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FCR nutzt seine Außenseiterchance gnadenlos und gewinnt beim TSV Berg 2:1



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 16. Spieltag
Datum: Samstag, 15.11.2025 | 14:30 Uhr
Spielort: RAFI-Stadion Berg/Schussental-Ettishofen (Rasenplatz)

FCR als Underdog bringt Favorit zu Fall

Die Mutschler-Elf konnte ein weiteres Mal auf fremden Platz überraschen und brachte den Tabellendritten TSV Berg im eigenen RAFI-Stadion beim 1:2 (0:1)-Auswärtssieg den zu Fall. Vor der tollen Kulisse von gut 300 Zuschauern meldete sich der FCR mit dem zweiten Sieg in Folge nach einer langen Negativ-Serie eindrucksvoll zurück. Die Rottenburger Tore zur 1:0-Führung per Strafstoß erzielten Lukas Behr mit seinem 7. Saisontreffer, sowie Maxime Ackermann zum 2:0 mit seinem 4. Saisontor, nachdem man gut 80 Minuten in Überzahl spielte. In der Tabelle verabschiedete sich der FCR wieder von den Abstiegsplätzen und positioniert sich mit nun 16 Punkten auf dem 11. Platz. Der nächste Gegner SSV Ehingen-Süd verlor sein letztes Spiel gegen den SV Fellbach, setzte aber in seinen letzten drei Auswärtsspielen mit drei Siegen in Folge ein Ausrufezeichen. Auf den FCR wartet am Samstag also eine große Herausforderung.
Aufsteiger FCR überrascht Titelfavoriten. Ja, man darf gerne von einer Überraschung sprechen, denn als Aufsteiger konnte man nicht nur mithalten, sondern auch das vermeintlich stärkere Team am Ende auch verdient besiegen, zudem brachte man den Dritten der Verbandsliga nach der dritten Saisonniederlage gehörig ins Schwitzen sowie ins Grübeln und das muss eine Mannschaft erstmal schaffen, denn Bergs Coach Oliver Ofentausek war sicht- und hörbar stinksauer auf sein Team. Der Sieg gibt dem Aufsteiger um Coach Marc Mutschler viel Selbstvertrauen für die weiteren Spiele und könnte ihn zu einem ernsthaften Anwärter auf den Klassenerhalt machen. Die Favoritenrolle des geschlagenen Teams aus Berg um den ehemaligen Oberliga-Topstürmer und Kiebinger Daniel Schachtschneider wird nun in Frage gestellt, was die Liga spannender macht.
Rohrer macht in Berg die 100 voll
Der TSV Berg brachte unserem Mittelfeld-Motor Moritz Rohrer Glück. Warum? Rohrer bestritt in Berg beim unerwarteten 2:1-Sieg sein 100. Pflichtspiel im Trikot des FC Rottenburg. Dabei erzielte “Mori“ immerhin 10 Tore. Wir sagen Glückwunsch Moritz Rohrer auf die nächsten 100 Spiele!
Mit seinem dritten Auswärtssieg und nach zuletzt acht sieglosen Spielen in der Verbandsliga, startet der FCR nun mit dem zweiten Sieg in Folge zudem eine positive Serie. Es hat nun jeder verstanden, daß der Zeiger ja fast schon fünf nach 12 zeigte, doch mit enormen Willen und einer eingeschworenen Teamleistung meldet sich der FCR zurück und bestand nun endgültig seine eigene Verbandsligaprüfung, indem man erneut einen Topfavoriten ärgern und dieses Mal auch schlagen konnte. Die Spieler verdienen sich nun endgültig den Stempel „Verbandsligatauglich“. Die Mannschaft zeigte in der Schlussphase Charakter sowie Kämpferherz, nachdem man die Berg-Schlussoffensive erfolgreich bewältigte.
FCR von Beginn an spielbestimmend
Der Maschinenraum des FCR wurde neu justiert und eingestellt. Die Jungs hatten nach dem Sieg gegen Schwäbisch Hall einfach wieder Bock zu gewinnen. Der FC ergriff von Beginn an die Initiative, nachdem Berg gleich in der 1. Minute aus einem Meter zu einer Riesenchance kam und den Ball am Tor vorbeischoss. Ein “Hallo wach“ ging durch die Reihen der Mannschaft und war nun konzentrierter bei der Sache.
Die erste große Chance für den FCR hatte Ackermann, der in der 10. Minute knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Der FC blieb die spielbestimmende Mannschaft und kam in der 15. Minute zur nächsten hochkarätigen Chance. Dann die 17. Minute die alles ändern sollte. Denn Lukas Behr wurde auf dem Weg zum Tor vor dem Strafraum mit einer klaren Notbremse von Bergs Innenverteidiger Julian Klein gestoppt, der von Schiedsrichter Alexander Rösch aus Wangen die Rote Karte erhält. Fortan spielte der FCR mit einem Mann mehr. Der FC nutzte nun die Überlegenheit und zog sein Spiel über die Breite. Votentsev köpfte dann in der 24. Minute zurück zu FCR-Keeper Julian Häfner und brachte diesen dabei in Bredouille, als Mister Zuverlässig an Häfner vorbei köpft. Der Ball rollte Richtung Eigentor, doch Häfner konnte die Kugel noch mit letztem Einsatz von der Linie kratzen. Kurzer Schreckmoment bei den Roten.
In der 35. Minute wurde dem FCR dann ein Strafstoß zugesprochen, als Behr klar gefoult wurde. Klarer Elfmeter. Der Gefoulte Behr übernahm die Riesen-Verantwortung und schoss selber, nachdem sich TSV-Keeper Andre Portin für eine Ecke entschied, schoss Behr flach und abgezockt in die Mitte. 1:0 für den FCR in der 35. Minute. Was war denn hier los mitten in Oberschwaben.
Dann war Pause. Schiri Rösch pfiff pünktlich zur Halbzeit. Berg versuchte es nach dem 0:1 nur noch mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Die Führung für den FCR war klar verdient.


