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Keine Kehrtwende in Sicht: FC kehrt mit leeren Händen aus Rutesheim zurück



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2026/27
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 10. Spieltag
Datum: Freitag, 16.10.2026 | 19:30 Uhr
Spielort: Sportpark Bühl Rutesheim (Kunstrasenplatz)

Spieltag-Ticker

  • FC hat nach zwei torlosen Spielen wieder getroffen
  • Lukas Behr erzielt sein 5. Saisontor
  • Nach dem 1. Spieltag zum Saisonauftakt, erstmals wieder auf einem Abstiegsplatz
  • Letzter Auswärtssieg war am 5. September beim 2:1-Sieg in Dorfmerkingen
  • Zoff um Schiri-Urteile: FCR wird klarer Elfer verwehrt – Rutesheim entgeht zwei Roten Karten

Bittere Niederlage unter Flutlicht: FCR im Negativstrudel

Der FC Rottenburg musste sich am Freitagabend, 16. Oktober, beim SKV Rutesheim mit 1:3 (0:1) geschlagen geben. Auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Bühl entwickelte sich bei angenehmen Temperaturen eine insgesamt schwache Partie, in der die Gastgeber durch Tobias Gebbert, der doppelt traf, und Robin Slawig erfolgreich waren. FCR-Torjäger Lukas Behr gelang kurz vor dem Abpfiff lediglich der Treffer zum 1:3-Endstand. Aus Rottenburger Sicht wurde die Begegnung zudem von mehreren strittigen Schiedsrichterentscheidungen beeinflusst. Nach Ansicht des FCR hätten die Rutesheimer in zwei Situationen die Rote Karte sehen müssen. Außerdem sollen sowohl das zweite als auch das dritte Tor der Gastgeber aus einer Abseitsposition heraus gefallen sein. Auf der anderen Seite blieb dem FCR ein aus seiner Sicht klarer Strafstoß verwehrt. Durch die Niederlage musste Rottenburg den SKV Rutesheim in der Tabelle vorbeiziehen lassen und rutschte auf den ersten Abstiegsplatz 13 ab. Am kommenden Samstag empfängt die Mutschler-Elf den Tabellenvorletzten VfB Friedrichshafen. Dann zählt für den FCR nur ein Sieg.
Der FC Rottenburg befindet sich in der Verbandsliga derzeit in einer schwierigen Phase. Der Abwärtstrend setzt sich fort: Mit der 1:3-(0:1)-Niederlage am Freitagabend beim Aufsteiger SKV Rutesheim kassierte die Mannschaft von Trainer Marc Mutschler die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge. Damit zog die Sport- und Kulturvereinigung in der Tabelle am FCR vorbei, während die Rottenburger nach dem ersten Spieltag erstmals wieder auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschten.
Der FC Rottenburg fand gegen das intensive Pressing der Gastgeber kaum Lösungen. Ausgerechnet jene Elemente, die traditionell zu den Stärken des FCR zählen – ein schnelles, direktes und kompromissloses Spiel – waren in Rutesheim nur selten zu erkennen. Diese Eigenschaften hatten die Mannschaft insbesondere im Meisterjahr der Landesliga ausgezeichnet. In der Verbandsliga ist es entscheidend, aus einer stabilen Defensive heraus zu agieren, den Gegner geduldig zu locken und anschließend zielstrebig umzuschalten. Dafür bedarf es jedoch sowohl mit als auch gegen den Ball mehr Mut und Entschlossenheit. Der FC Rottenburg ist derzeit nicht in der Lage, sein Leistungsvermögen konstant abzurufen. Nach fünf Niederlagen in Folge stellt die Mannschaft das formschwächste Team der Liga und liegt – noch hinter dem ebenfalls abstiegsbedrohten Balingen – auf dem letzten Tabellenplatz.
Aktuell ist der FCR damit vor allem sein eigener größter Gegner. Dennoch besteht weiterhin großes Vertrauen in die Mannschaft und in Cheftrainer Marc Mutschler. Dieser hat bereits mehrfach bewiesen, dass er seine Mannschaft auch in schwierigen Situationen stabilisieren und aus Krisen herausführen kann. Dabei ist auch die Unterstützung der Fans von großer Bedeutung. Die Anhänger, die in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Erfolge in der Landesliga verwöhnt wurden, stehen weiterhin hinter dem Team.
Besonders vermisst wird derzeit die Ausstrahlung von Kapitän Leon Oeschger, der seine Mitspieler in erfolgreichen Zeiten mitgerissen hat. Aufgrund seiner Rückenverletzung wirkt er momentan offenbar noch nicht vollständig frei. Die anhaltende Sieglosserie belastet die Mannschaft zunehmend – insbesondere, weil der FCR gegen ambitionierte Teams aus dem oberen Tabellendrittel phasenweise gut mithält, seine Chancen jedoch nicht konsequent nutzt. Auch die Zahlen verdeutlichen die derzeitige Problematik: In den vergangenen fünf Spielen erzielte der FC Rottenburg lediglich zwei Treffer und kassierte 16 Gegentore. Insgesamt steht die Mannschaft nun bei einem Torverhältnis von 10:28, was durchschnittlich nur einem Treffer pro Spiel entspricht. Für den Klassenerhalt ist diese offensive Ausbeute zu gering.
Trotz der sportlich angespannten Lage ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft weiterhin positiv. Im Training wird engagiert gearbeitet, der Teamgeist ist intakt, und von Resignation ist nichts zu spüren. Der Glaube an die eigene Stärke und an den vierten Saisonsieg ist weiterhin vorhanden. Während eine solche Negativserie bei vielen Vereinen für erhebliche Unruhe sorgen würde, setzt der FC Rottenburg bewusst auf Kontinuität. Der Vertrag mit Cheftrainer Marc Mutschler wurde erst kürzlich vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. Niederlagen beschäftigen den Trainer naturgemäß sehr – insbesondere deutliche Ergebnisse gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe. Dennoch weiß Mutschler, dass seine Mannschaft deutlich mehr leisten kann, als sie zuletzt gezeigt hat.
In den vergangenen Spielen führten individuelle und vermeidbare Fehler immer wieder zu Gegentoren, die auf Verbandsligaebene konsequent bestraft werden. Dass die Mannschaft über die nötige Qualität verfügt, hat sie unter anderem beim überzeugenden Auswärtssieg in Dorfmerkingen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nun gilt es, an die Leistungen aus den ersten fünf Saisonspielen anzuknüpfen, in denen der FCR drei Siege verbuchen konnte. Die Spieler sind gefordert, sich selbst kritisch zu hinterfragen, wieder mehr Ehrgeiz und Zielstrebigkeit zu entwickeln und ihre Qualitäten mit Leidenschaft auf den Platz zu bringen. Gegen den Tabellenvorletzten VfB Friedrichshafen bietet sich am kommenden Samstag die nächste Gelegenheit, die Wende einzuleiten.
Die Rottenburger Fans werden die Mannschaft dabei weiterhin unterstützen – auch bei den oftmals weiten Auswärtsfahrten. Mit den beiden körperlich robusten Neuzugängen Max Ilijan Varivoda vom niederrheinischen Landesligisten SC Velbert und Christian Mijatovic vom bayerischen Regionalligisten FC Memmingen soll zudem mehr Stabilität und Durchsetzungsvermögen in das Spiel des FCR kommen. Gemeinsam soll der Weg zurück in die Erfolgsspur eingeleitet werden.


