Dämpfer im Kreis-Derby: Mutschler-Elf verliert mit 2:5 bei der TSG Tübingen



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 24. Spieltag
Datum: Samstag, 28.03.2026 | 15 Uhr
Spielort: TSG-Gelände Tübingen (Kunstrasenplatz)


18 Minuten Fassungslosigkeit beim FC Rottenburg

Die Verbandsliga bleibt weiterhin eine herausfordernde Bühne für den FC Rottenburg. Erstmals seit längerer Zeit trat der FCR nicht als Außenseiter in der Universitätsstadt Tübingen an. Nach zwei Siegen in Serie folgte jedoch eine klare Niederlage. Die TSG Tübingen setzte binnen 18 Minuten, also zwischen der 10. und 28. Minute ein deutliches Zeichen und brachte die Rottenburger früh auf die Verliererstraße. Dennoch präsentierte sich das Team von Trainer Marc Mutschler im weiteren Verlauf beeindruckend: Über die restlichen 60 Minuten dominierte der FC mit einer mitreißenden zweiten Halbzeit. Trotz anhaltenden Regens erzielten Lennis Eberle (36. Minute, 1:4) und Lukas Behr (58. Minute, 2:4) die beiden Tore für Rottenburg. Besonders bitter verlief die 87. Minute, als Behr einen vielversprechenden Strafstoß vergab – eine Gelegenheit, den Rückstand weiter zu verkürzen. Vor rund 300 Zuschauern, von denen gut die Hälfte aus Rottenburg angereist waren, zeigte der FCR eine starke zweite Halbzeit und bestimmte das Spielgeschehen klar, blieb jedoch ohne den erhofften Punktgewinn. Zudem sorgte der Schiedsrichter für Diskussionen, da viele Beobachter seine Entscheidungen als eindeutig zugunsten der TSG werteten.
Tabellarisch bleibt die Situation für den FC Rottenburg unverändert: Mit 23 Punkten verbleibt das Team drei Zähler hinter dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Die TSG Tübingen hat durch den Sieg auf zwei Punkte zu den Rottenburgern aufgeschlossen. Am kommenden Ostersamstag, dem 4. April, empfängt der FCR im nächsten Heimspiel die Sportfreunde Dorfmerkingen, aktuell Tabellenvierter mit 42 Punkten. Das Hinspiel endete trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Halbzeitführung für Rottenburg noch mit einer 2:3-Niederlage. Dieses bevorstehende Duell verspricht erneut eine anspruchsvolle Herausforderung für die Mannschaft von Marc Mutschler.
Unkonzentrierte Anfangsphase als entscheidender Faktor
Die frühe Phase des Spiels wurde durch zahlreiche Unkonzentriertheiten geprägt. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive fehlte es an der notwendigen Präzision, was sich in einfachen Ballverlusten und vermeidbaren Gegentoren niederschlug. Insbesondere die etwas zu offensive Ausrichtung führte zu Lücken in der Hintermannschaft, die der Gegner konsequent ausnutzte. Dennoch spiegelte das Ergebnis nicht die Gesamtleistung des FCR wider. Trotz großer Einsatzbereitschaft gelang es nicht, die nötige Stabilität zu erreichen und eine erfolgreiche Aufholjagd zu starten, auch weil der Ex-Rottenburger Tom Mang im Tübinger Tor einen Sahnetag erwischte und nicht zu Unrecht – dank des FC Rottenburg – in der Schwitzkasten-Elf der Woche steht.
Die Reaktionen der zahlreich mitgereisten Rottenburger Fans waren eindeutig: Als schwächstes Glied wurde vor allem der Schiedsrichter kritisiert. Insbesondere nachdem bekannt wurde, dass derselbe Unparteiische bereits beim Auswärtsspiel in Hofherrnweiler zwei FCR-Spieler unter fragwürdigen Umständen mit Rot vom Platz gestellt hatte. In dieser Saison kassierte der FCR somit bereits drei Platzverweise – alle drei durch denselben Schiedsrichter. Auch am vergangenen Samstag wurde ein Platzverweis als ungerecht empfunden, über den an dieser Stelle nichts weiter gesagt werden muss. Statt Frust dominierte jedoch überraschenderweise Optimismus, denn die starke zweite Halbzeit zeigte deutlich das Potenzial der Mannschaft. Die Spieler wirkten selten so emotional und wütend wie beim diesjährigen Derby in Tübingen – dies ist aufgrund der intensiven Bedeutung des Spiels und der schwachen Schiedsrichterleistungen gut nachvollziehbar.
Verbandsliga verlangt höchste Konzentration und Disziplin
Die Verbandsliga stellt hohe Anforderungen: Es darf keine Momente der Unachtsamkeit geben, jeder Fehler wird sofort bestraft. Der FC Rottenburg steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe, bei der keinerlei nachlassende Konzentration erlaubt ist. Das Team muss lernen, schwierige Phasen besser zu überstehen und eigene Schwächen zu minimieren. Trainer Marc Mutschler kann auf der gezeigten Leistung aufbauen, wenngleich die kritischen 18 Minuten zum Spielbeginn deutliche Defizite offenbarten.