Spannende Schlussphase mit mehreren Unterbrechungen
Beide Mannschaften kommen unverändert aus der Pause. Der FCR meldete sich mit einem Torschuss von Anton Jansen in der 46. Minute gleich an, sich auch mit einer Führung nicht verstecken zu wollen, doch das Spiel plätscherte so dahin, ohne Höhepunkte. Berg ideenlos.
Es folgte die 58. Spielminute: Ackermann zog mit seiner linken Klebe von der linken Strafraumgrenze einfach mal ab und traf zur 2:0-Führung für den FCR. Der Ball schlug am rechten Innenpfosten ein, berührte den linken Innenpfosten und trudelte dann ins Tor. Klasse Tor von Maxime, einem unserem Nachwuchshoffnungen, der sich immer mehr heimischer fühlt und so auch von Spiel zu Spiel stärker wird. Der 18-jährige entwickelte sich klar zum Startelfspieler.
Postwendend – nun, vier Minuten später in der 62. Minute – kam prompt die Antwort vom Gastgeber aus Berg. Nach einem harmlosen Berger Angriff kriegen wir den Ball nicht geklärt, der ehemalige Junioren-Bundesligaspieler Markus Maurer kam an den Ball und vollendet und es stand nur noch 1:2. Es wurde nun spannend und unterhaltsam, ein unglaubliches Spiel. Die Gastgeber sind trotz den Anschlusstreffers total frustriert und der FCR macht es echt toll, konzentriert und abgeklärt.
Dann die 70. Minute. Jakob Bader, der in der 63. Minute für Jansen ins Spiel kam, köpfte völlig freistehend übers Tor. Schade. Das hätte das 3:1 sein können. In der 71. Minute musste Kapitän Leon Oeschger mit einer Knieverletzung vom Platz – Gute Besserung an Leon. Hoffentlich ist es nicht wieder so schlimm – für ihn kam Stürmer Maximilian Biesinger. Warum Mutschler in dieser Phase einen Stürmer brachte, weiß nur er. Am Schluss wie man weiß, hat er wieder alles richtig gemacht.
Es folgten nun, meist über lange Bälle, zwei Freistöße für Berg, jeweils von der Strafraumgrenze aus zentraler Position, doch beide wurde leichtfertig vergeben. Die FC-Mauer stand bei dem einem Freistoß perfekt, so wurde der Ball zunächst zur Ecke gekloppt. Die Ecke kam gefährlich. Der anschließende Kopfball wurde freistehend aus zentraler Position übers Tor befördert.
In der Schlussphase noch zwei Wechsel auf Seiten des FCR. Der bis letzte Woche für fünf Spiele mit Rot gesperrte Daniel Angerer feierte sein Comeback und kam in der 83. Minute für Behr ins Spiel. Fünf Minuten später (88.) kam Julian Kiesecker für den starken Ackermann ins Spiel. Der Schiri signalisierte derweil die Nachspielzeit von 6 Minuten. In der vierten Minute der Nachspielzeit kam Berg erneut zu einem aussichtsreichen Freistoß, wieder aus ca. 20 Meter zentraler Position. Doch wieder vergab Berg den Ausgleich zu erzielen. Mehrere Unterbrechungen führten letztlich dazu, daß der Schiri nochmal Zuschlag gab. 1 Minute obendrauf. Dann war aus. Die bessere Mannschaft hat verdient gewonnen.
Fazit
Am Ende hat der FCR verdient das Spiel gewonnen. Das Spiel war aufgrund der schlechten Platzverhältnisse zerfahren, aber auch hektisch. Man hatte Berg nach zuvor neun Spielen ohne Niederlage bezwungen! Der Berger Trainer war schwer sauer auf seine Spieler. Man hatte den FCR total unterschätzt, was man schon beim Aufwärmen bemerkte. Häfner hatte fast nichts zu halten. Toptorjäger Schachtschneider wurde abgemeldet. Das sagt einiges über die derzeitige Form unserer Mannschaft. Klasse, weiter so. Wir gewinnen und verlieren zusammen!
Der FCR gehört nun zusammen mit Tabellenführer Young Boys Reutlingen zu den beiden Teams der Liga, die ihre letzten beiden Spiele gewonnen haben. Noch Fragen.
Die Young Boys, übrigens, haben es geschafft, einen Spieltag vor Hinrundenschluss – die Herbstmeisterschaft einzutüten. Glückwunsch an die Young Boys, die unser übernächster Heimgegner sein werden.

Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Der TSV Berg hat sich regelrecht „vercoacht“, und die Platzwahl war entscheidend: Der Rasen war nicht gut bespielbar, wodurch sie sich selbst einen Vorteil genommen haben. Mit den vielen langen Bällen im gesamten Spielverlauf kamen wir deutlich besser zurecht als Berg. Bereits in den ersten Spielminuten konnten wir uns Chancen erarbeiten, allerdings hatte auch Berg Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Natürlich war der Platzverweis spielentscheidend, dennoch muss man die anschließend erzielten Tore erst einmal machen. Unterm Strich hat heute der Wille den Unterschied gemacht – das hat man über die ganzen 90 Minuten gesehen. Daher gehen die Punkte verdient mit nach Rottenburg.
TSV Berg, Bericht auf Facebook
Niederlage nach 9 Spielen ungeschlagen. An diesem Samstag war beim letzten Heimspiel der Hinrunde der FC Rottenburg im Rafi Stadion. Von Beginn war das Spiel von Seiten des TSV Berg zerfahren und hektisch. Die Mannschaft kam nicht richtig in die Zweikämpfe und es fehlte an der Gier und dem Biss. Zudem war das Team ab der 12. Minute nach einer Notbremse von Julian Klein in Unterzahl. In der 35. Minute entschied der Schiedsrichter dann auf Elfmeter für die Gäste nach einem Foul von Lars Detling. Nach der Halbzeit wollte man mehr investieren und sich in die Partei zurück kämpfen. Aber zunächst waren es wieder die Gäste, die ihre Führung zum 0:2 ausbauten. Doch dieses Mal wusste der TSV Berg die passende Antwort und Markus Maurer verkürzte den Spielstand auf 1:2. Doch alle Bemühungen blieben erfolglos und am Ende musste man sich geschlagen geben.