Drei halbe Chancen sind zur Halbzeit einfach zu wenig
Die Partie begann zäh und behäbig. Beide Mannschaften agierten auf dem harten Geläuf des 23 Jahre alten Kunstrasens zunächst vorsichtig, um keinen frühen Fehler zu machen und dadurch in einen Konter zu geraten. Entsprechend blieb das Spiel bis zur 9. Minute ohne nennenswerte Höhepunkte.
Die erste Möglichkeit gehörte in der 10. Minute dem Gastgeber. Ein Freistoß aus halblinker Position wurde hoch in den Fünfmeterraum geschlagen, doch FCR-Torhüter Julian Häfner klärte sicher per Faustabwehr. Auch in der Folge blieb die Begegnung offen, ohne dass sich eine Mannschaft entscheidende Vorteile erspielen konnte.
In der 13. Minute näherten sich die Rutesheimer erneut dem Rottenburger Tor. Einen langen Ball konnte Raphael Langer jedoch souverän zur Ecke klären. Nur eine Minute später musste Luis Kalbacher nach mehreren Kopfballstafetten im Rottenburger Strafraum eingreifen. Es war die erste brenzlige Situation für den FCR, die letztlich entschärft werden konnte.
Anschließend tauchte der FCR erstmals gefährlich im Rutesheimer Strafraum auf. Ein Freistoß von Leon Oeschger aus halblinker Position flog hoch in den Sechzehner. Lukas Behr, der am liebsten mit einem Sieg im Rücken zu seiner Hochzeit am folgenden Tag erschienen wäre, kam zum Kopfball, setzte diesen jedoch deutlich über das Tor. Eine Minute später bot sich dem FCR die nächste Möglichkeit: Eine Ecke von Ackermann fand erneut Behr, dessen Kopfball allerdings ebenfalls weit über das Tor ging. Damit blieb auch diese Gelegenheit lediglich eine halbe Chance.
Immerhin war nun zu erkennen, dass sich der FCR um mehr Offensivaktionen bemühte. Allerdings trafen die Rottenburger auf agile, engagierte und aggressive Rutesheimer, die in jeden Zweikampf gingen und alles in die Partie warfen, als ginge es jetzt schon um alles. In der 30. Minute kam der SKV zu einer guten Möglichkeit. Nach einem missglückten Kopfball von Oeschger und einer kurzen Unsicherheit von Häfner, der am Ball vorbeigriff, landete dieser letztlich zur Ecke. Fünf Minuten später musste Häfner einen gut getretenen Freistoß erneut per Faustabwehr klären.
Die Rutesheimer erhöhten nun den Druck – und in der 39. Minute fiel schließlich der Führungstreffer. Nach einer Ecke wurde Mittelfeldspieler und SKV-Legende Tobias Gebbert am zweiten Pfosten nahezu unbedrängt gefunden und köpfte zur verdienten 1:0-Führung für Rutesheim ein. Eine letzte halbe Chance vor der Pause hatte der FCR in der 40. Minute. Nach einer Ecke von Oeschger setzte René Hirschka den Ball per Kopf knapp am Tor vorbei.
Damit ging es mit einem 1:0-Rückstand in die Pause. Der bis dahin weitgehend unauffällige, erst 17-jährige Schiedsrichter Luke Walz von der SRG Öhringen pfiff nach vier Minuten Nachspielzeit zum Pausentee. In der zweiten Halbzeit sollte er deutlich stärker im Mittelpunkt stehen.

