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FC mit erneuter Heimpleite. 0:4 gegen Hollenbach und Rot für Keeper Häfner



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2026/27
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 3. Spieltag
Datum: Samstag, 29.08.2026 | 17:00 Uhr
Spielort: Hohenberg-Stadion Rottenburg (Rasenplatz)

Spieltagspräsentation und Spielballspende von…


Doppelter Nackenschlag für den FCR

Der FSV Hollenbach hat sein Auswärtsspiel beim FC Rottenburg am 3. Spieltag der Verbandsliga Württemberg souverän mit 4:0 (1:0) gewonnen. Bei sommerlichen Temperaturen sahen rund 200 Zuschauer am späten Samstagnachmittag, 29. August, im Rottenburger Hohenbergstadion eine Partie, in der sich der Favorit letztlich deutlich durchsetzte. Die Gäste gingen in der 25. Minute durch den Ex-Schalker Niklas Dörr mit 1:0 in Führung. Bis dahin hatte der FC Rottenburg die Partie offen gestaltet und dem Hollenbacher Aufbauspiel mit einer konzentrierten und disziplinierten Raumaufteilung große Probleme bereitet. Die Mannschaft von Trainer Marc Mutschler stand aufmerksam und ließ dem Oberliga-Absteiger nur wenige Möglichkeiten, gefährlich vor das eigene Tor zu kommen. Mit zunehmender Spieldauer setzte sich jedoch die individuelle Erfahrung der mit zahlreichen ehemaligen Zweit-, Dritt- und Oberligaspielern besetzten Hollenbacher Mannschaft durch. In der 64. Minute erhöhte der frühere Balinger Regionalligaspieler Hannes Scherer auf 2:0. Juan Fassbinder sorgte in der 83. Minute mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung, ehe Niklas Dörr zwei Minuten später mit seinem zweiten Treffer den 4:0-Endstand herstellte.
Für den FC Rottenburg war die Niederlage besonders bitter. Zwar war die Ausgangslage bereits vor dem Anpfiff eindeutig zugunsten des favorisierten Oberliga-Absteigers eingeschätzt worden, doch der FCR hielt lange Zeit gut dagegen und machte den Gästen das Leben schwer. Die hohe Niederlage fiel am Ende deutlicher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ.
Zusätzlichen Ärger brachte die Rote Karte gegen Torwart Julian Häfner. Neben der deutlichen Heimniederlage muss der FC Rottenburg damit auch den Ausfall seines Stammkeepers verkraften. Der Platzverweis wirkt somit über die aktuelle Partie hinaus und stellt die Mannschaft in den kommenden Wochen vor eine zusätzliche Herausforderung.
Nach dem 0:5 gegen den TSV Oberensingen am ersten Spieltag musste der FCR nun bereits im zweiten Heimspiel der Saison eine klare Niederlage hinnehmen. Beide Gegner zeigten dabei ihre Qualität und übernahmen jeweils im Anschluss an ihren Erfolg die Tabellenführung. Durch den neuerlichen Rückschlag rutscht der FC Rottenburg um einen Platz auf Rang elf ab, befindet sich jedoch weiterhin oberhalb der Abstiegszone.
Auch in der Torjägerliste haben die beiden jüngsten Heimgegner des FCR ihre Spuren hinterlassen. Der Hollenbacher Hannes Scherer sowie Oberensingens Torjäger Patrick Werner stehen inzwischen jeweils bei fünf Treffern. Die ersten beiden Heimniederlagen der Saison verdeutlichen daher, dass der FC Rottenburg insbesondere gegen individuell stark besetzte Mannschaften vor großen Herausforderungen stand.
In den kommenden Wochen gilt es für das Team von Marc Mutschler, die defensiven Probleme in den Griff zu bekommen. Vor allem die Absicherung nach hinten und die Anfälligkeit für Konter müssen verbessert werden. Nach einem Sieg und nunmehr zwei Niederlagen befindet sich der FCR zunehmend unter Druck.
Einfacher wird die Aufgabe am kommenden Samstag nicht: Dann gastiert der FC Rottenburg bei den Sportfreunden Dorfmerkingen.