Erste Halbzeit: Totaler Blackout in kürzester Zeit
Der FC Rottenburg ging mit dem klaren Ziel in das Spiel, einen Dreier zu erringen und somit die Mini-Siegesserie fortzusetzen. Bereits in der 2. Spielminute setzte Lukas Bahr mit seinem ersten Torschuss ein erstes Ausrufezeichen, doch der ehemalige FCR-U19-Keeper Tom Mang im Tübinger Tor konnte den Ball souverän parieren. In der siebten Minute kam es im Rottenburger Strafraum nach einer Freistoßflanke zu einer brenzligen Situation, die jedoch geklärt werden konnte.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigte sich leider eine Phase, die als Blackout bezeichnet werden muss. Ein schneller Konter über die linke Seite führte aus halblinker Position zur 1:0-Führung für Tübingen. Zwei Minuten später hatte Jan Baur die große Möglichkeit zum Ausgleich: Ein Freistoß von Maxime Ackermann (11.) fand René Hirschka, der jedoch regelwidrig zu Fall gebracht wurde – der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. In der 20. Minute erzielte die TSG nach einem schnellen Angriff das 2:0, wobei die Zuschauer eine Abseitsposition reklamierten, die vom Schiedsrichter nicht anerkannt wurde.
Nur drei Minuten später erhöhte die TSG erneut, nachdem sie den FCR in einer Überzahlsituation (3 gegen 1) überrumpelte und auf 3:0 stellte. Das Spiel drohte für Rottenburg zunehmend bitter zu verlaufen. Vier Minuten später erzielte TSG-Kapitän Marius Thomas per Kopf nach einem Freistoß aus dem Halbfeld das 4:0.
Angesichts der Situation reagierte FCR-Trainer Marc Mutschler und brachte in der 31. Minute Lennis Eberle und Julian Kiesecker für Jan Baur und Jakob Bader in die Partie, um neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Diese Maßnahme zeigte Wirkung: In der 36. Minute erzielte Lennis Eberle nach einem Freistoß von Kapitän Leon Oeschger den Anschlusstreffer zum 1:4. Nach einer Parade des Tübinger Torhüters Mang gelang Eberle durch den Abpraller der erfolgreiche Abschluss.
Die 42. Minute brachte jedoch weitere Unruhe: Nach einem zunächst harmlosen Foul von Leon Oeschger an einem Tübinger Spieler zögerte der Schiedsrichter Mario Doser lange mit der Entscheidung, bevor er Oeschger die Gelb-Rote Karte zeigte. Diese Entscheidung wurde von Spielern, Fans und Betreuern des FCR als unverhältnismäßig empfunden, insbesondere da Oeschger bereits in der 27. Minute wegen eines vergleichbar unkritischen Fouls verwarnt worden war. Die Rottenburger Anhänger sowie die Mannschaftsbank reagierten daraufhin mit heftiger Empörung. Insgesamt wurde die Leistung des Schiedsrichters, der auch in anderen Entscheidungen während der ersten Halbzeit umstritten agierte, als mangelhaft wahrgenommen.


Zweite Halbzeit gibt weiter Hoffnung: Ausgleich war drin
Der FCR zeigte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl mutig und offensiv ausgerichtet – ein notwendiger Schritt nach dem 1:4-Rückstand. In der 58. Minute nutzte Behr eine Kopfballvorlage von Nick Heberle konsequent, profitierte dabei von einem Fehler des gegnerischen Torwarts und erzielte mit seinem 16. Saisontor den wichtigen 2:4-Anschluss.
Dieser Treffer gab dem FCR neue Hoffnung. Bereits in der 61. Minute reagierte das Team mit einer personellen Veränderung: Winter-Neuzugang Ali Hamdar mit aufsteigender Tendenz ersetzte Manuel Weber, der sich bislang defensiv orientiert hatte und zudem bei einem rutschigen Kunstrasen sein Schuhwerk wechseln musste. Kurz darauf, in der 67. Minute, bot sich die nächste Gelegenheit für den Anschlusstreffer, als ein Freistoß von Ackermann hoch in den Strafraum zu Hirschka kam. Dessen Kopfball parierte TSG-Keeper Mang jedoch souverän zur Ecke.
Die darauffolgenden zehn Minuten blieben ohne nennenswerte Höhepunkte. In der 78. Minute wurde Luca Alfonzo eingewechselt, der nach seiner Rückkehr von der TSG Tübingen noch nicht vollständig in Form ist, er ersetzte den angeschlagenen Nick Heberle. Trotz weiterhin dominanter Spielanteile und guten Angriffen fehlte es dem FCR an dem nötigen Glück und der Präzision im Abschluss.
In der 79. Minute hatte die TSG ihre einzige nennenswerte Chance der zweiten Halbzeit, doch FCR-Torwart Julian Häfner zeigte erneut seine starke Form und vereitelte mit einer Riesentat diese vielversprechende Situation. Im Gegenzug scheiterte Ackermann mit einem Distanzschuss, bevor Behr kurz darauf mit voller Entschlossenheit agierte. Sein Kopfball wurde wiederum vom Torwart zur Ecke abgewehrt.
Die 87. Minute brachte einen großen Hoffnungsschimmer: Behr wurde im Strafraum klar mit der Hand von hinten weggedrückt – Elfmeter für den FCR. Die Chance, auf 3:4 zu verkürzen und die Spannung zurück ins Spiel zu bringen, war greifbar. Leider rutschte Behr bei den schwierigen Wetterbedingungen der Ball unglücklich über den Fuß und flog weit über das Tor. Dieser Fehlschuss markierte vermutlich die letzte große Gelegenheit für den Ausgleich. Trotz Unterzahl war der FCR erneut die bessere Mannschaft auf dem Platz.
In der Folge sorgten die offensiven Bemühungen jedoch für defensive Lücken, die die TSG schnell ausnutzte: Nach einem Konter, der durch einen klar falschen Einwurf eingeleitet wurde, stellte sie den Spielstand mit dem 5:2 endgültig her – ein Ergebnis, das keine weiteren Diskussionen mehr zuließ. Anschließend konzentrierte sich die Debatte auf das schwache Auftreten des Schiedsrichtergespanns, insbesondere nachdem ein klarer Foulimpuls an Eberle im Strafraum ebenfalls unbeachtet blieb.
Insgesamt war es ein schwarzer Tag für den FCR, der sich jedoch bis auf eine schwache Phase von 18 Minuten nichts vorzuwerfen hatte. Nach vier Minuten Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter dieses Derby ab.
Fazit
Fußball kann gnadenlos sein: Die Mutschler-Elf wurde zwischen der 10. und 28. Minute unerklärlicherweise bei vielen individuellen Fehlern schon früh um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Abgesehen von diesen 18 Minuten kann der FC-Trainer Marc Mutschler mit der gezeigten Leistung zufrieden sein. Das Team will nun gegen Dorfmerkingen, die im Hinspiel knapp unterlagen, an die starke zweite Halbzeit anknüpfen und so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Ein Sieg im anstehenden Topspiel gegen die Ost-Älbler wäre dabei eine wertvolle Hilfe.
Zusammenfassend zeigt die Mannschaft trotz der Niederlage eine Entwicklung in die richtige Richtung. Der Fußball des FCR ist von Dominanz und Spielkontrolle geprägt, was das Team weiter ausbauen muss. Entscheidend wird sein, zukünftig stabil über die gesamte Spieldauer  bzw. zwei durchgehend zwei starke Halbzeiten, konstante Leistungen abzurufen und das notwendige Quäntchen Glück zu erzwingen. Nur so lässt sich der Klassenerhalt in der Verbandsliga realistisch gestalten.
Für den FCR gilt es nun, die negativen Eindrücke abzuschütteln und die Lehren aus diesem Derby zu ziehen, um in den kommenden Partien wieder die aufsteigende Form zu finden. Gleichzeitig wird man den Umgang mit Schiedsrichterentscheidungen künftig gelassener angehen müssen, auch wenn die aktuelle Partie zeigte, dass eine ausgewogenere Schiedsrichter-Leistung und mehr Fingerspitzengefühl in solch emotionalen Derbys durchaus wünschenswert gewesen wären.

Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Ich bin nach wie vor enttäuscht über die mangelhafte Leistung der Schiedsrichter. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu dem Auftritt mit null Punkten. Unser Plan funktionierte in der ersten Halbzeit nicht wie besprochen, und wir wurden überrollt – aus drei Chancen resultieren drei Tore. Wir wollen die Tage nach den Fehlern bei uns suchen und uns fragen, warum wir regelmäßig in der ersten Halbzeit noch nicht auf dem Niveau sind. Vor der zweiten Halbzeit ziehe ich meinen Hut. Wir haben viel gearbeitet und es geschafft, dass die Unterzahl nicht auffiel. Es gab Chancen für die Aufholjagd, und ein Unentschieden wäre durchaus möglich gewesen, aber es sollte nicht sein.


Pressestimmen

Lukas Behr: Vom Vorbereiter zum Torjäger
Artikel lesen | Sascha Eggebrecht am 26.03.2026 | Schwäbisches Tagblatt
TSG Tübingen beendet den Rottenburger Aufwärtstrend
Artikel lesen | Max Schäfer am 30.03.2026 | Schwäbisches Tagblatt
FC Rottenburg verpasst Big Points
Artikel lesen | Sascha Eggebrecht am 30.03.2026 | Neckar-Chronik

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)

Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Stanislav Votentsev, René Hirschka, Maxime Ackermann (87. Biesinger), Jan Baur (31. Eberle), Lukas Behr, Leon Oeschger (C), Nick Heberle (78. Alfonzo), Jakob Bader (31. Bader), Moritz Rohrer, Manuel Weber (61. Hamdar)
Auswechselbank FC Rottenburg:
Maximilian Blesch, Fazli Krasniqi – Loris Zettel, Lennis Eberle, Maximilian Biesinger, Ali Hamdar, Daniel Angerer, Julian M. Kiesecker, Oleh Stepanenko, Luca Alfonzo
Trainerbank FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Karl Ellsässer, Physiotherapeut Tobias Straub
Tore:
1:0 Constantin Zeyer (10.)
2:0 Hennoch Grauer (20.)
3:0 Hennoch Grauer (23.)
4:0 Marius Thomas (28.)
4:1 Lennis Eberle (36.)
4:2 Lukas Behr (58.)
5:2 Jan Rieger (90.+2)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Mario Doser (TSV Scheer, Schiedsrichtergruppe Saulgau)
Schiedsrichter-Assistenten:
Mirko Borjanovic (TSV Betzingen)
Michael Guter (TSV Scheer)
Gelbe Karten: 3/5
Besondere Vorkommnisse: 
Leon Oeschger (FC Rottenburg) muss in der 43. Minute wegen wiederholten Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz.
Marc Mutschler (Trainer FC Rottenburg) sieht in der 58. Minute wegen Unsportlichkeit die Gelbe Karte.
Zuschauer: ca. 300

Ausblick Herren 1. Mannschaft

In der Verbandsliga geht es weiter mit dem 25. Spieltag am Oster-Samstag, den 04.04.2026 und dem Heimspiel gegen den Tabellen-Vierten Sportfreunde Dorfmerkingen. Spielbeginn auf dem neu renovierten Kunstrasenplatz auf der Hohenberg-Sportanlage in Rottenburg ist bereits um 14 Uhr. Das Hinspiel verlor der FC Rottenburg nach einer 2:0-Halbzeitführung noch unglücklich mit 2:3. Das Spiel wird geleitet von Verbandsliga-Schiedsrichter Daniel Buck vom TV Gültstein aus der SRG Böblingen, der schon die 2:3-Niederlage beim Auftaktspiel am 1. Spieltag bei den Young Boys geleitet hat.