Pressestimmen

Rottenburg stoppt Berg-Serie
Artikel lesen | Tobias Zug am 17.11.2025 | Schwäbisches Tagblatt
TSV Berg enttäuscht gegen Rottenburg vor heimischer Kulisse
Artikel lesen | Felix Kerscher am 15.11.2025 | schwäbische.de

© Fotos: TSV Berg

Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Stanislav Votentsev, René Hirschka, Lukas Behr (83. Angerer), Anton Jansen (63. Bader), Leon Oeschger (C) (71. Biesinger), Nick Heberle, Moritz Rohrer, Manuel Weber, Aaron Leyhr, Maxime Ackermann (88. Kiesecker)
Auswechselbank FC Rottenburg:
Maximilian Blesch – Loris Zettel, Maximilian Biesinger, Jakob Bader, Daniel Angerer, Julian M. Kiesecker
Trainerbank FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Karl Ellsässer, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Lukas Behr (35., Strafstoß)
0:2 Maxime Ackermann (58.)
1:2 Markus Maurer (62.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Alexander Rösch (TSG Bad Wurzach, Schiedsrichtergruppe Wangen)
Schiedsrichter-Assistenten:
Roman Braukmann (SC Unterzeil-Reichenhofen)
Julian Herrmann (FC Lindenberg)
Gelbe Karten: 1/2
Rote Karte: -/1
Besondere Vorkommnisse: 
Der Spieler Julian Klein vom TSV Berg sieht in der 17. Minute wegen einer Notbremse an den Rottenburger Spieler Lukas Behr die Rote Karte.
Zuschauer: ca. 300

Ausblick Herren 1. Mannschaft

In der Verbandsliga geht es weiter am kommenden Samstag, den 22.11. mit dem 17. Spieltag und einem Heimspiel gegen den Tabellenzehnten SSV Ehingen-Süd. Spielbeginn auf dem neuen Kunstrasenplatz auf dem Hohenberg in Rottenburg ist um 14:30 Uhr. Das Spiel wird geleitet von Verbandsliga-Schiedsrichter Dr. John Köber vom ABV Stuttgart aus der SRG Stuttgart. 
Ehingen-Süd konnte seine letzten drei Auswärtsspiele alle gewinnen, darunter ein 1:0-Erfolg beim FC Holzhausen. Zuletzt gab es für den SSV am Samstag eine 0:1-Heimniederlage gegen den SV Fellbach. Also, es wartet auf die Mutschler-Elf keine Laufkundschaft – es könnte ein Spiel auf Augenhöhe werden. Deshalb würden wir uns über jede Unterstützung für den FCR freuen.

FCR verliert 0:1 bei Favorit FC Holzhausen – kein Grund allzu kritisch zu sein



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 14. Spieltag
Datum: Samstag, 01.11.2025 (Allerheiligen) | 14:30 Uhr
Spielort: Panoramastadion Holzhausen (Rasenplatz)