25 Minuten Standfußball – dann Rot für Häfner
In den ersten 20 bis 25 Minuten schüttelten die Zuschauer angesichts der Spielweise des favorisierten FSV Hollenbach mehrfach den Kopf. Die Gäste ließen den Ball zwar ausgiebig durch die eigenen Reihen laufen, schoben ihn jedoch nahezu ausschließlich quer von links nach rechts und wieder zurück, ohne dabei die Rottenburger Hälfte ernsthaft zu betreten.
Der FC Rottenburg verteidigte in dieser Phase äußerst diszipliniert und ließ dem Gegner kaum Räume. Eine derart passive Spielweise des Favoriten hatte man im Rottenburger Stadion wohl selten erlebt. Ob es sich dabei um Arroganz oder zunächst um eine eher ängstliche Herangehensweise handelte, blieb offen. Unterhaltsam war diese Anfangsphase jedenfalls nicht.
Der FCR hatte sich nach eingehender Analyse gut auf die Spielweise des Gegners eingestellt und konnte dessen Offensivbemühungen zunächst weitgehend unterbinden. Gegen eine Mannschaft mit durchweg starken Einzelspielern, u.a. Sebastian Schiek, der Erfahrungen beim KSC in der 2. Bundesliga sammeln durfte, sollte sich dies im weiteren Spielverlauf jedoch als äußerst schwierig erweisen. In der sechsten Minute näherte sich Hollenbach erstmals dem Rottenburger Tor. FCR-Keeper Julian Häfner musste den Ball allerdings lediglich sicher aufnehmen.
Nach genau 15 Minuten unterbrach der FC Rottenburg das bis dahin wenig inspirierte Ballgeschiebe. Johannes Bastians eroberte den Ball im Mittelkreis, erkannte, dass der Hollenbacher Torhüter weit vor seinem Tor stand, und versuchte es aus rund 45 Metern. Der mutige Versuch wurde jedoch nicht belohnt, da der Ball knapp am Tor vorbeiging. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies die größte Szene der Partie.
Nur eine Minute später bot sich dem FCR die nächste gute Möglichkeit zur Führung. Luca Alfonzo setzte Moritz Rohrer mit einem Pass in die Tiefe ein. Rohrer kam auf der rechten Seite zum Abschluss, verfehlte das Tor neben dem langen Pfosten jedoch nur knapp. Die Mannschaft von Trainer Marc Mutschler war nun deutlich besser im Spiel und übernahm in dieser Phase sogar die Initiative. Hollenbach wartete weiterhin auf die erste wirklich gefährliche Torchance.
In der 18. Minute kam es schließlich so, wie es aus Rottenburger Sicht befürchtet wurde. Die Hohenloher gingen mit einer äußerst effizienten, wenn auch wenig attraktiven Spielweise mit 1:0 in Führung. Nach gewohntem Kurzpassspiel und hohem Ballbesitzanteil fand Hollenbach schließlich die entscheidende Lücke. Julian Henning bediente Niklas Dörr mit einem präzisen Steckpass. Obwohl Dörr dabei zunächst gestört wurde, konnte er sich lösen und den Ball flach unten rechts im Tor unterbringen. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung des Favoriten durchaus glücklich.
Nur vier Minuten später folgte die wohl spielentscheidende Szene. Hollenbach näherte sich über die linke Seite dem Rottenburger Strafraum. FCR-Torhüter Julian Häfner verließ seinen Kasten und traf den Hollenbacher Torjäger Hannes Scherer außerhalb des Strafraums. Allerdings ging auch Scherer regelwidrig in den Zweikampf. Schiedsrichter Vincent Schöller aus Calw entschied dennoch auf Platzverweis und zeigte Häfner die Rote Karte – eine aus Rottenburger Sicht äußerst zweifelhafte Entscheidung. Beide Spieler gingen zum Ball, zudem war Häfner nicht der letzte Mann. Eine Verwarnung für beide Akteure wäre hier aus Sicht des FCR die angemessenere Entscheidung gewesen.
Infolge des Platzverweises musste Luca Alfonzo das Spielfeld verlassen. Für ihn rückte Neuzugang Nick Gutekunst, der vom SV Eutingen zum FCR gewechselt war und sein Verbandsliga-Debüt gab, ins Tor Gleich vorweg: Gutekunst zeigte anschließend eine ausgezeichnete Leistung. Der anschließend Freistoß von Jason Wink streifte den rechten Pfosten und ging ins Aus. In Überzahl übernahm Hollenbach nun zunehmend die Kontrolle und kam in der 24. Minute zur zweiten nennenswerten Torchance. Wieder über die linke Seite vorgetragen, verfehlte der Abschluss des Hollenbacher Angreifers den rechten Rottenburger Pfosten nur knapp.
Anschließend blieb die Partie längere Zeit ohne weitere Höhepunkte. Hollenbach setzte sein kontrolliertes Ballbesitzspiel fort, während der FCR immer wieder zu Entlastungsangriffen kam. In der 39. Minute verhinderte Nick Gutekunst mit einer Glanzparade einen höheren Rückstand. Auch in der Nachspielzeit rückte der Rottenburger Schlussmann erneut in den Mittelpunkt. Nach einem starken Schuss der Hollenbacher wehrte Gutekunst den Ball mit der Faust ab und verhinderte damit das mögliche 0:2.
Nach zwei Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Schöller zur Halbzeit. Seine zahlreichen Entscheidungen zugunsten der Gäste und gegen den FCR sorgten beim Rottenburger Publikum wiederholt für Unmut.


Mit zehn Mann sich mutig verkauft
In der zweiten Halbzeit war der FSV zunächst die überlegene Mannschaft. Dennoch kam auch der FCR zu guten Möglichkeiten. Hollenbach ließ den Ball unermüdlich durch die eigenen Reihen laufen, sodass die Rottenburger ständig hinterherlaufen mussten. Das kostete die inzwischen nur noch zehn Spieler zunehmend Kraft und führte schließlich auch zu mentalen Fehlern.
Die erste Chance nach dem Seitenwechsel gehörte jedoch dem FCR. In der 52. Minute flankte Anton Jansen von der rechten Seite, woraufhin Leyhr am zweiten Pfosten zum Kopfball kam, das Tor jedoch knapp verfehlte. Zwischen der 53. und 56. Minute erspielte sich Hollenbach drei gute Möglichkeiten. Bei der letzten konnte sich FCR-Torhüter Gutekunst erneut auszeichnen.
In der 59. Minute ging ein Raunen durch das Stadion: Kapitän Lukas Behr eroberte den Ball an der Mittellinie, setzte sich mit großem Willen gegen zwei Hollenbacher durch und kam im Strafraum zum Abschluss. Sein Schuss schlug mit großer Wucht unter der Latte ein – allerdings verhinderte der Torhüter den möglichen Ausgleich. Damit war der FCR in dieser Phase dem 1:1 näher als Hollenbach dem 0:2. Diese starke Einzelaktion hätte einen Treffer verdient gehabt.
Mit Jakob Bader für Anton Jansen (61.) und Leon Oeschger für Johannes Bastians (62.) brachte der FCR frische Kräfte. Doch nur zwei Minuten später gelang es dem FSV, die Rottenburger Hintermannschaft zu überwinden. Nach einem Konter über die linke Seite folgte eine Flanke, die Scherer per Abstauber zum 0:2 verwertete. Damit waren die Rottenburger Hoffnungen auf einen Punktgewinn weitgehend zunichtegemacht.
Anschließend entwickelte sich ein regelrechtes Powerplay der Hollenbacher. Ein Schuss verfehlte in der 67. Minute das Tor, ehe Gutekunst in der 71. Minute mit einer weiteren Glanzparade das 0:3 verhinderte. In der 75. Minute konnten die Rottenburger einen gefährlichen Kopfball nach einer Flanke von Scherer gerade noch abwehren.
In der 77. Minute nahm der FCR einen Doppelwechsel vor: Loris Zettel kam für Maxime Ackermann, „Guido“ Njekang ersetzte Moritz Rohrer. In der 83. Minute wäre Lukas Behr beinahe zu einer guten Möglichkeit gekommen, wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen.
Der FCR spielte nun offensiver und suchte den Anschlusstreffer. Diese offensive Ausrichtung sollte sich jedoch rächen. Nach einem Angriff über die rechte Seite gelangte der Ball ins Zentrum. Juan Fassbinder erkannte, dass Gutekunst weit vor seinem Tor stand, und traf aus rund 30 Metern zum 0:3. Hirschka versuchte noch zu retten, konnte den Treffer jedoch nicht mehr verhindern.
Nur zwei Minuten später fiel bereits das 0:4. Erneut vernachlässigte der FCR die defensive Absicherung. Nach einem schnellen Konter über die rechte Seite kombinierten sich zwei Hollenbacher durch, ehe Niklas Dörr den Angriff erfolgreich abschloss. Damit war die Partie endgültig entschieden.
Anschließend passierte nicht mehr viel. Schiedsrichter Schöller beendete die Begegnung exakt mit Ablauf der regulären Spielzeit. Aus Rottenburger Sicht wäre angesichts mehrerer Unterbrechungen jedoch eine Nachspielzeit von ein oder zwei Minuten durchaus angemessen gewesen. Schließlich ist noch in Erinnerung, dass in der vergangenen Saison der Abstieg aufgrund eines einzigen Tores entschieden wurde. Vielleicht wäre dem FCR noch der Ehrentreffer gelungen.
Fazit
Der Sieg des FSV Hollenbach war insgesamt völlig verdient. Die Gäste waren in nahezu allen Bereichen überlegen. Aus Rottenburger Sicht waren insbesondere die beiden letzten Gegentore vermeidbar und letztlich Geschenke an den Gegner. Dennoch machte der FCR dem Favoriten trotz Unterzahl das Leben schwer. Hollenbach musste über weite Strecken alles investieren, um die Rottenburger Defensive zu überwinden. Nun gilt es, die positiven Aspekte aus dieser Partie mitzunehmen und die aufgetretenen Schwächen konzentriert aufzuarbeiten. Zudem war bis auf die Rote Karte ein faires Spiel, denn Gelbe Karten waren Fehlanzeige.
Am kommenden Samstag wartet bereits die nächste schwierige Aufgabe auf den FCR: Dann geht es nach Dorfmerkingen. Die Sportfreunde Dorfmerkingen gehen als klarer Favorit in das Duell gegen den FC Rottenburg am 4. Spieltag der Verbandsliga Württemberg. Das Spiel findet am Samstag, den 5. September 2026 um 13:00 Uhr in Dorfmerkingen statt. Mutmacher für den FC Rottenburg: Im letzten direkten Aufeinandertreffen im April 2026 konnte sich Rottenburg mit einer defensiven Glanzleistung überraschend mit 1:0 durchsetzen. Wenn die Rottenburger an diese Defensivleistung anknüpfen können, ist ein Punktgewinn nicht unmöglich, dennoch liegt die Favoritenrolle klar bei den Sportfreunden.


Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Unser Matchplan ist zunächst sehr gut aufgegangen. In den ersten 20 Minuten hatte Hollenbach kaum nennenswerte Torchancen, während wir selbst die Möglichkeit besaßen, mit 1:0 in Führung zu gehen. Direkt im Gegenzug fiel jedoch das 0:1 – in einer Situation, in der Hollenbach unsere Defensive erstmals entscheidend überwinden konnte. Auch in Unterzahl haben wir weiterhin diszipliniert und gut verteidigt und nur wenige Chancen zugelassen. Bis zur 60. Minute bestand zudem die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Die weiteren Gegentore möchten wir nicht näher bewerten. Insgesamt können wir auf einer guten Leistung über weite Strecken, insbesondere in den ersten 70 Minuten, aufbauen.

Pressestimmen

Spiel und Torwart verloren
Artikel lesen | 31.08.2026 | Südwest Presse/Schwäbisches Tagblatt
Frühe Rote Karte
Nach dem Sieg in der Vorwoche verlor Verbandsligist FC Rottenburg gegen den FSV Hollenbach zu Hause mit 0:4. FCR-Torhüter Julian Häfner sah nach 22 Minuten Rot nach Notbremse. »Wir wurden nach dem Elfmetertor mutiger, aber ausgekontert«, so Co-Spielertrainer René Hirschka.
31.08.2026 | Reutlinger General-Anzeiger

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel folgt… (© Fotos: Ralph Kunze)


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Luis Kalbacher, Raphael Langer, Johannes Bastians (62. Oeschger), René Hirschka, Lukas Behr (C), Anton Jansen (61. Bader), Moritz Rohrer (77. Njekang), Luca Alfonzo (22. Gutekunst), Maxime Ackermann (77. Zettel), Aaron Leyhr
Auswechselbank FC Rottenburg:
Nick Gutekunst – Loris Zettel, Leon Oeschger, Melvin Gruhonjic, Jakob Bader, Daniel Genuardi, Julian M. Kiesecker, Daniel MNetzger, Ali Hamdar, Gaildonald Chefor Njekang
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Karl Ellsässer, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Niklas Dörr (18.)
0:2 Hannes Scherer (64.)
0:3 Juan Fassbinder (83.)
0:4 Niklas Dörr (85.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Vincent Schöller (TSV Haiterbach aus der Schiedsrichtergruppe Calw, Spielklasse: Oberliga)
Schiedsrichter-Assistenten:
Luis Schöller (SV Überberg)
Luisa Schulze (Sportfreunde Gechingen)
Gelbe Karten: 0 / 0
Rote Karten: 1 / –
Besondere Vorkommnisse: 
FCR-Torhüter Julian Häfner sieht in der 22. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte.
Zuschauer: ca. 200

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Am kommenden Samstag, den 05.09.2026 geht es für die Mutschler-Elf zum ehemaligen DFB-Pokal-Teilnehmer und Mitfavoriten auf die Meisterschaft Sf Dorfmerkingen. Gespielt wird in der Röser Arena in Neresheim-Dorfmerkingen. Spielbeginn ist bereits um 13 Uhr. Unparteiischer der Partie ist Verbandsliga-Schiedsrichter Michael Hilebrand vom SV Kressbronn aus der Schiedsrichtergruppe Friedrichshafen,.

0:5! – FCR vermasselt den Verbandsliga-Auftakt gegen den TSV Oberensingen



Spieltagspräsentation und Spielballspende


Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2026/27
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 1. Spieltag
Datum: Samstag, 15.08.2026 | 15:30 Uhr
Spielort: Hohenbergstadion Rottenburg (Rasenplatz)

Schweigeminute für Helmut Flach

Mit tiefem Bedauern nahm der FC Rottenburg Abschied von Helmut Flach, der am 4. August 2026 im Alter von 84 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben ist. Helmut Flach war dem Verein seit seiner Jugend eng verbunden und prägte ihn über Jahrzehnte hinweg auf herausragende Weise. Als aus den eigenen Nachwuchsreihen stammende Stammspieler führte er die Mannschaft als Kapitän im Jahr 1966 zu einer bedeutenden Meisterschaft und zum Pokalsieg. Mit insgesamt 529 absolvierten Spielen belegt er in der ewigen Rekordspielerliste des Vereins den zweiten Platz und wird nur von Josef Johner übertroffen. Der FC Rottenburg spricht der Familie Flach sein tief empfundenes Beileid aus. Möge Helmut Flach in Frieden ruhen. Wir werden Helmut Flach in einem gesonderten Nachruf gedenken.