Rutesheim profitiert von strittigen Entscheidungen
Neben zwei Treffern aus zumindest abseitsverdächtigen Situationen sorgten weitere strittige Entscheidungen für Unmut auf Rottenburger Seite. Nach der schwachen ersten Halbzeit hatten viele Beobachter mit personellen Veränderungen zur Pause gerechnet. FCR-Trainer Marc Mutschler setzte jedoch zunächst auf die Hoffnung, dass seine Mannschaft nach einer deutlichen Halbzeitansprache besser in die Partie finden würde. Stattdessen erhöhte Rutesheim in der 51. Minute auf 2:0.
Dem Treffer ging ein schnell vorgetragener Angriff über die rechte Seite voraus. Nach dem Pass ins Zentrum konnte Neuzugang und Routinier Robin Slawig den Ball im Strafraum trotz Gegenwehr zum 2:0 über die Linie bringen. Die Entstehung des Tores war allerdings aus Rottenburger Sicht deutlich abseitsverdächtig. Daraufhin reagierte Mutschler und nahm drei Wechsel vor. Für Ackermann, Alfonzo und Nyanga kamen Neuzugang Christian Mijatovic, der schnelle Chefor Njekang sowie Julian Kiesecker, der der Mannschaft zusätzliche kämpferische Impulse geben sollte. In der Folge zeigte sich der FCR deutlich verbessert. Das Spiel der Rottenburger war nun von mehr Bewegung und Einsatz geprägt.
Die Leistungssteigerung blieb jedoch zunächst ohne zählbaren Erfolg. In der 72. Minute erhöhte Tobias Gebbert mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3:0. Ein langer Ball aus dem Halbfeld überspielte die Rottenburger Abwehr, wobei auch dieser Treffer aus FCR-Sicht aus einer Abseitsposition heraus erzielt worden sein soll. Kurz darauf nahm Mutschler die Wechsel vier und fünf vor. Johannes Bastians ersetzte Moritz Rohrer, Loris Zettel kam für Raphael Langer in die Partie. Beide Wechsel sorgten ab der 75. Minute für zusätzlichen Schwung im Rottenburger Spiel.
Für Diskussionen sorgte zudem eine Szene, die nach Rottenburger Einschätzung nicht angemessen geahndet wurde. In einem Zweikampf gingen ein Rutesheimer Spieler und Hirschka zu Boden. Dabei soll Hirschka gegen den Kopf getreten worden sein. Er musste anschließend behandelt werden und hatte am Folgetag noch ein deutlich geschwollenes Gesicht. Auch Zuschauer aus Rutesheim bewerteten die Szene nach Angaben des FCR als Tätlichkeit und damit als rote-kartewürdig.
In der 78. Minute bot sich dem FCR schließlich die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Nach einem misslungenen Abwehrversuch kam Behr im Strafraum in einen Zweikampf mit dem erst 18-jährigen Rutesheimer Torhüter Luca Antonio Pellino, der den Rottenburger Angreifer nach FCR-Auffassung klar zu Fall brachte. Aus Sicht der Gäste hätte es hierfür einen Strafstoß und eine Rote Karte geben müssen. Schiedsrichter Walz ließ jedoch weiterspielen und verwarnte stattdessen FCR-Kapitän Oeschger wegen Reklamierens. Rottenburg wertete diese Entscheidung als eine weitere strittige Situation in einer insgesamt unglücklichen Schiedsrichterleistung.
In der 81. Minute hatte der FCR eine weitere gute Gelegenheit. Eine Ecke von Oeschger fand Hirschka, dessen Kopfball jedoch knapp am Tor vorbeiging. Wenig später gelang den Rottenburgern schließlich der Anschlusstreffer: Oeschgers Freistoß wurde zunächst von der Mauer abgeblockt, den Nachschuss setzte Behr jedoch mit großer Wucht unter die Latte. Der FCR war nun klar die bessere Mannschaft und drängte auf den Ausgleich. Rutesheim beschränkte sich weiterhin weitgehend auf lange Bälle in die Spitze. In der Nachspielzeit hatte Behr nach einer präzisen Kopfballvorlage von Hirschka, der inzwischen als Mittelstürmer agierte, noch einmal eine große Chance. Sein Kopfball verfehlte das Ziel jedoch erneut.
Damit blieb es beim 3:1 für Rutesheim. Der SKV gehörte aus Rottenburger Sicht zwar zu den bislang schwächeren Gegnern, dennoch gelang es dem FCR in seiner derzeit schwierigen Situation nicht, die dringend benötigten drei Punkte einzufahren. Nach insgesamt rund 101 Minuten beendete Schiedsrichter Walz die Partie.

Fazit
Der Sieg des SKV Rutesheim geht zweifellos in Ordnung und war verdient. Der FCR zeigte seine bislang schwächste Saisonleistung. Dies bestätigten die Spieler nach dem Schlusspfiff selbstkritisch. FCR muss Niederlage schnell abhaken. Die Partie machte deutlich, dass kein Gegner unterschätzt werden darf – insbesondere nicht Mannschaften, die in der Tabelle hinter dem eigenen Team stehen. In der Verbandsliga gibt es keine einfachen Spiele und schon gar keine Selbstläufer. Nach einer Niederlage bleiben grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder man bewertet die eigene Leistung übermäßig negativ, oder man hakt die Partie schnellstmöglich ab und richtet den Blick konsequent auf die kommenden Aufgaben. Für den FCR gilt es nun, die Niederlage sachlich aufzuarbeiten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dabei darf die Mannschaft den Glauben an den Klassenerhalt keinesfalls verlieren. Um den Tabellenkeller zu verlassen, müssen die gewohnten Abläufe wiedergefunden und auf dem Platz konsequenter umgesetzt werden. Am 11. Spieltag empfängt der FCR den VfB Friedrichshafen. Um die sportliche Wende einzuleiten, wird die Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung und nahezu ein perfektes Spiel benötigen.

Archivbild: Lukas Behr war einziger Torschütze für den FCR und traf zum 1:3-Endstand.


Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Es war ein schwaches Spiel von allen Beteiligten. Insgesamt ein typisches 0:0-Spiel, umso mehr gibt uns die Tatsache zu denken, dass wir am Ende drei Gegentore kassieren. In der ersten Halbzeit konnten wir uns nicht eine einzige Torchance herausspielen. Wir hatten somit null Torabschlüsse, und das sagt viel über unsere aktuelle Verfassung aus.
Wir brauchen jetzt MUT, eine bessere Entscheidungsfindung und den maximalen Willen, defensiv konsequent zu verteidigen und uns offensiv durchzusetzen. Das Thema Emotionen wird jetzt ganz großgeschrieben! Wir müssen wieder mit Leidenschaft, Überzeugung und dem unbedingten Willen auf den Platz gehen, diese Spiele gewinnen zu wollen. Jeder muss bereit sein, für den anderen alles zu geben und auch in schwierigen Phasen Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen es jetzt erzwingen, um wieder Punkte zu holen! Wenn wir weiterhin so auftreten wie in den letzten Spielen, wird es für uns weiter bergab gehen. Jetzt müssen wir eine Reaktion zeigen und als Mannschaft gemeinsam dagegenhalten!