Zielstrebiger FCH schlägt kämpferischen FCR

Der FC Rottenburg hat das Fußball-Verbandsliga-Derby gegen den Namensvetter und Aufstiegsfavoriten FC Holzhausen knapp mit 0:1 (0:0) verloren. An Allerheiligen erzielte vor ca. 450 Zuschauern bei nasskalten Wetter im Panoramastadion in Holzhausen Lysander Skoda in der 62. Minute das Tor des Tages. In der Tabelle bleibt der FCR mit 10 Punkten auf Abstiegsplatz 15, Holzhausen konnte seinen 2. Platz behaupten. Die nächste Chance auf 3 Punkte hat die Mutschler-Elf am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenzwölften Schwäbisch Hall.
Der FCR scheint mit der Sieglos-Serie nicht mehr klarzukommen. In den drei Erfolgsjahren zuvor musste die Mannschaft um Trainer Marc Mutschler bei insgesamt 90 Spielen nur 6 Niederlagen einstecken. Jetzt nach 14 Spieltagen und 13 Spielen hat man schon 9 Niederlagen auf dem Konto, mit dem TSV Weilimdorf die meisten in der Verbandsliga.
Auch wenn das Team kämpferisch auftrat, vor allem die Abwehr, reichte es diesmal wieder nicht. Mutschler hat erkannt, daß sein System aus der Landesliga in der Verbandsliga nicht mehr so funktioniert wie er es sich wünscht, daher stellte er am Samstag in Holzhausen, für die meisten überraschend, den erfahrenen und lautstarken Max Blesch ins Tor – der sein erstes Saison – aber auch erstes Verbandsligaspiel machte – und erteilte Stammkeeper Julian Häfner somit eine erste Pause. Ein riskantes Manöver des FCR-Trainers. Häfner´s Spiel war zuletzt zu offensiv und das wäre gegen Holzhausen gefährlich geworden. So versucht Mutschler nun in kleinen Schritten sich in ein anderes neues System, um aus dem Tabellenkeller zu entkommen, denn die Lage wird immer prekärer.
Kleinigkeiten und individuelle Fehler haben entschieden, wir müssen in der Detailarbeit noch besser werden, so daß wieder die Automatismen greifen. Jeder muss an seine Leistungsgrenze gehen, giftig sein, wir müssen wieder lernen zu brennen. In der Rückwärtsbewegung muss man schneller sein, auch bei der Arbeit mit und vor allem gegen den Ball ist weiter Luft nach oben. Die Zweikämpfe müssen aggressiver angenommen werden, die Abschlüsse vor dem Tor müssen mutiger werden. Man kann Spiele verlieren und da stellt sich aber die Frage wie. Im Fall des FCR kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn Kampf, Wille, Engagement und Einsatzbereitschaft waren gegeben. Es fehlt, wenn man unten drin steht, einfach das Spielglück, welches wir in der Meistersaison zuletzt hatten.
Dieses Match hatte neben den Derbys gegen die Young Boys und TSG Tübingen einen extrem hohen Stellenwert für den FCR. „Es geht um richtig viel“, sagte Mutschler. „Wir alle sind hochmotiviert.“ Doch das Spiel in Holzhausen zeigte was anderes, es war wahrscheinlich das fairste der Verbandsliga-Geschichte. Keine einzige Gelbe Karte – aber auf beiden Seiten. Zu brav und zu wenig Aggressivität für ein Derby, da man auch in der heutigen Zeit ständig unter Druck steht.
Was aufgefallen ist, daß wir die meisten zweiten Bälle verlieren und wenn wir den Ball hatten, ihn auch gleich wieder verloren haben. Die Abwehr um Leitwolf René Hirschka ist sehr gut gestanden. René braucht noch ein paar Spiele, bis er wieder in Form ist. Denn das 0:1, hätte er früher weggeköpft. Aber gut, der Skoda ist auch über 1,90m groß. Unsere größte Baustelle ist aber die Offensive. Wir hatten drei vier gute Chancen, da muss einer oder zwei rein. Da fehlt die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und im Mittelfeld fehlt die Kompaktheit. Leon Oeschger allein ist da hilflos.
Für Aaron Leyhr war es ein besonderes Spiel, denn er spielte in der vergangenen Saison noch beim Gegner FC Holzhausen. Man begrüßte sich dementsprechend herzlich. Doch im Spiel war es Schluss mit der Freundschaft, denn er zeigte in einem überzeugenden Auftritt gegen seine Ex-Kollegen auch verbissene Zweikämpfe.
Zumindest hat der FCR um Hirschka und Votentsev den Ausnahmestürmer Janik Michel ausgeschaltet und wir haben es hinbekommen, daß er für seine Verhältnisse früh ausgewechselt wurde. Das kommt auch nicht so häufig vor. So früh musste er noch nie runter. Jetzt gegen Schwäbisch Hall müssen 3 Punkte her, um nicht abgehängt zu werden. Mit 3 Punkten wären wir wieder dran.


Ein Derby mit Spannung, beide waren unter Druck
Nach einer eher offenen Partie zu Beginn des Spiels, übernahm Holzhausen immer mehr die Spielkontrolle und fiel durch breit gefächertes Flügelspiel auf ohne aber – da der FCR konzentriert zu Werke ging – zunächst gefährlich zu werden. Bis zur 11. Minute, als Toptorjäger Janik Michel erstmals in Erscheinung trat und aus gut 15 Metern zum Torschuss kam. Doch Rückkehrer René Hirschka stand goldrichtig und konnte den Abschluss auf der Linie klären. Ein erstes Ausrufezeichen vom Favoriten um Starspieler Michel. Bis dahin kann man vom FCR offensiv nicht viel zu berichten.
Bis zur 18. Minute, als Lukas Behr nach einem schön herausgespielten Angriff an der 16er-Linie zum Torschuss kam. Sein klasse Abschluss konnte FCH-Keeper Henning Schwenk mit den Fingerspitzen über die Latte lenken, so daß es Eckball gab, die aber nichts einbrachte. Der Gastgeber hatte weiter im Verlauf des Spiel starkes Übergewicht, der FCR fiel durch starkes Abwehrverhalten auf.
In der 23. Minute dann eine starke Szene von Michel, der sich den Ball von einem auf den anderen Fuß zurecht legt und zum Abschluss kam. Hirschka war mit dem Fuß noch dran und fälschte zur Ecke ab. Der FCR war beschäftigt seine Reihen zu verschieben, da der FCH das Spiel schnell und direkt kontrollierte, der FCR blieb meist ohne Ideen irgendwie einzugreifen.
Nach einer starken Einzelaktion kam Maxime Ackermann zum Torschuss (25.), doch Schwenk konnte sicher klären. In der 32. Minute kam Holzhausen wieder über den Flügel zur nächsten Chance, doch der Torschuss von Flavio Vogt ging weit übers Tor. Die Seemann-Elf lies Ball und Gegner beeindruckend laufen und ließ den FCR kaum eine Chance ins Spiel zu kommen.
Mit einem starken Abwehr- und vorbildlichen Verhalten des FCR konnte man eine gute Doppelchance des FCH (43.) erfolgreich blocken. Das war´s dann in der ersten Halbzeit. Holzhausen bestimmte das Spiel, ohne aber bis auf ein zwei Mal wirklich gefährlich zu werden. Schiedsrichter Niklas Zygan vom Südbadischen Fußballverband aus der Nähe von Karlsruhe pfiff auf die Sekunde zur Pause.