FC-Generalprobe zur Verbandsliga endet 3:3 gegen das Topteam aus Balingen



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Wettbewerb: 3. Testspiel in der Wintervorbereitung
Datum: Samstag, 21.02.2026 | 14 Uhr
Spielort: Neuer Kunstrasenplatz Rottenburg (Hohenberg-Sportanlage)

Gute Generalprobe für den FC

Der FC hat am Samstagmittag, den 21. Februar, ein starkes Zeichen gesetzt und die Generalprobe für den Jahresauftakt gegen den SV Fellbach mit Bravour bestanden. Bei anhaltendem Regen und nach zwei schmerzhaften Niederlagen in der Vorbereitung zeigte die Mutschler-Elf, dass sie bereit ist, im Abstiegskampf der Verbandsliga alles zu geben. Gegen die U23 der TSG Balingen, die in der Landesliga auf dem zweiten Platz steht und in der vergangenen Saison noch in der Verbandsliga spielte, erkämpfte sich der FC ein 3:3-Unentschieden, das Mut für die kommenden Herausforderungen bringt.
Die Partie begann vielversprechend für den FC. Leon Villino, der mit seinen 19 Jahren schon eine wichtige Rolle im Team spielt, erzielte mit einem direkt verwandelten Freistoß die 1:0-Führung. Die ersten 45 Minuten waren von einer starken Leistung geprägt, in der der FC gut im Spiel war und den Gegner unter Druck setzte. Doch nach dem Ausgleich kurz vor der Halbzeitpause geriet die Mannschaft durch einige Konzentrationsschwächen in der zweiten Hälfte mit zwei Toren in Rückstand, doch anstatt aufzugeben, bewiesen die Jungs dieses Mal eine beeindruckende Moral.
In der Schlussphase der Partie zeigte der FC, dass er nicht gewillt war, als Verlierer vom Platz zu gehen. In einer Power Play-Situation spielten sie einen wunderbar herausgespielten Angriff, der in einem Distanzschuss von Maxime Ackermann mündete. Der Anschlusstreffer war jedoch noch nicht genug, denn der FC wollte jetzt mehr. Nach einer Ecke von Oeschger bewies Nick Heberle seinen Kopfballstärke und stellte mit seinem wuchtigen Kopfball den 3:3-Endstand her. Diese späte Aufholjagd spricht für den Kampfgeist und die Entschlossenheit des Teams.
Trainer Marc Mutschler hat nun die Gelegenheit, die taktischen Weichen für die Rückrunde neu zu stellen. Mit einem Blick auf die bisherigen Leistungen ist klar, dass die Mannschaft mehr Konstanz in ihre Spiele bringen muss, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Das Fehlen von immer noch rund zehn Leistungsträgern hat die eingespielte Mannschaftsstruktur erschwert, und es bleibt abzuwarten, wie schnell der FC wieder zu seiner gewohnten Stärke finden kann.
Die beiden Niederlagen gegen Reutlingen und Pfullingen wurden intensiv analysiert. Es gab viele offene Gespräche im Team, die dazu führten, dass die Spieler wieder an sich glauben. Der Auftritt gegen Balingen war ein Lichtblick und zeigt, dass die Mannschaft bereit ist, im kommenden Spiel gegen den SV Fellbach alles zu geben. Die Körpersprache und die Kommunikation auf dem Platz waren deutlich besser, und es war zu spüren, dass niemand mit drei Niederlagen in das neue Jahr starten wollte.
Insgesamt war die Generalprobe ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie trotz widriger Umstände zusammenhalten kann und bereit ist, für den Klassenerhalt zu kämpfen. Mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen kann der FC optimistisch in die kommenden Spiele gehen.

Die Unbekümmertheit des 19-jährigen Leon Villino bescherte mit einem Standardtor den ersten Treffer in der Vorbereitung des FCR.