Pressestimmen

Nur 15 gute Minuten
Artikel lesen | Tobias Zug am 17.10.2026 | Südwest Presse/Schwäbisches Tagblatt
SKV Rutesheim holt Heimsieg trotz spätem Torwart-Patzer – Tobias Gebbert trifft doppelt
Artikel lesen | Flemming Nave am 18.10.2026 | Stuttgarter Nachrichten

Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – René Hirschka, Raphael Langer (75. Zettel), Aaron Leyhr, Ruben Nyanga (55. Kiesecker), Lukas Behr, Leon Oeschger (C), Luis Kalbacher, Moritz Rohrer (75. Rohrer), Luca Alfonzo (55. Njekang), Maxime Ackermann (55. Mijatovic)
Auswechselbank FC Rottenburg:
Nick Gutekunst, Fazli Krasniqi – Johannes Bastians, Loris Zettel, Anton Jansen, Melvin Gruhonjic, Manuel Weber, Daniel Genuardi, Julian M- Kiesecker, Max Ilijan Varivoda, Christian Mijatovic, Gaildonald C. Njekang
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
1:0 Tobias Gebbert (39.)
2:0 Robin Slawig (51.)
3:0 Tobias Gebbert (72.)
3:1 Lukas Behr (88.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Luke Walz (TSV Pfedelbach, SRG Öhringen, Spielklasse: Verbandsliga)
Schiedsrichter-Assistenten:
Silas Walz (TSV Pfedelbach)
Jakob Friedrich Birkert (ASV Scheppach-Adolzfurt)
Gelbe Karten: 4 / 2
Rote Karten: – / –
Besondere Vorkommnisse: 
Beide Trainer – Marc Mutschler vom FCR und Christopher Baake vom SKV – aber auch Jan-Dominik Wirkner – Betreuer von Rutesheim – sehen wegen Unsportlichkeit jeweils die Gelbe Karte.
Zuschauer: ca. 100

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Am kommenden Samstag, den 24.10.2026 bittet die Mutschler-Elf am 11. Spieltag den Tabellenvorletzten VfB Friedrichshafen zu einem Kellerduell. Gespielt wird – Stand 18.10. – im Hohenberg-Stadion auf der Hohenberg-Sportanlage in Rottenburg am Neckar. Spielbeginn ist wie gewohnt um 15:30 Uhr. Das Spiel steht unter der Leitung von Dr. Max Angenendt vom FV Asch-Sonderbuch aus der Schiedsrichtergruppe Blautal/Lonetal.

Ein Leben für den FCR: 400 Pflichtspiele für unsere Legende René Hirschka



400 Pflichtspiele: René Hirschka wird zur FCR-Ikone

Ein Meilenstein für eine Vereinslegende. Seit 2007 im Trikot des FC Rottenburg.
René Hirschka hat am 10. Oktober 2026 im Spiel gegen den TSV Berg sein 400. Pflichtspiel für den FC Rottenburg absolviert. Damit gehört der Abwehrchef und Co-Spielertrainer zu einem exklusiven Kreis: Er ist erst der neunte Spieler in der Vereinsgeschichte, der diese beeindruckende Marke erreicht hat.
Seit seinem Debüt im Herrenbereich steht Hirschka für Vereinstreue, Einsatzbereitschaft und sportliche Qualität. Sein erstes Pflichtspiel für die Aktiven bestritt er am 14. April 2012 beim 3:2-Landesligasieg gegen den SV Zimmern. Der damals noch als Außenverteidiger in der A-Jugend eingesetzte Spieler wurde von seinem Entdecker und Trainer Erol Türkoglu in die erste Mannschaft berufen. Die Treffer für den FCR erzielten seinerzeit Bernd Kopp, Marco Calderaro und Cihan Canpolat.


Vom Jugendspieler zum Abwehrchef
Seinen Weg zum FC Rottenburg fand René Hirschka bereits im Juli 2007 während seines zweiten C-Jugendjahres. Sein Bruder und der ehemalige FCR-Spieler Moritz Glasbrenner, damals Trainer bei der SpVgg BSO, lotsten ihn nach Rottenburg. Dort erkannten und förderten die Trainerlegenden Didi Weber und Klaus Reichert früh sein Talent.
Hirschka begann seine Laufbahn im zentralen Mittelfeld und wechselte später zwischen der Sechser- und Viererposition. Im Laufe der Jahre wurde er zum Innenverteidiger umgeschult – eine Entwicklung, die ihn schließlich zum Abwehrchef des FCR werden ließ.
Den entscheidenden Schritt in den Aktivenbereich verdankte er seinem damaligen Trainer Erol Türkoglu. In der Saison 2012/13 holte dieser den A-Jugendlichen bereits zu den Herren und integrierte ihn fest in die Mannschaft. Seit der Saison 2024/25 ist Hirschka als Co-Spielertrainer tätig und unterstützt Cheftrainer Marc Mutschler als dessen rechte Hand. Die Kapitänsbinde gab er inzwischen an die nächste Generation weiter: an Leon Oeschger.
70 Tore als Innenverteidiger
In seinen 400 Pflichtspielen erzielte René Hirschka bislang 70 Tore – eine außergewöhnliche Bilanz für einen Abwehrspieler. Besonders bei Standardsituationen ist seine Kopfballstärke gefürchtet. Nicht selten findet sich der Innenverteidiger deshalb an der Spitze der internen Torjägerliste wieder.
Sein erstes Tor für den FCR erzielte Hirschka am 8. April 2013 beim 4:2-Heimsieg gegen den TuS Metzingen. Der damals im defensiven Mittelfeld eingesetzte Spieler belohnte sich mit einem herrlichen Volleyschuss zum zwischenzeitlichen 3:1. Sein damaliger Trainer Erol Türkoglu würdigte anschließend dessen engagierten Auftritt:
„Er war überall zu finden, warf sich in jeden Zweikampf, spielte kluge Pässe und belohnte sich mit einem herrlichen Volleytreffer.“
Ein weiterer Distanzschuss von Hirschka traf zudem den Pfosten. Nur eine Woche später gelang ihm gegen den FC Gärtringen sein erster Doppelpack für den FCR – genau ein Jahr nach seinem Debüt in der ersten Mannschaft.
Obwohl Hirschka in seiner ersten Saison mit dem FCR aus der Landesliga abstieg, brachte dieser Rückschlag seine Entwicklung nicht ins Wanken. Bis heute ist er aus der Rottenburger Defensive nicht wegzudenken. Auch seine Rückennummer 5 genießt im Verein längst Kultstatus.