Kopfballduell entscheidet Spiel
Die Mutschler-Truppe kam wie so oft schon besser aus der Kabine als der Gegner, war zeitweise sogar das spielbestimmende Team. Nachdem der FCR vor dem FCH-Tor oft zu ungenau agierte, tauchte Holzhausen in der 53. Minute erstmals in der zweiten Hälfte vor dem Rottenburger Tor auf. In der 57. Minute hatte Behr eine weitere Riesenchance zur Rottenburger Führung, Moritz Rohrer setzte sich über die rechte Seite überragend durch, brachte die Kugel ins Zentrum, dort ließ sich Behr abdrängen, kam aber trotzdem zum Abschluss, doch der Winkel wurde eben zu spitz. Schade, sehr gute Chance für den FCR.
Nach knapp einer Stunde (59.) brachte Mutschler Anton Jansen für Jan Baur ins Spiel, der nach langer Abwesenheit noch an seiner Fitness arbeitet. Drei Minuten später passierte es dann doch noch für Holzhausen. Nach einer Ecke vom ehemaligen Regionalligaspieler Nils Schuon fiel das 1:0 für Holzhausen (62.). Der ehemalige Nagolder Lysander Skoda und René Hirschka versuchten im 16er an der 5er-Linie im Luftkampf an den Ball zu kommen, doch Skoda übersprang Hirschka und köpfte unhaltbar für Blesch zur Holzhausener Führung ein. Der FCR war bis zu diesem Zeitpunkt sehr gut im Spiel. Der Treffer kam dann zur Unzeit und unverhofft.
Der FCR ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und kam in der 64. Minute zu einer Doppelchance durch Behr und Ackermann. Anschließend (67.) wechselte der FCR Julian Kiesecker für Manuel Weber ein. Nach dem 0:1 erspielte sich der FCR gute Chancen um auszugleichen. In der 68. Minute kam Holzhausen in eine gute Phase und kam in der 68. und 69. Minute zu einer Kopfballchance und nach einem starken durchgeführten Angriff zu einem Torschuss. Der FCR war in dieser Phase in den Zweikämpfen sehr fahrlässig, nachdem man sicher und gut im Spiel war.
Marc Mutschler wurde in Holzhausen nun mutiger – was blieb ihm übrig – und ging nun voll in die Offensive, brachte mit Oleh Stepanenko und Max Biesinger (70.) zwei frische junge Stürmer. So kam der FCR in der 74. Minute zunächst durch Behr und durch Stepanenko zu einer fetten Chance. Da hatte der Linksfuß aus der Ukraine aussichtsreicher Lage freie Schussposition, doch uneigennützig wie er zuletzt spielt, legte er wieder quer. Chance war dahin.
Holzhausen kam nach den Einwechslungen von Grathwol, Harachasch und Steinhilber zwischen der 70. und 85. Minute zu guten Möglichkeiten. In der 76. Minute kam Michel nach einem Querpass zur guten Einschussmöglichkeit, doch Nick Heberle klaute Michel den Ball vor seinem Abschluss – starke Aktion vom Nick. In der 87. Minute kam Steinhilber (für Michel im Spiel) nach Harachasch-Flanke zum Kopfball, doch Blesch konnte sich doch noch mit einer seiner berühmten Flugshows per Glanzparade nochmal auszeichnen.
Es war die 90. Minute und der FCR hatte den Ausgleich auf dem Fuß. Stepanenko lenkte per gefühlvoller Kopfballablage auf Hirschka ab, der kam aus halbrechter Position zum Torabschluss. Sein Schuss ging knapp am langen Pfosten vorbei. Verdammt – dachte sich auch Hirschka, der sich seine Hände vors Gesicht schlug und es nicht fassen konnte. Das hätte das 1:1 sein können. In der 91. Minute hatte Holzhausen auch nochmal eine Gelegenheit. Durch direktes Passspiel im Rottenburger Strafraum kam Harachasch aus gut 12 Meter zum Abschluss, doch sein Schuss ging übers Tor. Kurz darauf (plus 3 Minuten) beendete der sehr gut leitende und unauffällige Schiedsrichter Niklas Zygan vom FV Würmersheim das sehr faire Derby ohne eine einzige Karte zu zeigen. Der Jubel über den 1:0-Sieg des FC Holzhausen über den Aufsteiger aus Rottenburg war riesengroß. Die Erleichterung über drei gewonnene Punkte beim Favoriten war spürbar.
Fazit
Es war für Holzhausen ein hart erarbeiteter Heimsieg gegen vorbildlich in anthrazit spielend kämpfende Rottenburger. Der Sieg für die Seemann-Elf war am Ende knapp, aber verdient. Man muss es immer wieder erwähnen um die Verhältnisse in der Verbandsliga einmal darzulegen. Während der FCR fast durchweg mit Spielern am Start sind die erstmals Verbandsliga spielen, sind unsere Gegner fast alle gespickt mit ehemaligen Oberliga, Regionalliga aber auch Drittligaspielern und daher können wir weiterhin stolz auf unsere Mannschaft sein. Der Erfolg stellt sich irgendwann automatisch wieder ein – es fehlt eben zum Erfolg wieder ein Dreier. Vielleicht kommt am kommenden Samstag gegen Schwäbisch Hall die Wende.

Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Wir haben uns für das Spiel viel vorgenommen – und konnten auch einiges davon umsetzen. Deshalb gibt es keinen Grund, allzu kritisch zu sein. Man darf außerdem nicht vergessen, dass Holzhausen zu den Top-Favoriten gehört. Wir sind nicht dorthin gefahren mit der Erwartung 80 % Ballbesitz zu haben. Unsere Devise war, aus wenig möglichst viel zu machen! Ziel war es, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten und vor allem in der ersten Halbzeit kein Gegentor zu kassieren – das ist uns auch gelungen. Ich bin überzeugt, dass das Spiel spannend geblieben wäre, wenn wir es geschafft hätten, weitere zehn Minuten das 0:0 zu halten. Dann hätte Holzhausen öffnen müssen, was uns gute Kontermöglichkeiten geboten hätte. Nun wollen wir zuhause gegen Schwäbisch Hall etwas Zählbares in den Händen halten.


