Kapitänsbinde gab er inzwischen an die nächste Generation weiter: an Leon Oeschger.
70 Tore als Innenverteidiger
In seinen 400 Pflichtspielen erzielte René Hirschka bislang 70 Tore – eine außergewöhnliche Bilanz für einen Abwehrspieler. Besonders bei Standardsituationen ist seine Kopfballstärke gefürchtet. Nicht selten findet sich der Innenverteidiger deshalb an der Spitze der internen Torjägerliste wieder.
Sein erstes Tor für den FCR erzielte Hirschka am 8. April 2013 beim 4:2-Heimsieg gegen den TuS Metzingen. Der damals im defensiven Mittelfeld eingesetzte Spieler belohnte sich mit einem herrlichen Volleyschuss zum zwischenzeitlichen 3:1. Sein damaliger Trainer Erol Türkoglu würdigte anschließend dessen engagierten Auftritt:
„Er war überall zu finden, warf sich in jeden Zweikampf, spielte kluge Pässe und belohnte sich mit einem herrlichen Volleytreffer.“
Ein weiterer Distanzschuss von Hirschka traf zudem den Pfosten. Nur eine Woche später gelang ihm gegen den FC Gärtringen sein erster Doppelpack für den FCR – genau ein Jahr nach seinem Debüt in der ersten Mannschaft.
Obwohl Hirschka in seiner ersten Saison mit dem FCR aus der Landesliga abstieg, brachte dieser Rückschlag seine Entwicklung nicht ins Wanken. Bis heute ist er aus der Rottenburger Defensive nicht wegzudenken. Auch seine Rückennummer 5 genießt im Verein längst Kultstatus.


Erfolgreiche Jahre mit dem FCR
In seiner Zeit beim FC Rottenburg konnte René Hirschka insgesamt acht Meisterschaften, ein Pokalsieg und drei Stadtpokalsiege feiern:
  • drei Meisterschaften mit den Aktiven in der Bezirksliga Alb
  • eine Meisterschaft mit den Aktiven in der Landesliga
  • jeweils zwei Meisterschaften mit den A- und B-Junioren
Im Jahr 2024 gewann er zudem das Double aus Meisterschaft und Bezirkspokal. Eine besondere Premiere feierte Hirschka bereits beim 37. Rottenburger Stadtpokal im Jahr 2012. Nach einem 4:2-Sieg gegen den TSV Dettingen durfte er den prestigeträchtigen Wanderpokal erstmals in die Höhe stemmen. Insgesamt gewann er den Stadtpokal dreimal – 2012, 2018 und 2022.
Platz sieben in der „Ewigen Liste“
Mit seinem 400. Pflichtspiel gehört Hirschka nun zu den zehn erfolgreichsten Spielern der Vereinsgeschichte. In der „Ewigen Liste“ belegt er aktuell den achten Platz und zog mit Vereinslegende Hugo Vollmer gleich, der unter anderem in den 1960er-Jahren als Trainer der ersten Mannschaft tätig war.
Mit seinem 401. Einsatz – im Spiel bei der SKV Rutesheim am 16. Oktober – wird Hirschka auf den siebten Platz vorrücken. Bis zum sechsten Rang, den der Ehrenvorsitzende und ehemalige Kapitän Thomas Mickeler belegt, fehlen ihm anschließend noch 31 Spiele. Zahlreiche Vereinsgrößen wie Freddy Fischer, Robert Biesinger, Alwin Dettenrieder, Dieter Wacker und Berthold Hallmaier hat Hirschka bereits überholt.
Ohne die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und mehrere schwere Verletzungen hätte der inzwischen 32-jährige Familienvater vermutlich sogar schon die Marke von 500 Pflichtspielen erreicht. Damit wäre er erst der vierte Spieler in der Vereinsgeschichte des FC Rottenburg mit dieser Einsatzbilanz.
Vereinstreue und Zusammenhalt
Für René Hirschka steht im Amateurfußball vor allem eines im Mittelpunkt: der Zusammenhalt. Seit vielen Jahren ist er im Aktivenbereich des FCR zu Hause, weil er die Gemeinschaft und das Menschliche innerhalb der Mannschaft besonders schätzt.
Seine größten Stärken sieht Hirschka selbst im Teamgeist. Darüber hinaus zeichnen ihn sein hervorragendes Stellungsspiel, sein Spielverständnis, seine Übersicht und seine kompromisslose Zweikampfführung aus. Seine Zuverlässigkeit und sein Engagement machen ihn sowohl auf als auch neben dem Platz zu einer unverzichtbaren Stütze des Vereins.
Auch abseits des Spielfelds übernimmt Hirschka Verantwortung. Als Veranstaltungsleiter trägt er maßgeblich zum Erfolg der jährlichen Großveranstaltungen des FC Rottenburg bei. Seine ausgeprägte Organisationsfähigkeit und sein Talent im Projektmanagement sind dabei eine wertvolle Unterstützung für den gesamten Verein.
Ein besonderer Meilenstein
Vor dem Spiel gegen den TSV Berg würdigte Moritz Koch, Geschäftsführer des FC Rottenburg, die außergewöhnliche Leistung und überreichte René Hirschka als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400.
Im Februar 2022 heiratete René seine langjährige Freundin Jana. Im vergangenen Jahr wurde die Familie durch die Geburt eines Sohnes erweitert.
Der FC Rottenburg gratuliert René Hirschka herzlich zu seinem 400. Pflichtspiel und bedankt sich für seine herausragende Vereinstreue, seinen Einsatz und sein Engagement auf und neben dem Platz. Mit seiner sportlichen Qualität, seiner Persönlichkeit und seiner Verbundenheit ist er längst zu einer echten FCR-Ikone geworden.
Wir wünschen René für die kommenden Jahre weiterhin viele erfolgreiche und verletzungsfreie Einsätze – und hoffen, ihn schon bald auch für 500 Pflichtspiele im Trikot des FC Rottenburg ehren zu dürfen.