Erfolgreiche Jahre mit dem FCR
In seiner Zeit beim FC Rottenburg konnte René Hirschka insgesamt acht Meisterschaften, ein Pokalsieg und drei Stadtpokalsiege feiern:
  • drei Meisterschaften mit den Aktiven in der Bezirksliga Alb
  • eine Meisterschaft mit den Aktiven in der Landesliga
  • jeweils zwei Meisterschaften mit den A- und B-Junioren
Im Jahr 2024 gewann er zudem das Double aus Meisterschaft und Bezirkspokal. Eine besondere Premiere feierte Hirschka bereits beim 37. Rottenburger Stadtpokal im Jahr 2012. Nach einem 4:2-Sieg gegen den TSV Dettingen durfte er den prestigeträchtigen Wanderpokal erstmals in die Höhe stemmen. Insgesamt gewann er den Stadtpokal dreimal – 2012, 2018 und 2022.
Platz sieben in der „Ewigen Liste“
Mit seinem 400. Pflichtspiel gehört Hirschka nun zu den zehn erfolgreichsten Spielern der Vereinsgeschichte. In der „Ewigen Liste“ belegt er aktuell den achten Platz und zog mit Vereinslegende Hugo Vollmer gleich, der unter anderem in den 1960er-Jahren als Trainer der ersten Mannschaft tätig war.
Mit seinem 401. Einsatz – im Spiel bei der SKV Rutesheim am 16. Oktober – wird Hirschka auf den siebten Platz vorrücken. Bis zum sechsten Rang, den der Ehrenvorsitzende und ehemalige Kapitän Thomas Mickeler belegt, fehlen ihm anschließend noch 31 Spiele. Zahlreiche Vereinsgrößen wie Freddy Fischer, Robert Biesinger, Alwin Dettenrieder, Dieter Wacker und Berthold Hallmaier hat Hirschka bereits überholt.
Ohne die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und mehrere schwere Verletzungen hätte der inzwischen 32-jährige Familienvater vermutlich sogar schon die Marke von 500 Pflichtspielen erreicht. Damit wäre er erst der vierte Spieler in der Vereinsgeschichte des FC Rottenburg mit dieser Einsatzbilanz.
Vereinstreue und Zusammenhalt
Für René Hirschka steht im Amateurfußball vor allem eines im Mittelpunkt: der Zusammenhalt. Seit vielen Jahren ist er im Aktivenbereich des FCR zu Hause, weil er die Gemeinschaft und das Menschliche innerhalb der Mannschaft besonders schätzt.
Seine größten Stärken sieht Hirschka selbst im Teamgeist. Darüber hinaus zeichnen ihn sein hervorragendes Stellungsspiel, sein Spielverständnis, seine Übersicht und seine kompromisslose Zweikampfführung aus. Seine Zuverlässigkeit und sein Engagement machen ihn sowohl auf als auch neben dem Platz zu einer unverzichtbaren Stütze des Vereins.
Auch abseits des Spielfelds übernimmt Hirschka Verantwortung. Als Veranstaltungsleiter trägt er maßgeblich zum Erfolg der jährlichen Großveranstaltungen des FC Rottenburg bei. Seine ausgeprägte Organisationsfähigkeit und sein Talent im Projektmanagement sind dabei eine wertvolle Unterstützung für den gesamten Verein.
Ein besonderer Meilenstein
Vor dem Spiel gegen den TSV Berg würdigte Moritz Koch, Geschäftsführer des FC Rottenburg, die außergewöhnliche Leistung und überreichte René Hirschka als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400.
Im Februar 2022 heiratete René seine langjährige Freundin Jana. Im vergangenen Jahr wurde die Familie durch die Geburt eines Sohnes erweitert.
Der FC Rottenburg gratuliert René Hirschka herzlich zu seinem 400. Pflichtspiel und bedankt sich für seine herausragende Vereinstreue, seinen Einsatz und sein Engagement auf und neben dem Platz. Mit seiner sportlichen Qualität, seiner Persönlichkeit und seiner Verbundenheit ist er längst zu einer echten FCR-Ikone geworden.
Wir wünschen René für die kommenden Jahre weiterhin viele erfolgreiche und verletzungsfreie Einsätze – und hoffen, ihn schon bald auch für 500 Pflichtspiele im Trikot des FC Rottenburg ehren zu dürfen.

Chancenlos im eigenen Stadion: FCR verliert klar mit 0:5 gegen den TSV Berg



Eckdaten des Spiels

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2026/27
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 9. Spieltag
Datum: Samstag, 10.10.2026 | 15:30 Uhr
Spielort: Hohenberg-Stadion Rottenburg (Rasenplatz)

Spieltag-Ticker

  • 400 Pflichtspiele: Ehrung für René Hirschka
  • Fünftes Spiel ohne eigenes Tor
  • FCR mit der vierten Niederlage in Folge
  • Führungs-Traumtor aus 90 Meter durch Berg´s Keeper Andre Port
  • FCR ohne Leyhr, Rohrer, Weber, Heberle, Jansen und Bader

Das Spiel wurde präsentiert von… 


Hirschka´s Jubiläum: 400 Pflichtspiele für den FC

René Hirschka hat sein 400. Pflichtspiel für den FC Rottenburg bestritten. Damit ist der Abwehrchef und Co-Spielertrainer erst der neunte Akteur in der Vereinsgeschichte, der diese beeindruckende Marke erreicht. Sein erstes Spiel für den FCR absolvierte Hirschka am 14. April 2012. Der damals noch als Außenverteidiger in der A-Jugend eingesetzte Spieler debütierte unter seinem Entdecker und Trainer Erol Türkoglu beim 3:2-Sieg in der Landesliga gegen den SV Zimmern. Die Treffer für den FC Rottenburg erzielten damals Bernd Kopp, Marco Calderaro und Cihan Canpolat.
In seiner außergewöhnlichen Laufbahn erzielte Hirschka als Innenverteidiger bislang 70 Tore – viele davon nach Standardsituationen und mit großer Kopfballstärke. Ohne die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sowie mehrere schwere Verletzungen hätte der mittlerweile 32-jährige Familienvater vermutlich bereits die Marke von 500 Einsätzen erreicht. Mit diesem Meilenstein wäre Hirschka erst der vierte Spieler in der Vereinsgeschichte des FC Rottenburg. Mittlerweile gehört er der Top 10 der „Ewigen Liste“ an und belegt gemeinsam mit Hugo Vollmer den achten Platz.
Vor dem Spiel gegen den TSV Berg würdigte Moritz Koch, Geschäftsführer des FC Rottenburg, die außergewöhnliche Leistung und überreichte René Hirschka als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400. Der FC Rottenburg gratuliert René Hirschka herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und wünscht ihm für die kommenden Jahre weiterhin viele erfolgreiche sowie verletzungsfreie Einsätze. Möge er sein großes Ziel – 500 Pflichtspiele für den FCR – erreichen.