Pressestimmen

Die schwarze Serie hält an
Artikel lesen | Hansjörg Lösel am 03.11.2025 | Schwäbisches Tagblatt
FC Rottenburg verliert trotz guter Leistung
Artikel lesen | 03.11.2025 | Reutlinger General-Anzeiger
Skoda lässt den FCH jubeln
Artikel lesen | Martin Körner am 03.11.2025 | Neckar Chronik
Skoda schädelt Holzhausen zum Pflichtsieg gegen Rottenburg
Artikel lesen | Kevin Leonhardt am 01.11.2025 | Schwarzwälder Bote

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)

Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Maximilian Blesch – Stanislav Votentsev, René Hirschka, Aaron Leyhr, Jan Baur (59. Jansen), Lukas Behr, Leon Oeschger (C) (70. Stepanenko), Nick Heberle, Maxime Ackermann (70. Biesinger), Moritz Rohrer, Manuel Weber (67. Kiesecker)
Auswechselbank FC Rottenburg:
Julian Häfner – Anton Jansen, Maximilian Biesinger, Julian M. Kiesecker, Oleh Stepanenko
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Karl Ellsässer
Tore:
1:0 Lysander Skoda (62.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Niklas Zygan (SV Waldprechtsweier, Schiedsrichtergruppe Südbadischer Fußballverband e.V.)
Schiedsrichter-Assistenten:
Viktor Loghin (SC Wintersdorf)
Christoph Blum (SV Neusatz)
Gelbe Karten: -/-
Rote Karten: -/-
Besondere Vorkommnisse: 
Keine
Zuschauer: ca. 450

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Die nächste Chance nach nun insgesamt acht sieglosen Spielen wieder 3 Punkte zu holen, hat die Mutschler-Elf in der Verbandsliga am kommenden Samstag, den 08.11. am 15. Spieltag mit einem Heimspiel gegen den Tabellenzwölften Sportfreunde Schwäbisch Hall. Spielbeginn auf dem neuen Kunstrasenplatz auf dem Hohenberg in Rottenburg ist um 14:30 Uhr. Die Partie steht unter der Leitung von Oberliga-Schiedsrichter Jonathan Woldai vom SV Bonlanden aus der SRG Stuttgart.

FCR holt nach fünf Niederlagen beim 2:2 in Waiblingen wieder einen Punkt



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 12. Spieltag
Datum: Freitag, 17.10.2025 | 19:30 Uhr
Spielort: FSV-Sportpark Oberer Ring Waiblingen (Rasenplatz)

Aufsteiger teilen sich die Punkte

Der Negativlauf ist gestoppt! Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge kam die Mutschler-Elf am 12. Spieltag in der Verbandsliga zu einem 2:2 (2:1) beim Mit-Aufsteiger FSV Waiblingen. „Endlich wieder mal ein Punkt – das ist wichtig für unser Selbstvertrauen“, so FCR-Coach Marc Mutschler. Vor ca. 150 Zuschauern auf dem Rasenplatz im FSV-Sportpark erzielten unter Flutlicht Raphael Langer nach einem 0:2-Rückstand den Anschlusstreffer und Maxime Ackermann mit einem herrlichen Distanzschuss den Ausgleich. In der Tabelle bleibt der FCR nun mit 10 Punkten auf Platz 13, einen Punkt und einen Platz dahinter platziert sich der FSV Waiblingen mit 9 Punkten. Am nächsten Spieltag empfangen die Jungs um Kapitän Leon Oeschger den Oberliga-Absteiger Calcio Leinfelden-Echterdingen zum nächsten Kellerduell.
In einem über weite Strecken kämpferischen und spannenden Spiel trennen sich der FSV Waiblingen und der FCR am Freitagabend leistungsgerecht 2:2 (2:1), wobei beide Mannschaften auch als Gewinner vom Platz hätten gehen können. Das Spiel selbst war über die 90 Minuten nervös und hätte sich in den letzten Minuten noch in beide Richtungen drehen können.
Die 150 Zuschauer sahen ein verbissenes und oft zerfahrenes Verbandsligaspiel der beiden Aufsteiger (FSV Waiblingen wurde Meister in der Landesliga Staffel 1), bei dem jede der beiden Teams eine Halbzeit für sich entschieden. In der Schlussphase hätten beide die Partie mit Topchancen noch gewinnen können, so endete das Kellerduell leistungsgerecht mit dem ersten Unentschieden für den FCR. Es wurde in den letzten zehn Minuten zwar wilder, aber ein Tor hätte keine der beiden Mannschaften mehr verdient gehabt.
Personell hatten beide Mannschaften schmerzhafte Ausfälle zu verkraften. Der FCR musste kurzfristig auf seinen Leitwolf René Hirschka (privat verhindert) verzichten, außerdem fehlten mit dem noch für dieses Spiel rotgesperrte Stanislav Votentsev sowie der am Innenband verletzte Leon Villino zwei Toptalente, abgesehen von Lennis Eberle, der erst wieder Ende des Jahres zur Mannschaft stoßen wird. Dafür kehrte nach langer Verletzung mit Kapitän Leon Oeschger ein elementar wichtiger Spieler zurück. Schon seine Anwesenheit auf dem Platz gibt der Mannschaft Sicherheit.
Die Gastgeber hingegen mussten weiterhin auf ihren Torjäger, Unterschiedsspieler und Kapitän Marcel Zimmermann verzichten, der sich im Pokalspiel gegen Backnang das Kreuzband riss. Der 31-jährige Torgarant machte in 155 Spielen und 146 Tore. Außerdem musste Waiblingen auf seinen aktuellen Torjäger (7 Tore auf Platz 4 der Torjägerliste) Marvin Zimmermann, Bruder von Marcel Zimmermann und ehemaliger Regionalligaspieler für Hannover 96 II und 1860 München verzichten. Allerdings waren die Waiblinger gespickt mit anderen ehemaligen Oberliga- und Regionalligaspielern, wie u.a. Daniele Cardinale, (Ex-Oberligaspieler vom FSV 08 Bissingen), Demian Bernsee Villiers (kommt aus der Fußballschule des SV Sandhausen und TSG 1899 Hoffenheim) oder Aron Viventi, der in der Regionalliga für TSG Balingen, 1. Göppinger SV, SSV Ulm und TSG Hoffenheim spielte. Also, auf den FCR wartete ein topbesetzte Mannschaft.