Erste Halbzeit: Villino mit Gefühl
Bereits in der 4. Minute hätte der FCR mit 1:0 in Führung gehen müssen, denn Maxime Ackermann vergab nach Behr-Querpass die Riesen-Möglichkeit freistehend vor Balingens Keeper Dogan zu vollenden. Zwei Minuten später war es Kapitän Leon Oeschger, der mit einem Freistoß am Balinger Keeper scheiterte. Es war die 13. Minute als die TSG Balingen seine erste Chance hatte, die von FCR-Keeper Philipp Abrosimov vereitelt wurde.
Die Dominanz des FCR ging weiter und so kam Behr (18.) nach einem Leyhr-Freistoß aus dem Halbfeld zu einer weiteren guten Chance, doch Behr erkannte den Ball erst spät da die Sicht verdeckt war, Schade. In der 22. Minute wurde es erneut im Balinger Strafraum brenzlig, denn Moritz Rohrer aber auch Aaron Leyhr scheiterten an den vielen Beinen der TSG-Abwehr.
Wieder früh (23.) wechselte dann FCR-Trainer Marc Mutschler und brachte Lennis Eberle und Daniel Angerer für Luca Alfonzo und Lukas Behr. Die Dominanz ließ nun ein wenig nach und Balingen kam immer mehr besser ins Spiel. Doch zunächst kam der FCR nach einem klasse herausgespielten Angriff zu einer weiteren Chance durch Nick Heberle. Eine Minute später wurde es nach eigenen Ballverlust erstmals so richtig brenzlig im Rottenburger Strafraum. Es folgten zwei Ecken die beide für Gefahr sorgten.
In die Drangphase der Balinger hinein wurde Leon Villino am linken Strafraumeck von den Beinen geholt. Freistoß FCR. Oeschger aber auch Villino stehen bereit. Villino mit rechts oder Oeschger mit links. Es machte Villino, der den Ball dann schließlich frech über die Mauer in die offene Stelle des Tores zur 1:0-Führung schlenzte.
Doch die Führung hielt nicht lange, denn TSG-Toptalent Silas Bader – kickte schon für die Erste in der Regionalliga – nutzte die Unsicherheit der Rottenburger Hintermannschaft aus und schob vom linken Strafraumeck die Kugel ins Rottenburger Tor zum 1:1-Ausgleich. Vor der Pause (40.) kam es dann noch zu einer Chance, die die TSG nach einer Flanke per Kopf vergab. Schiedsrichter Aurel Peythieu vom TV Derendingen pfiff nach zwei Minuten Nachspielzeit zur Pause.
Zweite Halbzeit: Erfolgreiche FCR-Schlussoffensive  
Zur zweiten Hälfte ersetzte Behr den angeschlagenen Angerer und kehrte zurück aufs Feld. Der FCR setzte dort an wo er die erste Hälfte schon begann, mit Offensivfußball. In der 55. Minute spielte man dann doch zu offensiv, man war hinten total offen und Balingen erkannte die Situation, spielte blitzschnell nach vorne und war dann in einer Eins gegen Eins-Situation. Diese nutzten die in weiß spielenden Balinger eiskalt zur 2:1-Führung aus.
Neuzugang Ali Hamdar kam in der 63. Minute für Anton Jansen ins Spiel. Zehn Minuten später setzte Behr nach einer Villino-Flanke per super Kopfball am langen Pfosten vorbei. Das war wieder ein Hallo wach für die TSG. Doch auch die nächste Chance gehörte dem FCR. Rohrer spielte quer in die Mitte, dort vergab Alfonzo die nächste Rottenburger Chance.
Folge war das 1:3 für Balingen (81.), ganz klassisch nach Flanke, Kopfball und Tor durch Thomaidis. Dieses Tor rüttelte den FCR so richtig auf. Es ging nun ein echter Ruck durch die Mannschaft, die sich nun gegenseitig heiß machte. Ergebnis war das Anschlusstor zum 2:3. Nach einem schön herausgespielten Angriff des FCR über rechts, kam der Ball in die Mitte, dort wurde der Ball abgewehrt, vor die Füße von Ackermann und der lässt sich nicht zwei Mal bitten, zog aus gut 20 Meter ab und traf flach zum 2:3.
Der FCR blieb nun dran, die Moral stimmte, der Wille war da, man wollte nicht schon wieder verlieren und drückte dann schon mit Gewalt die Balinger hinten rein. Es folgte in der 89. Minute ein Eckball. Oeschger, unser Standardspezialist übernahm, suchte Heberle, fand ihn und der wuchtete die Kugel aus gut 5 Meter ins Balinger Netz zum 3:3-Ausgleich. Man erinnerte sich an die Last-Minute-Kopfball-Tore von Hirschka. Einfach top! Es lief die letzte Minute, als Hamdar noch zu einem Torschuss kam aber über den Kasten schieß. Das hätte eventuell der Siegtreffer sein können. Es blieb beim 3:3. Man merkte die Erleichterung der Jungs das Spiel noch gebogen und nicht verloren zu haben. Die Moral und der Wille hat am Ende beim FCR gesiegt.
Fazit
Nach dieser deutlichen Leistungssteigerung gibt es dennoch noch einzelne Nuancen die es gilt aufzuarbeiten, wie z.B. die individuellen Fehler aber auch die Konzentrationsphasen gilt es bis zum Ende hoch zu halten. Trotz der drei Gegentore, die das Team kassiert hat, war die Teamleistung bemerkenswert. Kapitän Leon Oeschger übernahm souverän die Rolle des Abwehrchefs, nachdem René Hirschka ausfiel. Er dirigierte die Dreierkette zusammen mit Nick Heberle, der als Abräumer beeindruckte. Lukas Behr, der Topstürmer von Rottenburg, war ebenfalls ein zentraler Spieler, der das Spielgeschehen entscheidend beeinflusste. Es war schön zu sehen, wie jeder für jeden kämpfte und bereit war, den einen zusätzlichen Meter zu gehen. Diese Teamdynamik verdient ein großes Lob, denn genau so funktioniert erfolgreicher Fußball.
Mit dieser Einstellung am nächsten Samstag gegen die viertstärkste Auswärtsmannschaft können wir durchaus hoffen mit einem Erfolgserlebnis aus der Partie zu gehen, zumal wir das Hinspiel in Fellbach 4:2 gewinnen konnten, ein Ausrufezeichen fürs Rückspiel in den Hinterköpfen diese Mannschaft schon einmal besiegt zu haben. Es war eine gelungene Generalprobe gegen den Aufstiegsaspiranten Nummer 1 der Landesliga, mit dem die Roten auf Augenhöhe agierten und mit etwas Glück das Spiel auch für sich hätten entscheiden können. Am kommenden Wochenende startet der FC nun in die schon laufende Rückrunde 2026 der 6. Liga. Zum Auftakt erwartet der FC den letztjährigen Oberligisten SV Fellbach am Samstag um 15 Uhr auf dem Rottenburger Kunstrasenplatz auf der Hohenberg-Sportanlage. Wir hoffen dabei auf zahlreiche Unterstützung.