Debütierte in der 1. Mannschaft der Herren am 14. April 2012: Der mittlerweile 32-jährige René Hirschka


Bittere Niederlage an Hirschka´s Ehrentag

Der TSV Berg hat am 9. Spieltag der Verbandsliga Württemberg vor rund 200 Zuschauern einen souveränen 5:0 (3:0)-Auswärtssieg beim FC Rottenburg gefeiert und damit die Tabellenführung übernommen. Am Samstagnachmittag, den 10.10.2026 zeigte der TSV Berg im Hohenbergstadion bei herbstlichen Temperaturen seine ganze Dominanz und übernahm wie auch die letzten Gegner des FCR – bis auf Neu-Ulm – die hier auf dem Hohenberg spielten, die Tabellenführung. Die Berger Tore erzielten ihr Torhüter Andre Port mit einem langen Ball aus dem eigenen Strafraum, 2x Toptorjäger Hannes Pöschl und Markus Maurer, sowie der Kiebinger Daniel Schachtschneider. In der Tabelle rutschte der FCR von Platz 9 auf den 10. Platz ab, bleibt aber bei 9 Punkten stehen. Damit wurde auch der Ehrentag der FCR-Legende René Hirschka getrübt: Im Spiel gegen Berg absolvierte er sein 400. Pflichtspiel und rückte dadurch in der ewigen Vereinsrangliste auf den achten Platz vor.
Das klingt nach einem klassischen Fall von zu viel Risiko gegen einen abgeklärten Gegner. Wenn man gegen ein Topteam wie den TSV Berg so offen mitspielt, wird jeder Fehler im Aufbau oder in der Rückwärtsbewegung eiskalt bestraft. Der gute Start des FC Rottenburg zeigt zwar, dass der Matchplan mit zum Teil guten Chancen in der ersten Viertelstunde kurzzeitig aufging, aber ein 0:5 ist am Ende natürlich extrem bitter und deutet darauf hin, dass Berg nach dem ersten Tor die Räume eiskalt genutzt hat. Nach den Niederlagen gegen die Stuttgarter Kickers im Pokal (0:6), den TSV Oberensingen (0:5) und den FSV Hollenbach (0:4) war dies bereits der nächste bittere Rückschlag vor heimischem Publikum.
Dabei erwischte der FC Rottenburg zunächst einen vielversprechenden Start. Mit einer offensiven Ausrichtung gelang es der Mannschaft, in der ersten Viertelstunde einige gute Möglichkeiten herauszuspielen. Der gewählte Matchplan schien zunächst aufzugehen. Gegen einen abgeklärten Gegner wie den TSV Berg wurde die offensive Spielweise jedoch zunehmend zum Risiko. Sobald in der Rückwärtsbewegung oder im Spielaufbau Räume entstanden, nutzten die Gäste diese konsequent aus.
Besonders sinnbildlich für den unglücklichen Spielverlauf war die Entstehung des 0:1 in der 18. Minute. Bergs Torhüter Andre Port überraschte die Rottenburger Hintermannschaft mit einem weiten Abschlag aus dem eigenen Strafraum. Die Defensive des FCR, einschließlich Torhüter Julian Häfner, verschätzte sich bei der Flugbahn des Balles, sodass der TSV Berg früh in Führung gehen konnte. In der Folge verlor Rottenburg zunehmend an Kompaktheit und Sicherheit. Die Gäste nutzten die sich bietenden Räume eiskalt und stellten die Weichen bereits vor der Pause auf Sieg.
Der Nachmittag stand zugleich im Zeichen eines besonderen Vereinsjubiläums. René Hirschka absolvierte sein 400. Pflichtspiel im Trikot des FC Rottenburg. Vor dem Anpfiff würdigte Geschäftsführer Moritz Koch diese außergewöhnliche Leistung mit einigen persönlichen Worten und überreichte Hirschka als Dankeschön ein aktuelles FCR-Trikot mit der Rückennummer 400. Der sportliche Verlauf konnte diesem besonderen Anlass allerdings nicht gerecht werden.
Für die Mutschler-Elf spitzt sich die Lage in der Verbandsliga damit weiter zu. Nach den erneuten Gegentoren gingen Glaube und Kompaktheit zunehmend verloren, wodurch die Partie letztlich vollständig aus der Hand glitt. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf lediglich einen Punkt geschmolzen. Zudem weist der FCR mit einer Tordifferenz von minus 16 inzwischen das drittschlechteste Torverhältnis der Liga auf – nur Balingen II und Friedrichshafen stehen in dieser Statistik noch schlechter da. Damit könnte das Torverhältnis am Saisonende erneut eine entscheidende Rolle spielen. In der vergangenen Spielzeit hatte es dem FC Rottenburg noch den Klassenerhalt gesichert.
Der TSV Berg bestätigte im Hohenbergstadion seine herausragende Form. Mit Kapitän Jonathan Hill, Abwehrchef Manuel Geiselhart, dem erfahrenen Tim Lauenroth sowie den torgefährlichen Angreifern Hannes Pöschl, Daniel Schachtschneider und Markus Maurer verfügt die Mannschaft über Qualität in allen Mannschaftsteilen. Nach neun Spieltagen stellt Berg gemeinsam mit Göppingen die beste Defensive der Liga und musste erst sechs Gegentreffer hinnehmen. Gleichzeitig erzielte der TSV bereits 28 Tore – Ligabestwert.
Unter Trainer Oliver Ofentausek bleibt Berg damit weiterhin ungeschlagen und übernahm folgerichtig die Tabellenführung. Der TSV präsentiert sich derzeit als Mannschaft der Stunde und zählt zweifellos zu den Favoriten auf die Meisterschaft. Der FC Rottenburg sollte die deutliche Niederlage daher sachlich einordnen: Berg ist aktuell kein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, sondern bewegt sich in einer anderen Tabellenregion und verfügt über eine außergewöhnliche individuelle Qualität. Für den FCR gilt es nun, die richtigen Lehren aus der Partie zu ziehen, die Defensive zu stabilisieren und in den kommenden Spielen gegen direkte Konkurrenten wieder wichtige Punkte zu sammeln.