Heimdebakel zum Saisonauftakt

Der FC Rottenburg erlebte am 15. August 2026 einen bitteren Fehlstart in die zweite Verbandsliga-Saison, als er im heimischen Hohenbergstadion vor rund 200 Zuschauern mit 0:5 (0:4) gegen den stark aufspielenden TSV Oberensingen unterging. Für die Mutschler-Elf lief von Beginn an fast alles schief. Die Gäste aus Oberensingen erwischten einen Saison-Start wie im Rausch und überrollten die Defensive der Hausherren in der ersten Halbzeit förmlich. Schon nach den ersten 45 Minuten war die Partie beim Stand von 0:4 quasi entschieden.
Ursachen für diese Niederlage lagen insbesondere im fehlenden Engagement, der mangelnden Konsequenz sowie in einer schwachen Körpersprache des FC Rottenburg. Im Vergleich dazu präsentierte sich der TSV Oberensingen deutlich aggressiver und ehrgeiziger. Der FC agierte ohne den notwendigen Siegeswillen, zeigte zu wenig Laufbereitschaft und fehlende Frische im Zweikampfverhalten. Während der Vorjahresdritte nach einer durchwachsenen Vorbereitung einen souveränen Eindruck hinterließ, musste Trainier Marc Mutschler feststellen, dass die Abstimmung seiner vergleichsweise jungen Mannschaft gegenüber einem Spitzenteam der Liga noch nicht optimal funktionierte. Oberensingen nutzte konsequent die gebotenen Räume, während die Offensive der Rottenburger kaum Entlastung und zwingende Torchancen generieren konnte.
Schon in der vergangenen Saison war dem FC Rottenburg ein Auftaktverlust gegen den späteren Meister Young Boys Reutlingen widerfahren – damals mit 2:3 – gefolgt von einer weiteren deutlichen Heimniederlage gegen Mitaufsteiger Weilimdorf. Diese Parallelen verdeutlichen, dass trotz der Niederlagen stets das Bestreben vorhanden war, konkurrenzfähig zu sein. Trainer Mutschler räumte zudem ein, sich von der vorangegangenen Euphorie zu sehr mitreißen lassen zu haben und nahm das Ergebnis auf seine Verantwortung. Obwohl die zweite Halbzeit eine Leistungssteigerung zeigte, bleibt der Verein angesichts dieses Rückschlags optimistisch und bewahrt Ruhe. Der Fokus richtet sich nun auf das kommende Auswärtsspiel bei Balingen II.

Die Schlüsselszenen

  • Früher Rückschlag: Die Hintermannschaft des FCR fand keinen Zugriff auf die Offensivkräfte des letztjährigen Tabellendritten.
  • Foul- und Pechsträhne: Neben den Treffern der Gäste (darunter ein Doppelpack sowie ein weiterer Treffer) trugen vor allem zwei unglückliche Eigentore dazu bei, dass das Ergebnis schon vor dem Seitenwechsel eine schmerzhafte Höhe an nahm.
  • Zweite Halbzeit: Nach der Pause schaltete Oberensingen einen Gang zurück, während Rottenburg bemüht war, den Schaden zu begrenzen, aber offensiv kaum zwingende Akzente setzen konnte.


Spielverlauf

Die Begegnung begann zunächst zurückhaltend und bot nur wenige offensive Aktionen. Erst in der achten Minute zeigten die Gäste erstmals erkennbare Ambitionen. Ein vielversprechender Angriff wurde von der Abwehr des FCR jedoch sicher geklärt. Zwei Minuten später ergab sich die erste gute Torchance für Oberensingen, doch der FCR-Torhüter Julian Häfner reagierte hervorragend und konnte den Ball zur Ecke abwehren. In der 14. Minute gelang dem FCR die erste erwähnenswerte Möglichkeit: Nach einer Vorlage von Maxime Ackermann brachte Anton Jansen einen Schuss aus rund 20 Metern aufs Tor, verfehlte dieses jedoch.
Lukas Behr, der den urlaubenden Kapitän Leon Oeschger vertrat, setzte sich auf der rechten Seite stark gegen mehrere Oberensinger durch und legte den Ball auf Aaron Leyhr zurück, welcher aus halblinker Position etwa 25 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam – eine Chance, aus der mehr hätte entstehen können. Kurz darauf fing Häfner eine Flanke von Oberensingen sicher ab.
Nach 26 Minuten öffnete der letztjährige Tabellendritte durch einen schnellen Angriff über die rechte Seite seine Offensivqualitäten. Eine präzise Flanke erreichte den Torjäger Patrick Werner am zweiten Pfosten, der ungehindert zum 0:1 einnetzte. Im weiteren Spielverlauf folgten nun Tore im Abstand von jeweils fünf Minuten. Das 0:2 ähnelte dem ersten Treffer: Erneut konnte die FCR-Abwehr auf der rechten Seite hinterspielt werden und ein Ball ins Zentrum führte, durch ein unglückliches Eigentor von René Hirschka bei dem Versuch, zur Ecke zu klären, zum zweiten Gegentreffer.
Trotz dieser Rückschläge keimte Hoffnung auf, als Leyhr mit einem Steckpass Behr in Szene setzte, dessen Abschluss jedoch an der dicht gestaffelten Abwehr scheiterte. Nur fünf Minuten nach dem 0:2 folgte bereits das 0:3: Nach mehreren Fehlern im Mittelfeld schloss Oberensingen aus ungefähr 30 Metern ab. Der Ball prallte zunächst an die Latte, anschließend an den Pfosten und schließlich ins Tor. Für Häfner bestand keine Abwehrmöglichkeit. Mit diesem Rückstand entsprach das Ergebnis nicht den Erwartungen von FCR-Coach Marc Mutschler, der auf eine offensive Spielweise gesetzt hatte, um selbst die Führung zu erzielen. Die taktische Ausrichtung wurde jedoch vom Gegner frühzeitig erkannt und effektiv konterkariert.
Das 0:4 fiel wiederum fünf Minuten später: Erneut wurde die linke Abwehrseite des FCR überspielt, die folgende Flanke landete im Zentrum, wo Manuel Weber unglücklicherweise wie zuvor Hirschka ein Eigentor erzielte. Solche Situationen mit zwei Eigentoren innerhalb kurzer Zeit sind äußerst selten und zeigen deutlich, dass dies kein gelungener Tag für den FCR war. Ähnlich wie im Spiel gegen die Kickers kassierte man innerhalb kürzester Zeit zu viele Gegentore – diesmal benötigten die Gäste lediglich 15 Minuten für vier Tore.
Ungeachtet des Rückstandes zeigte der FCR Kampfgeist und erspielte sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit eine gute Gelegenheit. Das Gedränge vor dem TSV-Keeper Marcel Schleicher – ehemaliger Oberliga-Torwart des 1. Göppinger SV – war jedoch zu unkoordiniert, sodass die Abwehr der Gäste klären konnte. Nach einer Ecke von Leyhr kam Jakob Bader zum Kopfball, den Schleicher sicher parierte. Weil Schleicher den Ball anschließend länger als acht Sekunden hielt, wurde dem FCR gemäß neuer Regelung ein weiterer Eckball zugesprochen. Keiner der Spieler wollte diesen jedoch ausführen, was symptomatisch für die gesamte erste Halbzeit des FCR war. Offenbar fehlte es dem Team an Konzentration und Präsenz. Nach drei Minuten Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Benjamin Schmidt vom VfL Obereisesheim die erste Halbzeit. Die Partie erinnerte an das Spiel gegen die Kickers, bei dem man ebenfalls mit einem deutlichen Rückstand in die Pause gegangen war.