Archivbild: Die Kopfballstärke von Nick Heberle – hier beim Hinspiel in Fellbach – bleibt auch in der Rückrunde ein wichtiger Pfeiler für wichtige Tore. Beim 4:2-Sieg beim SV Fellbach im Hinspiel nickte er zur 4:1-Führung ein. Jetzt im letzten Testspiel steuerte er mit seinem Kopfballtreffer noch zum 3:3-Unentschieden bei. Also ein Mann für wichtige Tore!


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Philipp Abrosimov – Stanislav Votentsev, Lukas Behr (23. Eberle), Anton Jansen (63. Hamdar), Leon Oeschger (C), Nick Heberle, Moritz Rohrer, Leon Villino, Luca Alfonzo (23. Angerer), Maxime Ackermann, Aaron Leyhr
Auswechselbank des FC Rottenburg:
Julian Häfner – Lennis Eberle, Daniel Angerer, Ali Hamdar
Bei der Generalprobe zum VL-Auftakt fehlten:
René Hirschka, Jan Baur, Manuel Weber, Raphael Langer, Julian M. Kiesecker, Jakob Bader, Oleh Stepanenko, Loris Zettel, Maximilian Biesinger, Stefan Seidel, Bastian Narr, Max Blesch, Fazli Krasniqi
Trainer- und Betreuerstab:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
1:0 Leon Villino (30.)
1:1 Silas Bader (35.)
1:2 Bastian Berger (55.)
1:3 Christos Thomaidis (81.)
2:3 Maxime Ackermann (87.)
3:3 Nick Heberle (89.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Schiedsrichter:
Aurel Peythieu (TV Derendingen, SRG Tübingen)
Schiedsrichter-Assistenten:
Fadi Dachs (FSV Waldebene Stuttgart Ost)
Florian Schachtschneider (SSC Tübingen)
Zuschauer:
ca. 50

Alle Spiele in der Vorbereitung

  • Samstag, 31.01.2026 | 14 Uhr | FCR – SSV Reutlingen 1905 U19 (EnBW-Oberliga) 0:5
  • Samstag, 07.02.2026 | 11 Uhr | TSV Hirschau (Bezirksliga) – FCR (abgesagt)
  • Dienstag, 10.02.2026 | 19 Uhr | FCR – VfL Pfullingen (Landesliga) 0:7
  • Samstag, 21.02.2026 | 14 Uhr | FCR – TSG Balingen U23 (Landesliga) 3:3

Start Verbandsliga Württemberg

  • 20. Spieltag: Samstag, 28.02.2026 | 15 Uhr | FCR – SV Fellbach
  • 21. Spieltag: 07.03.2026 | spielfrei
  • 22. Spieltag: Samstag, 14.03.2026 | 14 Uhr | VfR Heilbronn – FCR

Ausblick

Am kommenden Samstag, den 28.02. startet man dann mit dem 20. Spieltag in das Verbandsligajahr 2026 gegen den Tabellenneunten SV Fellbach. Gespielt wird wieder auf dem neuen Kunstrasenplatz in Rottenburg. Spielbeginn ist um 15 Uhr.
Das Vorspiel um 12 Uhr bestreitet unsere U23 in einem weiteren Testspiel gegen das vom jetzt Ex-U23 Coach Klaus Glöckle trainierten Schwarzwald-A-Ligisten SV Tumlingen-Hörschweiler, ebenfalls auf den Kunstrasenplatz in Rottenburg.

FC kommt beim zweiten Wintertest mit 0:7 gegen Pfullingen unter die Räder



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Wettbewerb: 2. Testspiel in der Wintervorbereitung
Datum: Dienstag, 10.02.2026 | 19 Uhr
Spielort: Neuer Kunstrasenplatz Rottenburg (Hohenberg-Sportanlage)