Kurioses Tor aus dem eigenen Strafraum durch Bergs Torhüter
Das Spiel begann für den FCR vielversprechend. Die Rottenburger waren zunächst spielbestimmend und erspielten sich in den ersten 16 Minuten mehrere gute Möglichkeiten, um mit einem oder sogar zwei Treffern in Führung zu gehen. Bereits in der 3. Minute hatte Daniel Genuardi nach Vorarbeit von Luca Alfonzo die erste gute Chance. Nach einer Hereingabe über die linke Seite kam Genuardi am kurzen Pfosten zum Abschluss, scheiterte jedoch am Berger Torhüter. In der 10. Minute versuchte es Raphael Langer mit einem überraschenden Drehschuss. Sein Abschluss wurde jedoch von der Berger Abwehr geblockt. Nur zwei Minuten später kamen zunächst Alfonzo und anschließend erneut Genuardi zu weiteren Möglichkeiten – doch wieder war Bergs Keeper Endstation. Ein weiter Abwurf auf Hannes Pöschl wurde anschließend von der hoch stehenden Rottenburger Abwehr abgefangen. Dann folgte die wohl größte Chance für den FCR: Alfonzo setzte Guido Njekang mit einem hervorragenden Pass in den Lauf. Njekang marschierte allein und mit hohem Tempo auf das Berger Tor zu, verzog seinen Schuss jedoch deutlich. Bei einem sauber getroffenen Abschluss hätte Rottenburg zu diesem Zeitpunkt zwingend mit 1:0 in Führung gehen müssen.
Dann folgte die viel diskutierte 18. Minute, die wie aus dem Nichts die 0:1-Führung für Berg brachte. Bis dahin konnte FCR-Trainer Marc Mutschler durchaus zufrieden sein: „Wir hatten mehr Ballbesitz und waren in der Anfangsphase die bessere Mannschaft.“ Doch dann ereignete sich ein außergewöhnliches Tor: Bergs Torhüter Andre Port bemerkte, dass FCR-Keeper Julian Häfner weit vor seinem Tor stand. Auch die gesamte Rottenburger Abwehr war weit aufgerückt. Port fasste sich daraufhin aus dem eigenen Fünfmeterraum ein Herz und überwand Häfner mit einem Distanzschuss. Bergs Stürmer Hannes Pöschl setzte dem Ball noch nach, schaute letztlich aber nur zu, wie dieser über die Torlinie rollte. Theoretisch hätte Pöschl den Treffer noch selbst erzielen um damit sein Torkonto weiter auszubauen. „Das war der Dosenöffner gegen Rottenburg“, bilanzierte Bergs Kapitän Jonathan Hill.
Nach diesem kuriosen Treffer musste sich der FCR zunächst sammeln. Auch die Zuschauer im Stadion waren sichtlich überrascht. Berg nutzte die entstandene Unsicherheit und erhöhte in der 24. Minute auf 0:2. Ein Konter über die rechte Seite brachte die Rottenburger Hintermannschaft erneut in Bedrängnis. Die Hereingabe ins Zentrum nahm Pöschl an und legte auf Markus Maurer ab. Dieser zögerte nicht lange und schob mit seinem achten Saisontreffer aus 15 Metern zum 0:2 ein.
Rottenburg zeigte sich jedoch weiterhin bemüht. In der 27. Minute nahm Luis Kalbacher einen Freistoß von Oeschger volley, setzte den Ball aber am Tor vorbei. Sieben Minuten später scheiterte Maxime Ackermann, der nach seiner Rotsperre von den FCR-Fans schmerzlich vermisst worden war, nach einem Lauf über die linke Seite am Berger Torhüter. Der FCR hatte seine Möglichkeiten, agierte vor dem Tor jedoch unglücklich. Insgesamt entwickelte sich ein intensiv geführtes Spiel mit zahlreichen hektischen Phasen. Die Berger Defensive wirkte dabei durchaus anfällig, doch Rottenburg konnte die Unsicherheiten in der gegnerischen Hintermannschaft nicht konsequent ausnutzen.
Von Berg waren bis dahin nur wenige nennenswerte Offensivaktionen zu sehen. Auf Rottenburger Seite scheiterte René Hirschka in der 43. Minute nach einer Flanke von Behr per Kopf. Und dann wurde der FCR erneut in einem denkbar ungünstigen Moment bitter bestraft: In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte der Kiebinger Daniel Schachtschneider nach einer Kombination mit Hannes Pöschl das 0:3 für Berg. Gemessen am Spielverlauf fiel die Führung der Gäste zur Halbzeit deutlich zu hoch aus. Doch Fußball kann manchmal grausam sein. Kurz darauf beendete Schiedsrichter John Köber aus Stuttgart, der die Partie insgesamt souverän leitete, die erste Halbzeit.


Zweite Halbzeit ganz im Zeichen von Hannes Pöschl
Marc Mutschler reagierte zur Halbzeit und nahm zwei Wechsel vor. Für den angeschlagenen Kapitän Leon Oeschger kam Neuzugang Max Ilijan Varivoda ins Spiel. Der Mittelfeldspieler verfügt über Oberliga-Erfahrung beim SC Velbert und soll sich nach längerer Verletzung zunächst bei unserer „Zwoiden“ wieder in Form bringen. Zudem ersetzte Julian Kiesecker Raphael Langer.
Wie bereits im ersten Durchgang war der FC Rottenburg trotz des 0:3-Rückstands zunächst die spielbestimmende Mannschaft. Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus. Denn Fußballspiele werden letztlich durch Tore entschieden – und die erzielte an diesem Nachmittag bislang ausschließlich der TSV Berg. Klar war die Möglichkeit vorhanden nach der Halbzeit ein frühes 1:3 zu machen. Solltet es uns gelingen die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit dann Anschluss zu erzielen, dann wird es schon noch mal spannend. Dann kommt evtl. bei Berg noch mal Unruhe rein, aber das war jetzt nicht der Fall.
In der 59. Minute, bis dahin war die zweite Halbzeit ohne nennenswerte Höhepunkte verlaufen, brachte Luis Kalbacher den Berger  Mittelfeldspieler Tim Lauenroth, Neuzugang vom Oberligisten FV Ravensburg, im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Köber zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Eine Aufgabe für den auffälligsten Spieler der Partie und Bergs Top-Torjäger Hannes Pöschl. Doch Rottenburgs Torhüter Julian Häfner, der bekanntlich als Elfmeterkiller gilt, parierte Pöschls halbhoch nach rechts getretenen Versuch souverän.
Kurz darauf reagierte der FCR erneut und brachte in der 62. Minute Loris Zettel für Alfonzo sowie Johannes Bastians für Kalbacher. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts – im Gegenteil: In der 70. Minute setzte sich Tim Lauenroth auf der rechten Seite stark durch und spielte den Ball scharf und flach in die Mitte. Pöschl nahm die Hereingabe am ersten Pfosten direkt und hämmerte den Ball ins kurze Eck zum 0:4. Nur drei Minuten später rutschte ein Berger Spieler – vermutlich erneut Pöschl – nach einem Flachpass an den zweiten Pfosten in den Ball, setzte diesen diesmal jedoch deutlich über das Tor. Die Szene verdeutlichte dennoch, dass man die gefährliche Berger Offensive zu keiner Zeit aus den Augen verlieren durfte.
Nach einem nicht konsequent ausgespielten Konter der Gäste kam der FCR in der 84. Minute zu drei Eckbällen in Folge. Dabei geriet die Berger Hintermannschaft noch einmal unter Druck, doch der verdiente Ehrentreffer blieb den Rottenburgern verwehrt. In der 90. Minute machte Hannes Pöschl schließlich den Deckel drauf. Nach einem Pass in die Tiefe ließ er sich die Chance im direkten Duell nicht nehmen und erzielte das 0:5 für den TSV Berg. Kurz vor dem Abpfiff kam Lukas Behr nach einer Ecke von Ackermann noch einmal zu einer guten Möglichkeit, den Ehrentreffer zu erzielen. Doch an diesem Nachmittag und gegen diesen starken Gegner sollte es einfach nicht sein. Wenig später beendete Schiedsrichter Köber von der SRG Stuttgart die Partie.