Ein schwarzer Tag für den FCR – beinahe ein drittes Eigentor durch Langer
Die Halbzeitansprache gestaltete sich sachlich, wobei Marc Mutschler die Verantwortung für die erste Halbzeit übernahm: „Ich habe mich vercoacht“, gestand der Trainer. Die zweite Halbzeit verlief ausgeglichener, unter anderem hinsichtlich der Torchancen, wobei die Oberensinger die besseren Möglichkeiten hatten. Der FCR bemühte sich um den Anschlusstreffer, doch sowohl das nötige Glück als auch der Wille schienen zu fehlen. Erst in der 60. Minute ergab sich für den Gast nach einer Ecke die erste Gelegenheit, ein Direktschuss verfehlte jedoch das Tor. Zwei Minuten später scheiterte Behr nach einer Ecke von Ackermann mit einem Kopfball am Tor.
Es entwickelte sich ein offenes Spiel ohne großes Tempo, eher ein Sommerkick mit wenig Brisanz. In der 64. Minute traf Luca Alfonzo den Gästekeeper mit einem Schuss. Eine Minute später parierte Häfner einen Distanzschuss der Oberensinger aus etwa 25 Metern. Anschließend erfolgte ein Doppelwechsel: In der 66. Minute kamen Ruben Nyanga für Jansen sowie Loris Zettel für Ackermann ins Spiel, um neuen Schwung zu bringen. Danach wurde eine Trinkpause eingelegt.
In der 72. Minute hätte der FCR ungewollt fast Negativ-Geschichte geschrieben: Raphael Langer verhinderte knapp ein drittes Eigentor, als seine Grätsche nur knapp am linken Pfosten vorbeiging. Im weiteren Verlauf blieb das Spiel ereignisarm, da auch Oberensingen zunehmend passiv agierte. Dies ermöglichte Mutschler einen weiteren Doppelwechsel: Johannes Bastians ersetzte den angeschlagenen Hirschka und Luis Kalbacher kam für den nach langer Verletzungspause noch nicht vollständig fitte Manuel Weber aufs Feld.
In der 84. Minute bot sich dem FCR dennoch die Chance auf einen Ehrentreffer. Freistoßspezialist Alfonzo legte sich aus halbrechter Position den Ball zurecht, doch sein Schuss konnte von der Mauer geblockt werden. Auf der Gegenseite nutzten die Oberensinger ihre Gelegenheit besser: Nach einem Konter stand Werner frei vor Häfner und erzielte das 0:5, indem er den Ball am Torwart vorbeilegte. In der 86. Minute hatten die Gäste die Möglichkeit, das halbe Dutzend voll zu machen, doch Häfner verhinderte dies. Nach zwei Minuten Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Schmidt die Partie – ein Schlusspfiff, auf den alle im Stadion sehnsüchtig warteten.
Fazit
So kann Fußball verlaufen: Entweder läuft alles wie am Schnürchen und man gewinnt Spiele, bei denen kaum jemand mit einem Punkt gerechnet hätte – oder man kassiert eine deutliche Niederlage. Solche Phasen sind gerade zu Saisonbeginn normal, wenn viele Spieler noch aus dem Urlaub zurückkehren und Automatismen mit den Neuzugängen erst entwickelt werden müssen. Dennoch war der deutliche Auswärtssieg der Oberensinger hochverdient. Sie bestätigten ihre Favoritenrolle und dürfen nach zwei dritten Plätzen in Folge berechtigte Hoffnung auf den Aufstieg in die Oberliga hegen. Für den FCR gilt es nun, das Spiel gründlich zu analysieren, das Ergebnis abzuhaken und den Blick nach vorne auf die Begegnung gegen TSG Balingen II zu richten. Beim Aufsteiger ist ein Sieg nahezu Pflicht, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.


Stimmen zum Spiel

Marc Mutschler, Trainer FC Rottenburg
Nach einer Nacht drüber schlafen geht es mir immer noch nicht besser. Da bin ich schon mega enttäuscht. Ich habe es der Mannschaft auch schon zu Halbzeit gesagt. Das geht völlig auf meine Kappe. Komplette Schuld geht auf mich. Ich habe mich richtig vercoacht, aber richtig. Ich habe mich von der Euphorie anstecken lassen. Zudem war klar, dass bei Oberensingen fünf Spieler fehlten, und deshalb falsch vorbereitet haben.
Deswegen wollten wir unbedingt aufs Sieg spielen. Aber ich hätte das nicht durchziehen sollen, auf gar keinen Fall. Wir hätten einen Punkt anstreben sollen, tief stehen, keine langen Bälle zulassen, einfach das Ding verweilen, so lange wie es geht. Das wäre die bessere Option gewesen, wie im ersten Spieltag gleich fünf Eier zu bekommen. Ich wiederhole mich, geht voll auf meine Kappe. Das habe ich den Jungs auch so gesagt.
Jetzt gilt es, nächste Woche alles besser zu machen um den Anschluss nicht gleich einfach zu verlieren, zumindest etwas Zählbares mitnehmen, wenn nicht müssen wir sogar drei Punkte holen, deshalb musst Du sogar in Balingen gewinnen, wenn du drinbleiben will.
Aber da gibt es jetzt noch einiges aufzuarbeiten, auch für mich persönlich. Ich hoffe auch, dass es nächste Woche personell ein bisschen besser aussieht. Nick wird noch länger ausfallen. Moritz ist zumindest wieder im Training dabei. Genuardi wird wieder da sein und Leon Oeschger wird auch wieder da sein. Aber ich möchte es nicht verschreien. Das weiß man bei uns nicht so genau, was einfach ein massives Problem ist. Aber den Frust der Fans habe ich gestern auch zu spüren bekommen. Deswegen muss es ganz klar besser werden.