Chancenlos im eigenen Stadion: FCR verliert klar mit 0:5 gegen den TSV Berg



Eckdaten des Spiels

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2026/27
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 9. Spieltag
Datum: Samstag, 10.10.2026 | 15:30 Uhr
Spielort: Hohenberg-Stadion Rottenburg (Rasenplatz)

Spieltag-Ticker

  • 400 Pflichtspiele: Ehrung für René Hirschka
  • Fünftes Spiel ohne eigenes Tor
  • FCR mit der vierten Niederlage in Folge
  • Führungs-Traumtor aus 90 Meter durch Berg´s Keeper Andre Port
  • FCR ohne Leyhr, Rohrer, Weber, Heberle, Jansen und Bader

Das Spiel wurde präsentiert von… 


Hirschka´s Jubiläum: 400 Pflichtspiele für den FC

René Hirschka hat sein 400. Pflichtspiel für den FC Rottenburg bestritten. Damit ist der Abwehrchef und Co-Spielertrainer erst der neunte Akteur in der Vereinsgeschichte, der diese beeindruckende Marke erreicht. Sein erstes Spiel für den FCR absolvierte Hirschka am 14. April 2012. Der damals noch als Außenverteidiger in der A-Jugend eingesetzte Spieler debütierte unter seinem Entdecker und Trainer Erol Türkoglu beim 3:2-Sieg in der Landesliga gegen den SV Zimmern. Die Treffer für den FC Rottenburg erzielten damals Bernd Kopp, Marco Calderaro und Cihan Canpolat.
In seiner außergewöhnlichen Laufbahn erzielte Hirschka als Innenverteidiger bislang 70 Tore – viele davon nach Standardsituationen und mit großer Kopfballstärke. Ohne die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sowie mehrere schwere Verletzungen hätte der mittlerweile 32-jährige Familienvater vermutlich bereits die Marke von 500 Einsätzen erreicht. Mit diesem Meilenstein wäre Hirschka erst der vierte Spieler in der Vereinsgeschichte des FC Rottenburg. Mittlerweile gehört er der Top 10 der „Ewigen Liste“ an und belegt gemeinsam mit Hugo Vollmer den achten Platz.
Vor dem Spiel gegen den TSV Berg würdigte Moritz Koch, Geschäftsführer des FC Rottenburg, die außergewöhnliche Leistung und überreichte René Hirschka als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400. Der FC Rottenburg gratuliert René Hirschka herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und wünscht ihm für die kommenden Jahre weiterhin viele erfolgreiche sowie verletzungsfreie Einsätze. Möge er sein großes Ziel – 500 Pflichtspiele für den FCR – erreichen.

Debütierte in der 1. Mannschaft der Herren am 14. April 2012: Der mittlerweile 32-jährige René Hirschka


Bittere Niederlage an Hirschka´s Ehrentag

Der TSV Berg hat am 9. Spieltag der Verbandsliga Württemberg vor rund 200 Zuschauern einen souveränen 5:0 (3:0)-Auswärtssieg beim FC Rottenburg gefeiert und damit die Tabellenführung übernommen. Am Samstagnachmittag, den 10.10.2026 zeigte der TSV Berg im Hohenbergstadion bei herbstlichen Temperaturen seine ganze Dominanz und übernahm wie auch die letzten Gegner des FCR – bis auf Neu-Ulm – die hier auf dem Hohenberg spielten, die Tabellenführung. Die Berger Tore erzielten ihr Torhüter Andre Port mit einem langen Ball aus dem eigenen Strafraum, 2x Toptorjäger Hannes Pöschl und Markus Maurer, sowie der Kiebinger Daniel Schachtschneider. In der Tabelle rutschte der FCR von Platz 9 auf den 10. Platz ab, bleibt aber bei 9 Punkten stehen. Damit wurde auch der Ehrentag der FCR-Legende René Hirschka getrübt: Im Spiel gegen Berg absolvierte er sein 400. Pflichtspiel und rückte dadurch in der ewigen Vereinsrangliste auf den achten Platz vor.
Das klingt nach einem klassischen Fall von zu viel Risiko gegen einen abgeklärten Gegner. Wenn man gegen ein Topteam wie den TSV Berg so offen mitspielt, wird jeder Fehler im Aufbau oder in der Rückwärtsbewegung eiskalt bestraft. Der gute Start des FC Rottenburg zeigt zwar, dass der Matchplan mit zum Teil guten Chancen in der ersten Viertelstunde kurzzeitig aufging, aber ein 0:5 ist am Ende natürlich extrem bitter und deutet darauf hin, dass Berg nach dem ersten Tor die Räume eiskalt genutzt hat. Nach den Niederlagen gegen die Stuttgarter Kickers im Pokal (0:6), den TSV Oberensingen (0:5) und den FSV Hollenbach (0:4) war dies bereits der nächste bittere Rückschlag vor heimischem Publikum.
Dabei erwischte der FC Rottenburg zunächst einen vielversprechenden Start. Mit einer offensiven Ausrichtung gelang es der Mannschaft, in der ersten Viertelstunde einige gute Möglichkeiten herauszuspielen. Der gewählte Matchplan schien zunächst aufzugehen. Gegen einen abgeklärten Gegner wie den TSV Berg wurde die offensive Spielweise jedoch zunehmend zum Risiko. Sobald in der Rückwärtsbewegung oder im Spielaufbau Räume entstanden, nutzten die Gäste diese konsequent aus.
Besonders sinnbildlich für den unglücklichen Spielverlauf war die Entstehung des 0:1 in der 18. Minute. Bergs Torhüter Andre Port überraschte die Rottenburger Hintermannschaft mit einem weiten Abschlag aus dem eigenen Strafraum. Die Defensive des FCR, einschließlich Torhüter Julian Häfner, verschätzte sich bei der Flugbahn des Balles, sodass der TSV Berg früh in Führung gehen konnte. In der Folge verlor Rottenburg zunehmend an Kompaktheit und Sicherheit. Die Gäste nutzten die sich bietenden Räume eiskalt und stellten die Weichen bereits vor der Pause auf Sieg.
Der Nachmittag stand zugleich im Zeichen eines besonderen Vereinsjubiläums. René Hirschka absolvierte sein 400. Pflichtspiel im Trikot des FC Rottenburg. Vor dem Anpfiff würdigte Geschäftsführer Moritz Koch diese außergewöhnliche Leistung mit einigen persönlichen Worten und überreichte Hirschka als Dankeschön ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400. Der sportliche Verlauf konnte diesem besonderen Anlass allerdings nicht gerecht werden.
Für die Mutschler-Elf spitzt sich die Lage in der Verbandsliga damit weiter zu. Nach den erneuten Gegentoren gingen Glaube und Kompaktheit zunehmend verloren, wodurch die Partie letztlich vollständig aus der Hand glitt. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf lediglich einen Punkt geschmolzen. Zudem weist der FCR mit einer Tordifferenz von minus 16 inzwischen das drittschlechteste Torverhältnis der Liga auf – nur Balingen II und Friedrichshafen stehen in dieser Statistik noch schlechter da. Damit könnte das Torverhältnis am Saisonende erneut eine entscheidende Rolle spielen. In der vergangenen Spielzeit hatte es dem FC Rottenburg noch den Klassenerhalt gesichert.
Der TSV Berg bestätigte im Hohenbergstadion seine herausragende Form. Mit Kapitän Jonathan Hill, Abwehrchef Manuel Geiselhart, dem erfahrenen Tim Lauenroth sowie den torgefährlichen Angreifern Hannes Pöschl, Daniel Schachtschneider und Markus Maurer verfügt die Mannschaft über Qualität in allen Mannschaftsteilen. Nach neun Spieltagen stellt Berg gemeinsam mit Göppingen die beste Defensive der Liga und musste erst sechs Gegentreffer hinnehmen. Gleichzeitig erzielte der TSV bereits 28 Tore – Ligabestwert.
Unter Trainer Oliver Ofentausek bleibt Berg damit weiterhin ungeschlagen und übernahm folgerichtig die Tabellenführung. Der TSV präsentiert sich derzeit als Mannschaft der Stunde und zählt zweifellos zu den Favoriten auf die Meisterschaft. Der FC Rottenburg sollte die deutliche Niederlage daher sachlich einordnen: Berg ist aktuell kein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, sondern bewegt sich in einer anderen Tabellenregion und verfügt über eine außergewöhnliche individuelle Qualität. Für den FCR gilt es nun, die richtigen Lehren aus der Partie zu ziehen, die Defensive zu stabilisieren und in den kommenden Spielen gegen direkte Konkurrenten wieder wichtige Punkte zu sammeln.