Fazit
Der FC Rottenburg erlebte im Heimspiel gegen den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter TSV Berg einen äußerst bitteren Nachmittag. Mit einer offensiven und mutigen Ausrichtung wollte der FCR von Beginn an Akzente setzen, wurde für die dabei entstehenden Räume jedoch konsequent bestraft.
Der TSV Berg stabilisierte nach anfänglichen Schwierigkeiten seine Defensive, übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spiel und nutzte die sich bietenden Möglichkeiten äußerst effizient. Am Ende musste sich der FC Rottenburg deutlich mit 0:5 geschlagen geben. Durch die Niederlage des 1. Göppinger SV bleibt der TSV Berg weiterhin ungeschlagen und übernahm erstmals seit dem 23. August 2025 wieder die Tabellenführung. Überragender Akteur der Partie war Hannes Pöschl, der an sämtlichen fünf Treffern des TSV beteiligt war.
Für die Mannschaft von Marc Mutschler war es bereits die vierte Niederlage in Folge. In der Verbandsliga Württemberg richtet sich der Blick damit zunehmend auf die unteren Tabellenregionen. Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Freitag, 16. Oktober 2026. Dann gastiert der FC Rottenburg um 19:30 Uhr beim SKV Rutesheim. Wir sollten dringend punkten. sonst wird es ähnlich wie letztes Jahr und wir können nicht davon ausgehen, wieder so eine überragende Rückrunde zu spielen. Doc auch Rutesheim kämpft um wichtige Punkte, sodass die Begegnung zu einem richtungsweisenden Duell im Tabellenkeller werden dürfte.


Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Wir starteten super ins Spiel und haben gute Ballbesitzphasen sowie mehrere Aktionen im und um den Sechzehner von Berg. Leider verpassen wir es, wie so oft, aus unseren Aktionen etwas Zählbares mitzunehmen. Durch einen sehenswerten Treffer des Torspielers aus Berg sowie einen individuellen Fehler unsererseits geraten wir mit 0:1 in Rückstand. Ab diesem Zeitpunkt waren wir wie in Schockstarre, verloren unseren Spielfluss und fanden nicht mehr richtig ins Spiel. Der Treffer kurz vor der Halbzeit war zeitlich ebenfalls sehr bitter und leitete letztlich die Niederlage ein. Für uns gilt es nun, uns an die eigene Nase zu fassen und in den verbleibenden sechs Spielen alles reinzuwerfen, um das Ruder herumzureißen.

Pressestimmen

Tor des Jahres leitet 0:5 ein
Artikel lesen | Martin Körner am 12.10.2026 | Südwest Presse/ Schwäbisches Tagblatt
Torwart Andre Port schießt das Tor des Jahres
Artikel lesen | Thorsten Kern am 10.10.2026 | Schwäbische/ Bezirk Oberschwaben
Torwart trifft aus 90 Metern
Artikel lesen | 12.10.2026 | Reutlinger General-Anzeiger

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – René Hirschka, Raphael Langer (46. Kiesecker), Ruben Nyanga, Lukas Behr, Leon Oeschger (C) (46. Varivoda), Luis Kalbacher (64. Bastians), Daniel Genuardi (64. Gruhonjic), Luca Alfonzo (62. Zettel), Maxime Ackermann, Gaildonald Chefor Njekang
Auswechselbank FC Rottenburg:
Nick Gutekunst, Fazli Krasniqi – Johannes Bastians, Loris Zettel, Melvin Gruhonjic, Julian M. Kiesecker, Max Ilijan Varivoda, Daniel Metzger
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Andre Port (18.)
0:2 Markus Maurer (24.)
0:3 Daniel Schachtschneider (45.+2)
0:4 Hannes Pöschl (70.)
0:5 Hannes Pöschl (90.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Dr. John Köber (ABV Stuttgart, Schiedsrichtergruppe Stuttgart, Spielklasse: Verbandsliga)
Schiedsrichter-Assistenten:
Stephan Nerlich (TSV Heumaden)
Eyüp Alperen Keles (TSV Steinhaldenfeld)
Gelbe Karten: 2 / 3
Rote Karten: – / –
Besondere Vorkommnisse: 
Julian Häfner (FCR) hält in der 60. Minute einen von Hannes Pöschl (Berg) geschossenen Foulelfmeter. 
Zuschauer: ca. 200

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Weiter geht es mit der Mutschler-Elf bereits am kommenden Freitag, den 16.10.2026, mit der Auswärtspartie beim Aufsteiger und Tabellenzwölften SKV Rutesheim. Gespielt wird auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Bühl in Rutesheim. Spielbeginn ist abends um 19:30 Uhr. Unparteiischer der Partie ist Oberliga-Schiedsrichter Achim Mauz vom TSV Harthausen/Scher aus der Schiedsrichtergruppe Zollern-Balingen.