Pressestimmen

Krachender Fehlstart für den sprachlosen FCR
Artikel lesen | Niels Pecho am 16.08.2026 | Schwäbisches Tagblatt
Klatsche zum Auftakt
Artikel lesen | 17.08.2026 | Reutlinger General-Anzeiger

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Raphael Langer, René Hirschka (79. Bastians), Lukas Behr (C), Anton Jansen (66. Nyanga), Jakob Bader, Manuel Weber (79. Kalbacher), Julian M. Kiesecker, Luca Alfonzo, Maxime Ackermann (66. Zettel), Aaron Leyhr
Auswechselbank FC Rottenburg:
Nick Gutekunst – Johannes Bastians, Loris Zettel, Daniel Metzger, Melvin Gruhonjic, Luis Kalbacher, Ruben Nyanga
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Assistenztrainer Simon Samtner, Torwarttrainer Jürgen Haug, Betreuer Karl Ellsässer, Betreuer Klaus Schiebel
Tore:
0:1 Patrick Werner (26.)
0:2 René Hirschka (31., Eigentor)
0:3 Lukas Linder (36.)
0:4 Manuel Weber (41., Eigentor)
0:5 Patrick Werner (85.)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Benjamin Schmidt (VfL Obereisesheim, SRG Kocher/Jagst, Spielklasse: Verbandsliga)
Schiedsrichter-Assistenten:
Michael Fährmann (VfB Stuttgart)
Constantin Knödler (FC Obersulm)
Gelbe Karten: 3 / 1
Rote Karten: – / –
Besondere Vorkommnisse: 
Keine
Zuschauer: ca. 200

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Am kommenden Sonntag, den 23.08.2026 kann sich unsere Mannschaft für die bittere 0:5-Auftaktniederlage wieder rehabilitieren, denn dann geht es zum Aufsteiger und U23 der TSG Balingen. Gespielt wir auf dem Kunstrasenplatz neben der Bizerba-Arena in Balingen. Spielbeginn ist um 15 Uhr. Schiedsrichter der Partie ist Felix Günther vom TuS Freiberg aus der Schiedsrichtergruppe Ludwigsburg.

FCR versemmelt beim 1:4 gegen Weilimdorf die Verbandsliga-Heimpremiere



Infos zum Spiel

Mannschaft: Herren 1. Mannschaft
Spielzeit: Saison 2025/26
Wettbewerb: Verbandsliga Württemberg, 2. Spieltag
Datum: Samstag, 16.08.2025 | 15:30 Uhr
Spielort: Hohenbergstadion Rottenburg (Rasenplatz)


Fehlstart perfekt

Die Verbandsliga-Fußballer des FC Rottenburg haben das erste Heimspiel ihrer Vereinsgeschichte in der sechstklassigen Verbandsliga am Samstag im Hohenbergstadion vor der tollen Kulisse von ca. 300 Zuschauern und der Anwesenheit seiner Sponsoren und Oberbürgermeister Stephan Neher, der auch den Spielball spendete, ihr erstes Heimspiel der Saison – um mindestens zwei Tore zu hoch – mit 1:4 (0:2) gegen den von Ex-Bundesligaprofi des VfB Stuttgart trainierten Manuel Fischer TSV Weilimdorf verloren und rangieren nach dem 2. Spieltag in der Tabelle weiter ohne Punkte, rutschten dabei erstmals seit der Abstiegssaison in der Landesliga 2021/22 auf einem Abstiegsplatz. Ein ungewohnter Anblick auf die Tabelle angesichts der Erfolge der letzten drei Jahre. Den Rottenburger Ehrentreffer erzielte René Hirschka nach einer Ecke per Kopf kurz nach der Pause zum 1:2-Anschlusstreffer.
Der Nachmittag begann anders als sonst. Zur Saisoneröffnung im heimischen Hohenbergstadion lud der FCR alle seine Sponsoren und Förderer zu einem Sponsorentreffen mit Sektempfang und Fingerfood ein. Nachdem man durch Worte von FCR-Vorsitzender Hermann Steur, dem 2. Vorsitzender Christian Dettenrieder, Geschäftsführer Moritz Koch und FCR-Kapitän Leon Oeschger die doch zahlreichen Gäste begrüßte und ihnen die aktuelle Lage und Ziele des FCR nahelegte, ging es dann auch schon nach einigen Smalltalks gemeinsam rüber ins Stadion um die Mannschaft mit anzufeuern welche sie mit ihren Mitteln unterstützen. An dieser Stelle wollen wir alle Sponsoren, auch die die es zeitlich nicht einrichten konnten, herzlich für ihr Engagement beim FC Rottenburg bedanken!
Fehler werden härter bestraft
Es war eine hervorragende Atmosphäre, angesichts des ersten Verbandsliga-Heimspiels. Alle ca. 300 Zuschauer im Stadion, allen voran die Rottenburger Fans, waren gefesselt wie sich der FCR wohl schlagen wird, doch jedem war bewusst, daß es in der 6. Liga keine kleinen Gegner mehr geben wird, sondern nur noch Gegner wie Empfingen oder Nagold.
Die Mutschler-Elf bleibt in der neuen Saison noch ohne das Glück welches man zuletzt genießen konnte. Nach einer ordentlichen Vorbereitung startete man dann zum Auftakt mit einer knappen Niederlage bei den Young Boys, es folgte das Pokal-Aus in der 3. Runde in Bösingen und nun auch noch das erste Heimspiel in den Sand gesetzt. Der Fehlstart in die neue Saison ist somit perfekt. „In dieser Liga werden Fehler einfach viel härter bestraft als in der Landesliga und dabei hatten wir heute leider den ein oder anderen zu viel gemacht“, so ein dennoch nicht unzufriedener FCR-Trainer Marc Mutschler.
Die Fehler die zurzeit gemacht werden, wurden vorher nicht gemacht. Ist es der Respekt vor der neuen Liga oder den neuen Gegner, das neue Spielsystem die Marc Mutschler angesichts der stärkeren Gegner jetzt spielen lässt oder ist es nur Demut vor dem Gesamten, den neuen Umständen und den Erwartungen der Fans. Obwohl man nun seit drei Jahren unter Mutschler erfolgreich zusammenspielt, könnte man meinen, es steht eine neue Mannschaft auf dem Platz. Doch nun kehrt langsam wieder der ein oder Leistungsträger zurück, wie z.B. am Samstag Lukas Behr und Oleh Stepanenko.
Das altbewährte Spielsystem “Hohes Pressing“ muss beim FCR nachgeimpft werden, es braucht jetzt eine Auffrischung, den neuen Gegnern natürlich angepasst. Als die Mutschler-Elf in der zweiten Hälfte nach der Einwechslung vom zuvor 10 Spiele gesperrten Oleh Stepanenko das Pressing aufblitzen ließ, wurde man auch gleich gefährlich und brachte die Gäste in Gefahr und machte sie auch verlegen und überrascht. Der FC Rottenburg fehlte nach dem Anschlusstreffer von René Hirschka aber bei der Aufholjagd die noch nötige Cleverness, Durchsetzungskraft und das Glück auf welches man noch in den letzten beiden Jahren zählen konnte.
Die Gäste aus Weilimdorf – ein Stadtbezirk im Nordwesten von Stuttgart – sie wurden ähnlich souverän wie der FCR Meister in der Landesliga (Staffel 2) – hatten bis auf zwei Chancen in der ersten Viertelstunde eigentlich dem FC nichts entgegenzusetzen. Erst ein unglücklicher Pressschlag von René Hirschka führte zum Rückstand und somit zur glücklichen Führung der ganz in weiß spielenden Gäste. Doch das passte dem aufgebrachten Weilimdorfer Trainer Manuel Fischer immer noch nicht, er legte sich permanent mit dem Linienrichter an, bis der um es vorwegzunehmen sehr gut leitende Schiedsrichter Christian Gehring aus Offenburg die Faxen dicke hatte und dem ehemaligen Bundesligaprofi des VfB Stuttgart die Gelbe Karte gab. Von da an wurde es an der Seitenlinie um die Weilimdorfer Auswechselbank ruhiger. Die Auswechselbank an sich muss man auch nochmal ansprechen. Es war die erste Mannschaft im Hohenbergstadion, die ihre eigene Sitzmöglichkeiten für die Ersatzspieler mitbrachten und die üblichen Garnituren nach hinten versetzte. Wow, da spielte schon ein wenig Professionalität mit. Ob man das in der Verbandsliga schon braucht, weiß nicht.
Nun man muss sich erst wieder finden und sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen. Es wird noch die ein oder Niederlage folgen, doch davon sollten sich Spieler nicht runterziehen lassen. Es braucht nur ein Erfolgserlebnis und der FCR wäre angekommen.
Niemand unserer FC-Fans ist böse oder sauer über diese Niederlage, enttäuscht schon, klar man ist verwöhnt, denn es gab in den letzten drei Jahren insgesamt nur sechs Pflichtspielniederlagen. Daher sind die Ansprüche erheblich gestiegen, doch alle können die Situation ganz gut einordnen.