Kurioses Tor aus dem eigenen Strafraum durch Bergs Torhüter
Das Spiel begann für den FCR vielversprechend. Die Rottenburger waren zunächst spielbestimmend und erspielten sich in den ersten 16 Minuten mehrere gute Möglichkeiten, um mit einem oder sogar zwei Treffern in Führung zu gehen. Bereits in der 3. Minute hatte Daniel Genuardi nach Vorarbeit von Luca Alfonzo die erste gute Chance. Nach einer Hereingabe über die linke Seite kam Genuardi am kurzen Pfosten zum Abschluss, scheiterte jedoch am Berger Torhüter. In der 10. Minute versuchte es Raphael Langer mit einem überraschenden Drehschuss. Sein Abschluss wurde jedoch von der Berger Abwehr geblockt. Nur zwei Minuten später kamen zunächst Alfonzo und anschließend erneut Genuardi zu weiteren Möglichkeiten – doch wieder war Bergs Keeper Endstation. Ein weiter Abwurf auf Hannes Pöschl wurde anschließend von der hoch stehenden Rottenburger Abwehr abgefangen. Dann folgte die wohl größte Chance für den FCR: Alfonzo setzte Guido Njekang mit einem hervorragenden Pass in den Lauf. Njekang marschierte allein und mit hohem Tempo auf das Berger Tor zu, verzog seinen Schuss jedoch deutlich. Bei einem sauber getroffenen Abschluss hätte Rottenburg zu diesem Zeitpunkt zwingend mit 1:0 in Führung gehen müssen.
Dann folgte die viel diskutierte 18. Minute, die wie aus dem Nichts die 0:1-Führung für Berg brachte. Bis dahin konnte FCR-Trainer Marc Mutschler durchaus zufrieden sein: „Wir hatten mehr Ballbesitz und waren in der Anfangsphase die bessere Mannschaft.“ Doch dann ereignete sich ein außergewöhnliches Tor: Bergs Torhüter Andre Port bemerkte, dass FCR-Keeper Julian Häfner weit vor seinem Tor stand. Auch die gesamte Rottenburger Abwehr war weit aufgerückt. Port fasste sich daraufhin aus dem eigenen Fünfmeterraum ein Herz und überwand Häfner mit einem Distanzschuss. Bergs Stürmer Hannes Pöschl setzte dem Ball noch nach, schaute letztlich aber nur zu, wie dieser über die Torlinie rollte. Theoretisch hätte Pöschl den Treffer noch selbst erzielen um damit sein Torkonto weiter auszubauen. „Das war der Dosenöffner gegen Rottenburg“, bilanzierte Bergs Kapitän Jonathan Hill.
Nach diesem kuriosen Treffer musste sich der FCR zunächst sammeln. Auch die Zuschauer im Stadion waren sichtlich überrascht. Berg nutzte die entstandene Unsicherheit und erhöhte in der 24. Minute auf 0:2. Ein Konter über die rechte Seite brachte die Rottenburger Hintermannschaft erneut in Bedrängnis. Die Hereingabe ins Zentrum nahm Pöschl an und legte auf Markus Maurer ab. Dieser zögerte nicht lange und schob mit seinem achten Saisontreffer aus 15 Metern zum 0:2 ein.
Rottenburg zeigte sich jedoch weiterhin bemüht. In der 27. Minute nahm Luis Kalbacher einen Freistoß von Oeschger volley, setzte den Ball aber am Tor vorbei. Sieben Minuten später scheiterte Maxime Ackermann, der nach seiner Rotsperre von den FCR-Fans schmerzlich vermisst worden war, nach einem Lauf über die linke Seite am Berger Torhüter. Der FCR hatte seine Möglichkeiten, agierte vor dem Tor jedoch unglücklich. Insgesamt entwickelte sich ein intensiv geführtes Spiel mit zahlreichen hektischen Phasen. Die Berger Defensive wirkte dabei durchaus anfällig, doch Rottenburg konnte die Unsicherheiten in der gegnerischen Hintermannschaft nicht konsequent ausnutzen.
Von Berg waren bis dahin nur wenige nennenswerte Offensivaktionen zu sehen. Auf Rottenburger Seite scheiterte René Hirschka in der 43. Minute nach einer Flanke von Behr per Kopf. Und dann wurde der FCR erneut in einem denkbar ungünstigen Moment bitter bestraft: In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte der Kiebinger Daniel Schachtschneider nach einer Kombination mit Hannes Pöschl das 0:3 für Berg. Gemessen am Spielverlauf fiel die Führung der Gäste zur Halbzeit deutlich zu hoch aus. Doch Fußball kann manchmal grausam sein. Kurz darauf beendete Schiedsrichter John Köber aus Stuttgart, der die Partie insgesamt souverän leitete, die erste Halbzeit.