Nach 0:2 schon fast am Boden, FCR zeigte dann echte Moral
Gegen die zunächst defensiveren Gäste aus Rottenburg fehlte dem viel zu hektisch agierenden Tabellenvorletzten aus Waiblingen die nötige Kreativität, um vor dem Tor richtig gefährlich zu werden, dennoch gingen sie binnen 4 Minuten mit zwei Toren in Führung. Wenn der FCR hingegen mal durchkam, dann hatten sie oft viel zu ungenau agiert.
Aus dem anfangs ideenlosen, ereignisarmen und chancenarmen Fußballspiel entwickelte sich nach und nach ein kampfbetonter Fight um die für beide Teams so wichtigen drei Punkte. Waiblingen hätte kurz vor dem Pausenpfiff mit 3:1 in Führung gehen und den Sack zumachen können, denn die Mannschaft von Cheftrainer und ehemaligen Regionalligaspieler des FC Homburg und FSV Mainz II Patrik Ribeiro-Pais der in seiner ersten Saison den FSV trainiert, hatte in den ersten 45 Minuten enorm viel investiert, Mitte der zweiten Halbzeit glänzte der FCR aufgrund einer 20-minütigen Power Play-Phase mit guten Chancen.
In der ersten Viertelstunde war gar nichts los, eine chancen- und ereignisarme Begegnung sahen die Zuschauer auf einem gut bespielbaren Rasen. Der FSV bestimmte phasenweise das Spiel, der FCR reagierte nur und war auf Konter aus. Ein Freistoß von Aaron Leyhr in der 16. Minute war die erste Chance für den FCR, doch der Keeper hatte was dagegen. Auch die zweite Torchance im Spiel hatten die Rottenburger. Ein Torschuss (22.) aus gut 20 Meter ging aber knapp am Tor vorbei.
Da waren dann die Waiblinger anschließend effektiver und gingen durch einen Abstauber durch Daniele Cardinale mit 1:0 in Führung. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte auf rechts wurde in die Mitte gepasst, Cardinale stand gut und vollendete. Drei Minuten später schockte die Ribeiro-Pais-Truppe den FCR mit dem 2:0. Ein Doppelschlag innerhalb von vier Minuten. Ein Eckball an den kurzen Pfosten wurde per Kopfball abgeschlossen. Das darf so nicht passieren. Da stimmte die Zuordnung überhaupt nicht. Dieser Treffer rüttelte die Mannschaft von Marc Mutschler am späten Abend wach, denn nun spielte der FCR mit und kam immer öfter in die Gegners Hälfte.
Wieder in der gegnerischen Hälfte kam der FCR zu einem Eckball. Leon Oeschger brachte die Kugel nicht wie vermutet hoch in den Strafraum, sondern spielte flach auf den ersten Pfosten, dort stand Anton Jansen, der sprang hoch, ließ den Ball durch und täuschte die Waiblinger Hintermannschaft samt Torwart. Raphi Langer nutzte die Irritation und staubte in der 38. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer ab. Klasse, sah wie einstudiert aus.
Dann die letzte Spielminute der ersten Halbzeit. Ein Waiblinger Angriff über links wurde mit einem Torschuss abgeschlossen, dieser landete am rechten Innenpfosten, von dort prallte die Kugel entlang der Torlinie und wurde von Raphael Langer von der Torlinie zurück ins Spielfeld befördert. Es waren die Minuten des Raphi Langer. Das war nochmal richtiges Glück für den FCR nicht mit einem 1:3-Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen. Schiedsrichter Fabian Baiz aus Wangen, der konsequent leitete aber oft von seiner Linie abwich, pfiff nach einer Minute drüber ab.