FCR experimentiert und kassiert 0:7-Klatsche

Im Rahmen der Wintervorbereitung zur Saison 2025/2026 erlitt Verbandsligist FC Rottenburg im zweiten Testspiel eine herbe Niederlage. Am 10. Februar 2026, einem Dienstagabend unter Flutlicht, musste die Mannschaft von Trainer Marc Mutschler auf eigenem Kunstrasen eine 0:7-Niederlage gegen den VfL Pfullingen hinnehmen, einen Verein, der in der vergangenen Saison aus der Verbandsliga abgestiegen ist und aktuell in der Landesliga spielt. Diese Partie war geprägt von einer erneut stark veränderten Startelf, die es dem Team nicht ermöglichte, zu überzeugen.
Die Vorbereitung des FC Rottenburg verlief bereits zuvor alles andere als optimal, was sich unter anderem in einer 0:5-Niederlage gegen die U19 des SSV Reutlingen niederschlug. Nach dem Spiel äußerte sich Trainer Marc Mutschler deutlich: „Wir haben heute alles vermissen lassen.“ Obwohl in der Vorbereitungsphase oft gesagt wird, dass Ergebnisse zweitrangig seien, bleibt festzustellen, dass eine solch deutliche Niederlage schwer zu verdauen ist. Der FCR hat bis zum Auftaktspiel am 28. Februar gegen den SV Fellbach noch eine erhebliche Menge an Arbeit vor sich, ohne dabei die vorhandenen Ressourcen zu überstrapazieren.
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die wiederkehrende Negativerfahrung des FC Rottenburg zur Fasnet-Zeit. Bereits im Februar 2023 musste das Team eine 1:7-Niederlage in Pfullingen hinnehmen, und auch im Februar 2025 war der VfL Pfullingen mit einem 5:1-Sieg der klare Sieger. Es scheint, als ob der FC Rottenburg in dieser närrischen Zeit regelmäßig von Pfullingen gedemütigt wird, was möglicherweise Anlass für Trainer Mutschler geben sollte, die Planung von Spielen gegen diesen Gegner während der Fasnet zu überdenken.
Der Klassenunterschied, der zugunsten des Verbandsligisten hätte sprechen sollen, war an diesem Tag nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Der VfL Pfullingen trat mit einer aggressiveren, athletischeren und temporeicheren Spielweise auf, die es dem FC Rottenburg erschwerte, ins Spiel zu finden. Die Pfullinger gewannen die meisten Zweikämpfe und zeigten eine insgesamt überlegene Leistung. Der FC Rottenburg steht somit vor der Herausforderung, seine Leistung deutlich zu steigern, um in den kommenden Spielen konkurrenzfähig zu sein. Pfullingen trat u.a. auch mit einer fast 4 Jahre im Schnitt jüngeren Mannschaft (21,8 Jahre) an, im Vergleich zum FCR der einen Altersdurchschnitt von 25,5 Jahren auf den Platz brachte.
Die Umstände, die einen früheren Trainingsstart verhinderten, können jedoch nicht als Ausrede gelten. Trotz der Absicht, früher ins Training einzusteigen, war der Kunstrasen aufgrund von Frost zwei Wochen lang unbespielbar, was die Mannschaft zwang mehrere Intervallläufe zu absolvieren. Diese verzögerte Vorbereitung auf dem Platz hat sich offensichtlich negativ auf die aktuelle Form ausgewirkt. Im Gegensatz dazu hat der VfL Pfullingen, der bereits sein viertes Testspiel absolviert hat, den Eindruck erweckt, dass er sich bereits im Spielrhythmus befindet und gut eingespielt ist. Sie werden in der Rückrunde der Landesliga sicherlich eine bedeutende Rolle spielen.
Die Partie gegen Pfullingen stellte sich als besonders herausfordernd dar. FCR-Trainer Marc Mutschler äußerte, dass das Team müde wirkte und die Schnelligkeit des Gegners enorme Schwierigkeiten bereitete. Solche Spiele sind frustrierend, insbesondere wenn nichts zu funktionieren scheint und der Gegner in Bestform auftritt. Man erinnere sich an die denkwürdige 2:8-Niederlage des FC Barcelona gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League vor sechs Jahren – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Fußball manchmal spielt. Es war übrigens die höchste Niederlage für den FCR seit dem 31.10.2021 als man ebenfalls 0:7 in der Landesliga beim SV Nehren unterging.
Umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft sich bei der bevorstehenden Generalprobe am 21. Februar gegen die U23 der TSG Balingen der eigenen Verantwortung stellt und eine deutliche Reaktion zeigt. Nur so kann das Team mit dem nötigen Selbstbewusstsein in das erste Pflichtspiel gegen den SV Fellbach eine Woche später gehen. Der Schlüssel liegt nun klar im Kopf – mentale Stärke und Zusammenhalt sind gefordert, um diese herausfordernden Zeiten zu überstehen.

Archivbild: Der FCR hatte schon beim letzten Aufeinandertreffen am 08.02.2025 beider Mannschaften so seine Probleme. Man verlor in einem Testspiel beim VfL Pfullingen 1:5.