Gespendeter Spielball musste früh ausgewechselt werden
Es war ein explosiver Start in das Spiel. Erst kamen die Gäste in der 3. Minute nach einer Ecke zu einem  gefährlichen Abschluss, der aber in den Abwehrreihen hängen blieb, eine Minute später war es Jakob Bader, der nach einem herrlichen Angriff am Torwart scheiterte. Die ersten fünf Minuten zeigten, daß es zwischen diesen beiden Aufsteigern einen offenen Schlagabtausch geben würde.
Es entwickelte sich ein nervöses Spiel bei dem Weilimdorfs Trainer Manuel Fischer von der ersten Minute an sich ständig nicht beim Schiedsrichter, sondern beim Assistenten beschwerte. Diese Verhaltensweise von Fischer hatte dann in der 51. Minute Folgen.
Ein nichtwesentlicher Höhepunkt war die Auswechslung des gespendeten Spielballs, dem anscheinend die Luft ausging. Ja mit den gespendeten Spielbällen hatte der FC in der Vergangenheit nie richtig Glück. Nun gut, es musste ein älteres Modell ran.
Es folgte nachdem das Spiel dann sich vorwiegend im Mittelfeld abspielte und an Torchancen arm blieb, bis zur 28. Minute, als der FCR aufblitzen ließ. Nach einem Freistoß von Behr der hoch in die Box kam, konnte zunächst TSV-Keeper Barisic klären, aber vor die Füße von Biesinger, der es dann volley probierte. Sein Torabschluss wurde vom torgefährlichen Weilimdorfer Abwehrspieler Bozoglu per Kopf auf der Linie geklärt. Das hätte das 1:0 für den FCR sein können. In der letzten Saison wäre solch ein Abschluss noch rein. Nun gut, in der neuen Liga muss wohl das Glück wieder neu erarbeitet werden.
Es folgten drei gute Chancen für den FCR. Zunächst konnte der Keeper Hirschka´s Kopfball nach einer Ecke entschärfen (28.), dann hatte erst Eberle und beim Nachschuss Behr eine Riesen-Gelegenheit (31.) und dann war es eine Gemeinschaftsproduktion zwischen Rohrer, Eberle und Heberle, doch leider wäre es Abseits gewesen (35.).
Es passierte dann das, mit was man rechnen musste. Die Gäste hatten das angesprochene Glück und kamen nach einem unglücklichen Pressschlag von Hirschka zur 1:0-Führung (37.). Der Ball wurde so abgefälscht und kam zu einem Weilimdorfer Stürmer, der mitspekulierte. Der legte die Kugel quer zum ehemaligen Oberligaspieler Riccardo Scarcelli, der musste die Kugel nur noch reinschieben. Keine Chance für Rottenburgs Keeper Häfner. Ja, so kanns gehen und plötzlich lag der FCR zurück.
Der FCR ließ sich aber nicht beeindrucken und legte durch Behr nach. Doch sein Torschuss (40.) wurde von der dicht gestaffelten Abwehr geblockt. Es war schon die Nachspielzeit angebrochen (45.+1), als Weilimdorf durch den sehr agilen und großgewachsenen Terry Offei einen schnell herausgespielten Konter einleitete und TSV-Kapitän Kapitän Bastian Joas nur noch vollstrecken musste. Das war nochmal so kurz vor der Pause ein weiterer Rückschlag.
Die Kicker um Kapitän Behr kamen trotz allem noch durch Heberle (45.+2) und Hirschka (45.+3) zu zwei guten Möglichkeiten wieder ranzukommen. Doch nach drei Minuten drüber schickte Schiedsrichter Gehring vom SV Zunsweier die Mannschaften in die Pause. Es war nun viel Gesprächsstoff in der Kabine aber auch auf der Tribüne.