Sorgte nach einem Geniestreich für den 1:2-Anschlusstreffer: Raphael Langer


FCR glänzte in der zweiten Halbzeit mit Power-Play-Fußball
Der FCR kam mit einem ganz anderen Gesicht aus der Pause. Da müssen wohl ernsthaftere Worte gefallen sein, denn die Mutschler-Elf spielte nun Power Play und ließ die Waiblinger die ersten 20 bis 25 Minuten kaum mehr zur Entfaltung kommen. Waiblingen dürfte sich in der ersten Hälfte zu sehr verausgabt haben, denn das Tempo der Gastgeber war sehr hoch.
Für den offensiveren Fußball belohnte sich der FCR dann in der 54. Minute, als Maxime Ackermann über links kommend, nachdem sich der FCR mit einem wunderschönen Angriff in Position brachte, sich den Mut fasste und mit links abzog und über den gleichen Innenpfosten wie die Waiblinger zuvor zum Erfolg kam. Denn der Ball sprang beim FCR ins Tor zum 2:2-Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt total verdient.
Es folgte zwei Minuten später ein Torschuss von Bader und wieder 6 Minuten später von Behr. Zwischenzeitlich (58.) wechselte Mutschler Julian Kiesecker für den Torschützen Ackermann, der trotz der Auswechslung wieder überzeugen konnte.
Es kam die Phase, bei dem der FCR einen Eckball nach dem anderen produzierte, ohne aber erfolgreich zu werden. Schade, da hätte man locker mit 3 oder 4:2 in Führung gehen können, ja müssen. Deshalb kam der kräftige Luca Alfonzo für Jansen (66.) neu ins Spiel um die Waiblinger Hintermannschaft evtl. doch noch zu knacken.
Dann die 72. Minute: Behr setzte sich über links klasse durch, sah Bader in der Mitte, legte quer, doch Bader rutschte frei vor dem Tor der Ball über den Schlappen. Es war die beste Chance zur Führung. In der 81. Minute konnte FCR-Keeper Julian Häfner sich beweisen. Mit einer Glanzparade verhinderte er wiederum die Waiblinger Führung. Oleh Stepanenko kam dann noch in der 85. Minute für Kapitän abgekämpften Leon Oeschger ins Spiel, der seine Binde an Heberle weitergab.
Die Schlussphase hatte es dann in sich, denn auch Waiblingen konnte Power Play. Nach drei Einschussmöglichkeiten in der Nachspielzeit kam plötzlich ein Waiblinger Spieler zu Fall. Schiri Baiz war die Sicht verdeckt und ließ weiterlaufen, auch sein Assistent machte keine Anzeichen sich einzumischen. Nochmal Glück für den FCR, denn diese Situation hätte man pfeifen können und es hätte in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einen Elfmeter für Waiblingen gegeben. Kurz darauf beendete der Schiri das am Schluss hitzige Spiel.
Fazit
Der FCR ist nach einem 0:2-Rückstand mit dem einen Punkt zufrieden, da man nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder punkten konnte, was nun für die Psyche und Moral sich positiv auswirken könnte. Am Ende geht das Unentschieden in Ordnung. Nach fünf Niederlagen wieder zu punkten bedeutet, dass dies oft das Ergebnis von mentaler Erholung ist, dem Setzen neuer, realistischer Ziele und der Fähigkeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen, um im nächsten Spiel wieder zu glänzen. Denn es ist wichtig, die Niederlagen zu akzeptieren, aber nicht zu grübeln. Dabei muss man optimistisch bleiben und versuchen den Optimismus zu bewahren und sich selbst zu belohnen, daß wieder gute Leistungen gezeigt werden können.
Nach diesem 2:2 auf fremden Platz zeigte sich FCR-Trainer Marc Mutschler mehr als zufrieden. „Die lange Niederlagenserie von fünf Spielen ist damit beendet. Das war heute ein ganz wichtiges Spiel. Ein großes Lob an die Mannschaft“, betonte der Chefcoach des FCR. „Hut ab, die kämpferische Einstellung war heute top gewesen“, lobte Rottenburg´s Cheftrainer Marc Mutschler.
Wir bedanken uns bei den paar mitgereisten Rottenburger Fans die am Freitagabend sich die Mühe machten und die Zeit nahmen um unsere Mannschaft zu supporten. Das sind echte Fans!! Danke.

Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Der Punkt in Waiblingen fühlt sich sehr gut an, vor allem weil wir einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen mussten. Auch wenn der Punkt in der Tabelle nicht viel bringt, ist er für die Köpfe enorm wichtig, da wir damit den negativen Trend stoppen konnten. Wir hatten sogar einige Chancen, das Spiel komplett zu drehen. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung und gibt uns neue Zuversicht für die kommenden Aufgaben.

Pressestimme

FCR holt nach 0:2 noch 2:2
Artikel lesen | Hansjörg Lösel am 18.10.2025 | Schwäbisches Tagblatt
Der FC Rottenburg erkämpft einen Punkt
Artikel lesen | Kilian Jährig am 18.10.2025 | Reutlinger General-Anzeiger

Sorgte mit seinem krassen 2:2-Ausgleichstreffer bei den Waiblinger Fans und beim Stadionsprecher für Stille: Maxime Ackermann


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Raphael Langer, Lukas Behr, Anton Jansen (66. Alfonzo), Leon Oeschger (C) (85. Stepanenko), Nick Heberle, Jakob Bader, Moritz Rohrer, Manuel Weber, Aaron Leyhr, Maxime Ackermann (58. Kiesecker)
Auswechselbank FC Rottenburg:
Maximilian Blesch – Maximilian Biesinger, Julian M. Kiesecker, Oleh Stepanenko, Luca Alfonzo
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Betreuer Karl Ellsässer
Tore:
1:0 Daniele Cardinale (23.)
2:0 Endrit Beshi (26.)
2:1 Raphael Langer (38.)
2:2 Maxime Ackermann (54.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Fabian Baiz (FC Wangen, Schiedsrichtergruppe Wangen)
Schiedsrichter-Assistenten:
Marco Komander (TSG Maselheim-Sulmingen)
Felix Dürr (TSG Bad Wurzach)
Gelbe Karten: 3/6
Rote Karten: -/-
Besondere Vorkommnisse: 
Keine
Zuschauer: ca. 150

Ausblick Herren 1. Mannschaft

In der Verbandsliga geht es weiter am kommenden Samstag, den 25.10. mit dem 13. Spieltag und einem Heimspiel gegen Oberliga-Absteiger und Tabellenelften Calcio Leinfelden-Echterdingen. Spielbeginn im Hohenbergstadion in Rottenburg ist um 15:30 Uhr.