Erste Halbzeit: Ansprechende Leistung mit Rückschlag
Im ersten Durchgang begann der VfL Pfullingen stark und ging bereits in der 13. Minute durch einen Strafstoß in Führung. Nach einem Foul des FCR-Torwarts Max Blesch entschied Schiedsrichter Burak Kuban vom TSV Altingen auf Elfmeter, den Abwehrspieler Nico Seitz souverän ins rechte Eck verwandelte. Bis zu diesem Zeitpunkt war der FC Rottenburg zwar spielbestimmend, doch die klareren Chancen lagen beim Gast aus Pfullingen.
Ab der 15. Minute fand der FCR besser ins Spiel und erarbeitete sich mehrere gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Insbesondere die Chancen von Behr (35.) und Heberle (36.) hätten den Spielstand zugunsten der Roten verändern können. Der erste Wechsel der Partie erfolgte in der 30. Minute, als Ali Hamdar für Anton Jansen eingewechselt wurde. Trotz der Bemühungen des FCR übernahm der VfL zunehmend die Kontrolle über das Spiel, was dazu führte, dass der FCR defensiv ins Schwimmen geriet. Mit einem 1:0 für Pfullingen ging es in die Halbzeitpause, was Hoffnung auf eine Steigerung im zweiten Abschnitt ließ.
Zweite Halbzeit: Ein Dreierpack versetzt dem FCR einen Tiefschlag
In der Pause und während der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Mutschler noch mehrere Male, u.a. setzte er Lennis Eberle ein, der nach seinem Auslandsaufenthalt zurück ist und nach fast fünf Monaten seinen ersten Einsatz hatte. Der FCR startete vielversprechend in die zweite Halbzeit. Behr und Oeschger hatten die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen, doch die kompakte Abwehr der Pfullinger stand dem entgegen. In der 47. Minute schlug Nico Seitz erneut zu und erhöhte auf 2:0. Kurz darauf folgte ein Doppelschlag von Philipp Kendel in der 52. und 57. Minute, der die Führung auf 4:0 ausbaute und den FCR damit stark unter Druck setzte. In der 51. Minute hatte Oeschger die Chance, den Rückstand auf 1:2 zu verkürzen, doch auch diese Gelegenheit wurde vergeben.
Die 73. Minute brachte eine Rettungstat von Kiesecker, der auf der Linie das 0:5 verhinderte. In der 74. Minute zeigte FCR-Keeper Blesch mit einem großartigen Reflex, dass er noch nicht aufgab. Hamdar hatte in dieser Phase ebenfalls seinen ersten Torschuss, der jedoch vom Pfullinger Torwart pariert wurde. Die letzten 15 Minuten des Spiels wurden für den FCR jedoch zur bitteren Ernüchterung. Der Landesligist nutzte die nachlassende Gegenwehr eiskalt aus und erzielte drei weitere Tore – das letzte mit dem Schlusspfiff, die den Endstand von 7:0 markierten. Vor dem letzten Treffer bäumten sich die Roten nochmals auf und kamen durch Alfonzo sowie einem Kopfball von Hirschka zu zwei weiteren Chancen, doch es blieb beim ernüchternden Ergebnis.
Fazit
Die aktuelle Situation im Team wirft berechtigte Fragen auf: Bereits vor der Winterpause waren die Leistungen des Teams rückläufig, was sich nun auch im Torverhältnis deutlich widerspiegelt. Mit 3:20 Toren aus den letzten vier Spielen ist die Lage alarmierend. Es ist nicht länger haltbar, die unzureichenden Ergebnisse lediglich auf die Fasnet oder das Fehlen wichtiger Leistungsträger zu schieben. Zwar kehrten mit Oeschger, Behr, Eberle und Seidel einige entscheidende Spieler zurück, doch scheint der Trainingsrückstand sowie die mangelnde Fitness gravierende Probleme darzustellen.
Der Blick muss jetzt auf die kommenden Spiele gerichtet werden, mit dem Ziel, sowohl die individuelle als auch die kollektive Leistung zu steigern. Jede Trainingseinheit sollte genutzt werden, um an der Fitness und der technischen Ausführung zu feilen. Es ist wichtig, dass die Spieler in den nächsten Wochen ihre Einsatzbereitschaft und ihren Kampfgeist unter Beweis stellen, um das Vertrauen der Fans und der Vereinsführung zurückzugewinnen.
Wir müssen natürlich auch die psychologischen Aspekte nicht außer Acht lassen. Die Mentalität innerhalb des Teams ist von entscheidender Bedeutung. Die Spieler müssen lernen, Drucksituationen besser zu bewältigen und sich gegenseitig zu motivieren. Hier sind sowohl Trainer als auch Mannschaft gefordert, ein Umfeld zu schaffen, in dem Meinungsäußerungen und konstruktives Feedback gefördert werden, um so gemeinsam stärker aus dieser Krise hervorzugehen.

Archivbild: Szene vom letzten FCR-Sieg gegen den VfL Pfullingen. Im Sommer 2022 gewann man als Bezirksligist gegen den damaligen Verbandsligisten mit 2:0 im Hohenbergstadion.


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Maximilian Blesch – Stanislav Votentsev, René Hirschka, Lukas Behr (60. Biesinger), Anton Jansen (30. Hamdar), Leon Oeschger (C), Nick Heberle, Moritz Rohrer, Manuel Weber (60. Alfonzo), Julian M. Kiesecker (66. Eberle), Leon Villino (60. Seidel)
Info: Während der zweiten Hälfte wurde weiter durchgewechselt.
Auswechselbank des FC Rottenburg:
Philipp Abrosimov – Loris Zettel, Lennis Eberle, Maximilian Biesinger, Daniel Angerer, Ali Hamdar, Luca Alfonzo, Stefan Seidel
Trainer- und Betreuerstab:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Nico Seiz (13., Strafstoß)
0:2 Nico Seiz (47.)
0:3 Philipp Kendel (52.)
0:3 Philipp Kendel (57.)
0:5 Roman Schubmann (76.)
0:6 Fabian Martins Freitas (82.)
0:7 Roman Schubmann (90.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Schiedsrichter:
Burak Kurban (TSV Altingen, SRG Tübingen)
Schiedsrichter-Assistenten:
Florian Schachtschneider (SSC Tübingen)
Leonard Leichtle (SV Weiler)
Zuschauer:
ca. 50

Alle Spiele in der Vorbereitung

  • Samstag, 31.01.2026 | 14 Uhr | FCR – SSV Reutlingen 1905 U19 (EnBW-Oberliga) 0:5
  • Dienstag, 10.02.2026 | 19 Uhr | FCR – VfL Pfullingen (Landesliga) 0:7
  • Samstag, 21.02.2026 | 14 Uhr | FCR – TSG Balingen U23 (Landesliga)

Start Verbandsliga Württemberg

  • 20. Spieltag: Samstag, 28.02.2026 | 15 Uhr | FCR – SV Fellbach
  • 21. Spieltag: 07.03.2026 | spielfrei
  • 22. Spieltag: Samstag, 14.03.2026 | 14 Uhr | VfR Heilbronn – FCR

Ausblick

Weiter geht es nun am Samstag, den 21.02. – nach der Fasnet – mit einem Heimspiel gegen den Landesligazweiten TSG Balingen U23. Gespielt wird wieder auf dem neuen Kunstrasenplatz in Rottenburg. Spielbeginn ist um 14 Uhr.
Unsere U23 empfängt im Anschluss um 16 Uhr ebenfalls auf den Kunstrasenplatz in Rottenburg, die U19 der TSG Tübingen zu einem weiteren Testspiel.