Zweite Halbzeit ganz im Zeichen von Hannes Pöschl
Marc Mutschler reagierte zur Halbzeit und nahm zwei Wechsel vor. Für den angeschlagenen Kapitän Leon Oeschger kam Neuzugang Max Ilijan Varivoda ins Spiel. Der Mittelfeldspieler verfügt über Oberliga-Erfahrung beim SC Velbert und soll sich nach längerer Verletzung zunächst bei unserer „Zwoiden“ wieder in Form bringen. Zudem ersetzte Julian Kiesecker Raphael Langer.
Wie bereits im ersten Durchgang war der FC Rottenburg trotz des 0:3-Rückstands zunächst die spielbestimmende Mannschaft. Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus. Denn Fußballspiele werden letztlich durch Tore entschieden – und die erzielte an diesem Nachmittag bislang ausschließlich der TSV Berg. Klar war die Möglichkeit vorhanden nach der Halbzeit ein frühes 1:3 zu machen. Solltet es uns gelingen die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit dann Anschluss zu erzielen, dann wird es schon noch mal spannend. Dann kommt evtl. bei Berg noch mal Unruhe rein, aber das war jetzt nicht der Fall.
In der 59. Minute, bis dahin war die zweite Halbzeit ohne nennenswerte Höhepunkte verlaufen, brachte Luis Kalbacher den Berger  Mittelfeldspieler Tim Lauenroth, Neuzugang vom Oberligisten FV Ravensburg, im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Köber zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Eine Aufgabe für den auffälligsten Spieler der Partie und Bergs Top-Torjäger Hannes Pöschl. Doch Rottenburgs Torhüter Julian Häfner, der bekanntlich als Elfmeterkiller gilt, parierte Pöschls halbhoch nach rechts getretenen Versuch souverän.
Kurz darauf reagierte der FCR erneut und brachte in der 62. Minute Loris Zettel für Alfonzo sowie Johannes Bastians für Kalbacher. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts – im Gegenteil: In der 70. Minute setzte sich Tim Lauenroth auf der rechten Seite stark durch und spielte den Ball scharf und flach in die Mitte. Pöschl nahm die Hereingabe am ersten Pfosten direkt und hämmerte den Ball ins kurze Eck zum 0:4. Nur drei Minuten später rutschte ein Berger Spieler – vermutlich erneut Pöschl – nach einem Flachpass an den zweiten Pfosten in den Ball, setzte diesen diesmal jedoch deutlich über das Tor. Die Szene verdeutlichte dennoch, dass man die gefährliche Berger Offensive zu keiner Zeit aus den Augen verlieren durfte.
Nach einem nicht konsequent ausgespielten Konter der Gäste kam der FCR in der 84. Minute zu drei Eckbällen in Folge. Dabei geriet die Berger Hintermannschaft noch einmal unter Druck, doch der verdiente Ehrentreffer blieb den Rottenburgern verwehrt. In der 90. Minute machte Hannes Pöschl schließlich den Deckel drauf. Nach einem Pass in die Tiefe ließ er sich die Chance im direkten Duell nicht nehmen und erzielte das 0:5 für den TSV Berg. Kurz vor dem Abpfiff kam Lukas Behr nach einer Ecke von Ackermann noch einmal zu einer guten Möglichkeit, den Ehrentreffer zu erzielen. Doch an diesem Nachmittag und gegen diesen starken Gegner sollte es einfach nicht sein. Wenig später beendete Schiedsrichter Köber von der SRG Stuttgart die Partie.

Fazit
Der FC Rottenburg erlebte im Heimspiel gegen den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter TSV Berg einen äußerst bitteren Nachmittag. Mit einer offensiven und mutigen Ausrichtung wollte der FCR von Beginn an Akzente setzen, wurde für die dabei entstehenden Räume jedoch konsequent bestraft.
Der TSV Berg stabilisierte nach anfänglichen Schwierigkeiten seine Defensive, übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spiel und nutzte die sich bietenden Möglichkeiten äußerst effizient. Am Ende musste sich der FC Rottenburg deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Durch die Niederlage des 1. Göppinger SV bleibt der TSV Berg weiterhin ungeschlagen und übernahm erstmals seit dem 23. August 2025 wieder die Tabellenführung. Überragender Akteur der Partie war Hannes Pöschl, der an sämtlichen fünf Treffern des TSV beteiligt war.
Für die Mannschaft von Marc Mutschler war es bereits die vierte Niederlage in Folge. In der Verbandsliga Württemberg richtet sich der Blick damit zunehmend auf die unteren Tabellenregionen. Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Freitag, 16. Oktober 2026. Dann gastiert der FC Rottenburg um 19:30 Uhr beim SKV Rutesheim. Wir sollten dringend punkten. sonst wird es ähnlich wie letztes Jahr und wir können nicht davon ausgehen, wieder so eine überragende Rückrunde zu spielen. Doc auch Rutesheim kämpft um wichtige Punkte, sodass die Begegnung zu einem richtungsweisenden Duell im Tabellenkeller werden dürfte.


Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Wir starteten super ins Spiel und haben gute Ballbesitzphasen sowie mehrere Aktionen im und um den Sechzehner von Berg. Leider verpassen wir es, wie so oft, aus unseren Aktionen etwas Zählbares mitzunehmen. Durch einen sehenswerten Treffer des Torspielers aus Berg sowie einen individuellen Fehler unsererseits geraten wir mit 0:1 in Rückstand. Ab diesem Zeitpunkt waren wir wie in Schockstarre, verloren unseren Spielfluss und fanden nicht mehr richtig ins Spiel. Der Treffer kurz vor der Halbzeit war zeitlich ebenfalls sehr bitter und leitete letztlich die Niederlage ein. Für uns gilt es nun, uns an die eigene Nase zu fassen und in den verbleibenden sechs Spielen alles reinzuwerfen, um das Ruder herumzureißen.

Pressestimmen

Tor des Jahres leitet 0:5 ein
Artikel lesen | Martin Körner am 12.10.2026 | Südwest Presse/ Schwäbisches Tagblatt
Torwart Andre Port schießt das Tor des Jahres
Artikel lesen | Thorsten Kern am 10.10.2026 | Schwäbische/ Bezirk Oberschwaben
Torwart trifft aus 90 Metern
Artikel lesen | 12.10.2026 | Reutlinger General-Anzeiger

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – René Hirschka, Raphael Langer (46. Kiesecker), Ruben Nyanga, Lukas Behr, Leon Oeschger (C) (46. Varivoda), Luis Kalbacher (64. Bastians), Daniel Genuardi (64. Gruhonjic), Luca Alfonzo (62. Zettel), Maxime Ackermann, Gaildonald Chefor Njekang
Auswechselbank FC Rottenburg:
Nick Gutekunst, Fazli Krasniqi – Johannes Bastians, Loris Zettel, Melvin Gruhonjic, Julian M. Kiesecker, Max Ilijan Varivoda, Daniel Metzger
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Andre Port (18.)
0:2 Markus Maurer (24.)
0:3 Daniel Schachtschneider (45.+2)
0:4 Hannes Pöschl (70.)
0:5 Hannes Pöschl (90.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Dr. John Köber (ABV Stuttgart, Schiedsrichtergruppe Stuttgart, Spielklasse: Verbandsliga)
Schiedsrichter-Assistenten:
Stephan Nerlich (TSV Heumaden)
Eyüp Alperen Keles (TSV Steinhaldenfeld)
Gelbe Karten: 2 / 3
Rote Karten: – / –
Besondere Vorkommnisse: 
Julian Häfner (FCR) hält in der 60. Minute einen von Hannes Pöschl (Berg) geschossenen Foulelfmeter. 
Zuschauer: ca. 200

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Weiter geht es mit der Mutschler-Elf bereits am kommenden Freitag, den 16.10.2026, mit der Auswärtspartie beim Aufsteiger und Tabellenzwölften SKV Rutesheim. Gespielt wird auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Bühl in Rutesheim. Spielbeginn ist abends um 19:30 Uhr. Unparteiischer der Partie ist Oberliga-Schiedsrichter Achim Mauz vom TSV Harthausen/Scher aus der Schiedsrichtergruppe Zollern-Balingen.

Nach Spielerverabschiedungen schlägt die Hirschka-Truppe den TSV Berg 2:1



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 33. Spieltag
Datum: Samstag, 30.05.2026 | 15:30 Uhr
Spielort: Hohenbergstadion Rottenburg (Rasenplatz)

Das Spiel wurde präsentiert von…


Auf dem Bild von links nach rechts: Hermann Steur (1. Vorsitzender), Daniel Angerer, Maximilian Blesch, Jan Baur, Moritz Koch (Geschäftsführer und Sportlicher Leiter Herren)


FCR bewahrt Traum vom Klassenerhalt

Der FCR, ohne seinen urlaubenden Coach Marc Mutschler, konnte auch ersatzgeschwächt den geforderten Sieg gegen ein Topteam der Liga einfahren und somit den Überraschungssieg aus dem Hinspiel wiederholen. Mit 2:1 (1:0) besiegte man auf dem hervorragend präparierten Rasenplatz im Rottenburger Hohenbergstadion das stärker eingeschätzte Team des TSV Berg durch die Tore und Geniestreich von Lennis Eberle (38.) und der Abgebrühtheit von Raphael Langer (77.), nach einem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Anlässlich des letzten Heimspiels der Saison und im Rahmen des 2. Familientages begrüßte der FCR knapp 300 begeisterte Zuschauer, darunter zahlreiche ehemalige FCR-Legenden. Im Vorfeld der Partie wurden zudem zwei langjährige Mannschaftsikonen offiziell verabschiedet: Jan Baur und Max Blesch, die jeweils 22 Jahre im Trikot des FCR aktiv waren, sowie Daniel Angerer, der den Verein über drei Spielzeiten repräsentierte.
Nach dem Einmarsch der beiden Mannschaften, angeführt vom Regionalliga-Schiedsrichter Tobias Huthmacher vom FC Wangen, gefolgt von den Teams sowie dem „Sparbär“ unseres Präsentationspartners, der Kreissparkasse, wurden mehrere Spieler des FC Rottenburg von Geschäftsführer Moritz Koch und dem ersten Vorsitzenden Hermann Steur feierlich verabschiedet. In eindrucksvollen und zugleich emotionalen Worten würdigte Moritz Koch sowohl die anwesenden als auch die abwesenden Spieler – insgesamt sechs – und ehrte sie für ihre langjährigen Verdienste.
Jan Baur und Max Blesch nach 22 Jahren verabschiedet
Ein etwa fünf Meter langer Banner kündigte die Verabschiedung von Jan Baur an, auf dem zu lesen war: „Du kamst als Bua und gehst als Legende. Danke Jan“. Der 33-jährige Außenverteidiger beendet nach 22 Jahren beim FC Rottenburg seine Laufbahn und wechselt zurück zu seinem Heimatverein SV Hirrlingen, wo er seine Karriere ausklingen lassen wird. Baur kickte ohne Unterbrechung seit der C-Jugend beim FC. Ebenfalls nach 22 Jahren beim FC Rottenburg schließt Max Blesch seine beeindruckende Karriere ab. Vom Beginn bei den Bambini über Stationen in der B- und A-Jugend beim SSV Reutlingen, Stuttgarter Kickers und beim TuS Ergenzingen führte sein Weg zurück zum FC, wo er nach der Rückkehr vom SV Hirrlingen seit 2021 das Tor hütete. Wir wünschen beiden Spielern alles Gute für ihre Zukunft. Sie sorgten u.a. für das Wir-Gefühl, waren selbst starke Charaktere und sorgten im Team immer für Stimmung.
Darüber hinaus wurden Daniel Angerer (Wechsel zum TSV Frommern) und Stefan Seidel (Wechsel zum TSV Gomaringen) für jeweils drei Jahre, sowie Maximilian Biesinger (Wechsel zum SV Nehren) und Dario Bedic (Karriereende) für jeweils zwei Jahre engagierten Einsatz gedankt und verabschiedet. Allen Spielern wünschen wir weiterhin viel Erfolg und alles Gute. Am 14. Juni werden alle scheidenden Spieler im Rahmen der Saisonabschlussfeier offiziell noch mit Präsenten geehrt und verabschiedet.
FC Rottenburg als geschlossene Einheit erfolgreich
„Es bereitete großen Spaß, den Jungs heute zuzusehen“, äußerten viele fachkundige Zuschauer nach dem Spiel. Die Mannschaft präsentierte sich im Duell gegen den TSV Berg nervenstark und als geschlossenes Einheit – trotz der herben Niederlage am vergangenen Wochenende und dem Fehlen von Votentsev und der beiden Kapitäne Oeschger und Behr. Das Spiel verlief ausgeglichen, wobei der FC Rottenburg aufgrund der klareren Torchancen letztlich als verdienter Sieger hervorging. Nach der enttäuschenden Pleite der Vorwoche war die Mannschaft hochmotiviert und ging auch bei den anspruchsvollen äußeren Bedingungen an ihre Leistungsgrenzen.
Trainer Marc Mutschler, der sich aktuell mit seiner Familie in Italien-Urlaub befindet, stand bis zum Anpfiff in regelmäßigem Kontakt mit seinem spielenden Co-Trainer René Hirschka sowie den Interimstrainern Andreas Bader und Klaus Schiebel. Nach dem Rückschlag wurde der Fokus im Training wieder auf grundlegende Elemente wie Passgenauigkeit und Zweikampfhärte gelegt. Die Rückkehr zu einer einfachen, aber konzentrierten Spielweise erwies sich gerade unter den vorherrschenden Temperaturen als entscheidend und zeigte am Samstag Wirkung.
Die Mannschaft hat sich wie versprochen rehabilitiert, mentale Stärke bewiesen, taktische Disziplin gezeigt und eine gezielte Regeneration erfolgreich gemeistert. So gelang es, drei wichtige Punkte im Abstiegskampf zu sichern. Mit einem weiteren Sieg am letzten Spieltag beim SSV Ehingen-Süd kann der Klassenerhalt aus eigener Kraft realisiert werden. Die aktuelle Siegesserie von vier Spielen in Folge hat die rechnerische Hoffnung auf den Verbleib in der Verbandsliga eindrucksvoll am Leben erhalten.
Unsicherer Klassenerhalt trotz 41 Punkten
Es ist bemerkenswert, dass der FC Rottenburg trotz 41 Punkten weiterhin um den Klassenerhalt bangen muss. Dies sollte Anlass für den Württembergischen Fußball-Verband (WFV) sein, die aktuelle Ligareform kritisch zu hinterfragen. Eine Aufstockung der Liga auf 18 oder 19 Mannschaften oder die Einführung einer Nord- und Süd-Verbandsliga könnte hier Abhilfe schaffen. Dass ein Team mit 41 Punkten dennoch absteigen könnte, ist historisch nahezu beispiellos. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 reichten 41 Zähler stets sicher für den direkten Verbleib in der Liga. Es wäre bedauerlich, wenn der FC Rottenburg mit 41 beziehungsweise 44 Punkten aus seiner ersten historischen Verbandsliga-Saison absteigen müsste.


Erste Halbzeit: FCR zeigt defensive Stabilität und setzt gefährliche Nadelstiche
Die Begegnung begann aufgrund der Verabschiedungen mit fünfminütiger Verspätung und einer großen Intensität, wobei der TSV Berg aufgrund der aktuellen Tabellensituation keinerlei Nachlässigkeit zeigte und dem FCR alles abverlangte. Bereits in der zweiten Minute kam es zu einer vielversprechenden Szene für den FCR, als Jakob Bader im Strafraum der Bergener durch einen Zweikampf mit einem Pressschlag knapp eine Führung verpasste. In der sechsten Minute prallten René Hirschka und der junge TSV-Keeper Andre Port derart heftig zusammen, dass beide kurzzeitig behandelt werden mussten, jedoch das Spiel fortsetzen konnten.
Der FCR dominierte weiterhin die Partie und erspielte sich in der zwölften Minute die nächste Chance: Raphael Langer leitete einen schnellen Konter über die linke Seite ein und legte den Ball zentral auf Moritz Rohrer ab, welcher sich mit einem Drehschuss versuchte, jedoch am Bergener Schlussmann scheiterte. Nach einem direkt aufs Tor zielenden Freistoß des FCR in der 14. Minute gelang es dem TSV Berg erstmals, nach circa einer Viertelstunde gefährlich vor das Rottenburger Tor zu gelangen. Ein voreilig abgegebener Schuss aus der linken Angriffsseite verfehlte jedoch das Ziel deutlich, sodass eine vielversprechende Gelegenheit auf den freistehenden Mitspieler vergeben wurde.
Im Anschluss leitete der TSV Berg eine Serie von Eckstößen ein, die letztlich jedoch erfolglos blieben und im Abstoß für den FCR endeten. In der Folgezeit verpasste der FCR mehrfach die Führung. So konnte der Bergener Torhüter in der 20. Minute einen Distanzschuss von Aaron Leyhr aus rund 20 Metern mit einer herausragenden Parade entschärfen. Eine Kopfballchance von Eberle verfehlte in der 26. Minute knapp das Tor. In der 30. Minute wurde ein Pass von Langer auf Bader gefährlich, doch dessen Abschuss aus circa 25 Metern ging deutlich über das Tor. Im weiteren Verlauf kam es zu einer brenzligen Szene, als der TSV-Keeper beinahe ein Eigentor verursachte, nachdem Eberle den Ball scharf von rechts in den Strafraum brachte (34.). Kurz danach vergab Hirschka in der 36. Minute eine weitere Kopfball-Großchance, als er vom Elfmeterpunkt nach einer Ecke von Leyhr am Torwart scheiterte.
Nach mehreren vergeblichen Möglichkeiten erzielte der FC schließlich in der 38. Minute die verdiente Führung: Leyhr spielte auf Rohrer, der den Ball halblinks auf Eberle weiterleitete. Dieser drehte sich geschickt um die eigene Achse und traf mit einem platzierten Linksschuss ins lange Eck zum 1:0. Ein bemerkenswerter Treffer aus nahezu unmöglicher Position, bei dem der Torhüter vermutlich eine Hereingabe erwartete, Eberle jedoch den direkten Abschluss wählte. Diese herausragende Aktion unterstrich die starke Leistung des Spielers.
Das Spiel war in der ersten Halbzeit geprägt von zahlreichen intensiven Zweikämpfen, die jedoch kaum zu weiteren klaren Torgelegenheiten führten. Beide Mannschaften zeigten sich engagiert und schenkten sich wenig. Schiedsrichter Tobias Huthmacher, der normalerweise in der Regionalliga tätig ist, leitete die Partie souverän und schickte die Teams nach zwei Minuten Nachspielzeit zu einem bis dahin sehr unterhaltsamen, sehr fairen (null gelbe Karten) und niveauvollen Spiel in die Pause.


Zweite Halbzeit: Berg agierte mit hohem Pressing, wodurch sich Konterchancen ergaben
Die zweite Halbzeit gestaltete sich ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten. Die beiden Toptorjäger des TSV Berg, Hannes Pöschl und Daniel Schachtschneider aus Kiebingen, wurden durch Hirschka beziehungsweise Heberle weitestgehend aus dem Spiel genommen. Für den FCR begann die zweite Hälfte vielversprechend: Bereits in der 46. Minute setzte Leyhr einen Torschuss, gefolgt von einer blitzschnellen Aktion von Eberle in der 47. Minute. Nachdem Berg im Mittelfeld den Ball verlor und der gegnerische Torwart zu weit vor dem Tor stand, versuchte Eberle einen Fernschuss aus etwa 35 Metern aufs leere Tor, den der Keeper jedoch gerade noch entschärfen konnte.
Nach weniger als vier gespielten Minuten der zweiten Hälfte leitete Manuel Weber einen weiten Pass aus der eigenen Hälfte auf Eberle ein, der jedoch unmittelbar vor dem Tor unglücklich den Ball verspringen ließ – eine verpasste Gelegenheit zum 2:0. Die anschließenden Chancen blieben weiterhin beim FC: In der 52. Minute verpasste Moritz Rohrer nach einer Flanke von Eberle von links den sicheren Treffer, als er den Ball volley übers Tor schoss. Unter Zeitdruck traf Rohrer in Sekundenbruchteilen diese Entscheidung, weshalb man diesen Fehlschuss bedauern muss.
Im Anschluss daran nahm Athletikcoach Andi Bader in der 53. Minute einen Wechsel vor: Ali Hamdar ersetzte den ausscheidenden Jan Baur, der vom Publikum mit langanhaltendem Applaus verabschiedet wurde – ein emotionaler Moment für eine FC-Legende. In der 57. Minute meldete sich Berg erstmals offensiv zurück und testete Häfner mit einem Distanzschuss aus rund 40 Metern, den dieser sicher parierte.
Nach einem Schuss von Rohrer in der 58. Minute setzte Berg für etwa fünf Minuten zu einer starken Offensivphase an. Einen Schlenzer in der 60. Minute lenkte Häfner sicher zur Ecke, zwei Minuten später unterband eine Abseitsstellung zweier Berg-Spieler einen weiteren Angriff. In der 65. Minute glänzte Häfner erneut mit einer spektakulären Parade gegen einen straffen Schuss.
In der 66. Minute wurde Luca Alfonzo für Bader eingewechselt, der sich mit einigen vielversprechenden Aktionen gut ins Spiel integrierte. Sieben Minuten später beeindruckte Hirschka mit einer Weltklasse-Rettung zur Ecke; sein gesamtes Spiel zeugte von einer herausragenden Form. In der 74. Minute prüfte Pöschl erneut Häfner, der den Ball sicher klären konnte.
In der 76. Minute kam es zu einem heftigen Zusammenprall zwischen Pöschl und Häfner im Strafraum des FCR, woraufhin Schiedsrichter Huthmacher einen Strafstoß für Berg verhängte – eine Entscheidung, die lautstark unter den Zuschauern vielfach als Fehlentscheidung gewertet wurde, da Pöschl offenbar Häfner ins Kreuz sprang. Der erfahrene TSV-Kapitän Julian Karg verwandelte den Elfmeter souverän flach ins linke Eck zum Ausgleichstreffer.
Der FCR antwortete prompt: Alfonzo eroberte den Ball an der Eckfahne, spielte präzise in die Mitte auf Langer, der eiskalt und abgeklärt zum 2:1 einschoss. Diese Führung war nicht nur gerecht, sondern auch hochverdient. Kapitän Nick Heberle machte dann in der 80. Minute Platz für Loris Zettel, wobei die Kapitänsbinde zunächst an Eberle weitergereicht wurde. In der 81. Minute erhielt schließlich Manuel Weber erstmals in der Verbandsliga die Ehre die Binde übergestreift zu bekommen, während Maxime Ackermann für Eberle eingewechselt wurde.
Alfonzo versuchte in der 86. Minute eine spektakuläre Aktion à la Michael Olise, jedoch ohne Erfolg – sein schwacher Schuss stellte keine Gefahr für den Torhüter dar. Zwei Minuten später kombinierten Alfonzo und Ackermann ansprechend, scheiterten jedoch jeweils an der Abwehrreihe, zeigten jedoch vielversprechende Ansätze. In der ersten Minute der Nachspielzeit wurde Anton Jansen für Rohrer eingewechselt, doch weitere Spielaktionen blieben aus.
Nach insgesamt drei Minuten Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Tobias Huthmacher die Partie, der in der zweiten Halbzeit vereinzelt umstrittene Entscheidungen traf, darunter den erwähnten Strafstoß.
Jan Baur wurde von seinen Fans und der Mannschaft würdevoll mit rot-weißen Bengalos und Sprechgesängen verabschiedet. Die emotionale Szene, in der Baur von seinen Teamkameraden hochgehoben wurde, erzeugte Gänsehautmomente. Im Anschluss feierten Spieler und Anhänger insbesondere den Abschied von Jan Baur und Max Blesch.
Fazit
Der errungene Sieg stellt einen entscheidenden Impuls für das Selbstvertrauen dar, um am letzten Spieltag in Ehingen-Süd mit einem weiteren Erfolg den eventuellen Klassenerhalt endgültig zu sichern. Der Sieg gegen Berg war verdient, was auch Patrick Singrün, Co-Trainer und Interimscoach von Berg und Vertreter des Cheftrainers Oliver Ofentausek bestätigte. Die Statistik untermauert die Überlegenheit des FCR: Mit 17:9 Torschüssen und 9:3 Großchancen lag der FCR klar vorn. Am kommenden Samstag kommt es in Ehingen-Kirchbierlingen an der Donau zum entscheidenden Duell um den Klassenerhalt. Weiterführende Informationen zu den Abstiegs- und Verbleibskonstellationen sind in der lokalen Presse zu entnehmen. Der FCR würde sich in Ehingen auf zahlreiche rot-weiße Unterstützung sehr freuen.

Stimmen zum Spiel

René Hirschka, Co-Spielertrainer FC Rottenburg
Das Spiel gestaltete sich zwar ohne unsere beiden Kapitäne und dem abwesenden Cheftrainer erstmal ungewohnt, jedoch gelang es uns durch sorgfältige Planung und Abstimmung im Vorfeld, die Weichen frühzeitig in die gewünschte Richtung zu stellen. Unser Matchplan sah vor, zunächst abwartend zu agieren und keine unnötigen Räume in unserer Verteidigungszone zuzulassen. Dies wurde durch eine disziplinierte Mannschaftsleistung aller Spieler erfolgreich umgesetzt. Im weiteren Verlauf setzten wir gezielt Nadelstiche und konnten so unsere Chancen konsequent nutzen. Lennis Eberle erzielte daraufhin herausragend das 1:0. Anschließend blieben wir weiterhin dominant, versäumten es jedoch, unsere Führung auszubauen. Nach einem Elfmeter mussten wir kurzzeitig um den Erfolg bangen, reagierten jedoch unmittelbar mit einem hervorragend herausgespielten Tor von Raphi Langer zum 2:1. Die Mannschaft zeigte anschließend große Leidenschaft und brachte das Spiel souverän zu Ende. Somit haben wir den Sieg in dieser Partie verdient errungen. Auch die Einwechslungen und Verabschiedungen präsentierten sich ausgezeichnet, wobei alle Akteure ihr volles Engagement einbrachten.


Pressestimmen

Der FC Rottenburg darf weiterhin vom Klassenverbleib träumen
Artikel lesen | Gregor Steiner am 31.05.2026 | Schwäbisches Tagblatt
Rottenburg hält dem Druck stand
Artikel lesen | Gregor Steiner am 01.06.2026 | Neckar-Chronik
Karg trifft in seinem letzten Spiel für den TSV Berg
Artikel lesen | Nico Brunetti am 31.05.2026 | Schwäbische Zeitung / Regionalsport Oberschwaben

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)

Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Raphael Langer, René Hirschka, Jan Baur (53. Hamdar), Lennis Eberle (81. Ackermann), Nick Heberle (C) (80. Zettel), Jakob Bader (68. Alfonzo), Moritz Rohrer (90.+1 Jansen), Manuel Weber, Julian M. Kiesecker, Aaron Leyhr
Auswechselbank FC Rottenburg:
Maximilian Blesch, Fazli Krasniqi – Loris Zettel, Anton Jansen, Daniel Angerer, Ali Hamdar, Luca Alfonzo, Maxime Ackermann
Trainerbank FC Rottenburg:
Co-Spielertrainer René Hirschka, Athletiktrainer Andreas Bader, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
1:0 Lennis Eberle (38.)
1:1 Julian Karg (76, Strafstoß)
2:1 Raphael Langer (77.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter (Regionalliga):
Tobias Huthmacher (FC Wangen, Schiedsrichtergruppe Wangen)
Schiedsrichter-Assistenten:
Alessandro Winter (SV Herbertingen)
Nico Knödler (FC Ostrach)
Gelbe Karten: -/-
Besondere Vorkommnisse: 
Das Spiel begann mit einer Verspätung von fünf Minuten, da sechs Spieler des FC Rottenburg verabschiedet wurden.
Zuschauer: ca. 300

Ausblick Herren 1. Mannschaft

In der Verbandsliga geht es weiter mit dem 34. und letzten Spieltag am Samstag, den 06.06.2026 und dem Auswärtsspiel beim Tabellen-13. SSV Ehingen-Süd. Spielbeginn auf dem Rasenplatz im Sportzentrum Kirchbierlingen bei Ehingen an der Donau ist am 15:30 Uhr. Das Spiel wird geleitet von Verbandsliga-Schiedsrichter Matthias Wituschek vom TSV Erbach aus der Schiedsrichtergruppe Ulm/Neu-Ulm.