Hirschka macht es nochmal spannend
Nach dem Seitenwechsel versuchte Marc Mutschler mit der Einwechslung von Torjäger Oleh Stepanenko die Offensive zu forcieren, brachte damit mehr Schlitzohrigkeit und Schnelligkeit ins Spiel. Stepanenko hatte dann auch gleich in der 46. Minute seine erste gute Chance, doch der Winkel wurde zu spitz. Mutschler ließ nun wieder Pressing spielen und es funktionierte ganz gut. Prompt fiel auch der 1:2-Anschlusstreffer durch Hirschka. Ecke Behr, Kopfball Hirschka am 2. Pfosten, Tor. Ein Hirschka-Tor eben. Es war Hirschka´s 64. Pflichtspieltreffer im 360. Spiel in der 1. Mannschaft, ein Riesenwert für einen Abwehrspieler. Hirschka kletterte somit um einen Platz in der Ewigen Liste der Spieler auf Rang 13 hoch. Um vom Saisonstart noch von was Positiven zu berichten, so kann man noch erwähnen, daß Hirschka mit seinem zweiten Saisontreffer immerhin den 5. Platz in der Verbandsliga-Torjägerliste erklommen hat.
Es war dann die 51. Minute als der Schiedsrichter genug hatte von der Meckerei von Weilimdorf´s Trainer Manuel Fischer und zeigte demonstrativ die Gelbe Karte und sagte ihm noch ein paar Worte. Von da an war Ruhe an der Seitenlinie.
Es folgten dann für den FCR bis zur 75. Minute durch Heberle, Hirschka, Stepanenko und nochmal 2x Hirschka etliche zum Teil sehr gute Chancen am Stück um den jetzt fälligen aber auch verdienten Ausgleich zu erzielen, doch – wieder der Spruch: Wenn man vorne nicht trifft und so weiter…, es passierte was passieren sollte. Die Gäste machten den dritten Treffer, nachdem Mister Zuverlässig Stanislav Votentsev ins Straucheln geriet und dem eingewechselten Daniel Baierle ziehen lassen musste. Der machte im Eins gegen Eins das 3:1 (79.) für Weilimdorf. Nun war die Stimmung am Boden, doch der FCR gab nicht auf und drängte weiter. Die Moral stimmte und das sollte in dieser Liga auch so sein.
Mutschler nahm noch bis zu diesem Zeitpunkt zwei Wechsel vor. Für Eberle kam Anton Jansen und für Behr schickte er das Offensivtalent Maxime Ackermann aufs Spielfeld. Nach einer Chance von Jansen (81.) schickte Mutschler den zuletzt starken Bastian Narr für Bader (83.) aufs Feld. Das Spiel wurde angesichts des Rückstandes nun sehr hektisch und trotzdem kam der FCR durch Leyhr (89.), knapp vorbei am langen Pfosten, zu einer guten Chance.
Die offizielle Spielzeit war abgelaufen, die Nachspielzeit betrug 8 Minuten, also noch Zeit für den FCR. Das Spiel wurde auch immer zerfahrener. Der FCR bemühte sich erneut den Anschluss herzustellen, während Weilimdorf bedacht war den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Dann gaben die Gäste aus Stuttgart in der ersten Minute der Nachspielzeit Rottenburg vollends den Gnadenstoß. Nach einem Konter, die meisten Rottenburger Spieler noch in der Gästehälfte, kam es zum drei gegen zwei. Baierle sah FCR-Keeper Häfner zu weit vor dem Tor und lupfte die Kugel aus gut 25 Metern über Häfner hinweg zur endgültigen Entscheidung. Auch eine Top-Dreifach-Chance durch Leyhr, Narr und Hirschka brachte in der 45.+2 Minute nichts mehr ein.
In der 95. Minute dann noch eine kuriose Situation auf dem Spielfeld. Heberle machte dann nochmal für die letzten drei Minuten für Daniel Angerer Platz. Doch wer ist jetzt Kapitän? Die etatmäßigen Kapitäne waren alle von Bord. Oeschger spielte nicht. Behr, Eberle und Heberle mussten runter. Heberle streifte letztlich Moritz Rohrer die Kapitänsbinde über, der dann erstmals in der Verbandsliga unverhofft für 3 Minuten Kapitän des FCR war. Nach acht Minuten Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Christian Gehring vom Südbadischen Fußballverband die am Ende hektische Partie.
Fazit
Der FCR bemühte sich zwar, doch die Gegenwehr der Gäste war nicht zu durchbrechen. Trainer Fischer stellte seine Mannschaft sehr gut auf den FCR ein. Am Ende stand nun ein 1:4 aus Rottenburger Sicht, auf jeden Fall mindestens zwei Tore zu hoch. Ein Unentschieden wäre aufgrund der besseren und zahlreicheren Torchancen und Ballbesitzes des FCR gerecht gewesen. „Wir waren 70 Minuten die bessere Mannschaft, hatten top Chancen, das ist schon bitter“, sagte Mutschler abschließend. Der Sieg der Gäste aus Weilimdorf ist am Ende aber auch nicht unverdient, da es Rottenburg einfach nicht geschafft hat wieder seine zahlreichen Chancen in Tore umzumünzen und Weilimdorf abgezockter und clever zu Ende spielte. So was nennt man effektiv, wenn man aus wenigen Chancen vier Tore macht. Aber so ist Fußball. Willkommen in der höchsten württembergischen Amateurliga – hier gibt es keine Geschenke mehr.


Pressestimmen

Der OB ist kein Glücksbringer
Artikel lesen | Paul Junker am 18.08.2025 | Schwäbisches Tagblatt
FC Rottenburg verliert erneut
Auch am zweiten Spieltag verlor Verbandsliga-Aufsteiger FC Rottenburg trotz guter Leistung. Vor 220 Zuschauern setzte es ein deutliches 1:4 gegen den TSV Weilimdorf. »Wir hatten eine tolle Kulisse. Das Ergebnis ist unglücklich, wir haben deutlich mehr verdient«, ärgerte sich Trainer Marc Mutschler. Dabei startete seine Mannschaft gut in die Partie und lies gleich in den Anfangsminu-ten zwei Chancen im Eins-gegen-Eins liegen. Dennoch bleibt Mutschler optimistisch: »Jetzt kommen einige Leistungsträger zurück. Wenn wir wieder die volle Kapelle da haben, werden wir auch punkten.«
18.08.2025 | Reutlinger General-Anzeiger

Bilder

Komplette Bildergalerie vom Spiel (© Fotos: Ralph Kunze)


Fakten und Zahlen zum Spiel

So spielte der FC Rottenburg:
Julian Häfner – Raphael Langer, Stanislav Votentsev, René Hirschka, Lennis Eberle (54. Jansen), Lukas Behr (C) (73. Ackermann), Maximilian Biesinger (46. Stepanenko), Nick Heberle (90.+5 Angerer), Jakob Bader (83. Narr), Moritz Rohrer, Aaron Leyhr
Auswechselbank FC Rottenburg:
Maximilian Blesch – Anton Jansen, Daniel Angerer, Bastian Narr, Oleh Stepanenko, Luca Alfonzo, Maxime Ackermann
Trainerstab FC Rottenburg:
Trainer Marc Mutschler, Co-Spielertrainer René Hirschka, Betreuer Karl Ellsässer, Betreuer Klaus Schiebel, Physiotherapeut Tobias Straub
Tore:
0:1 Riccardo Scarcelli (37.)
0:2 Bastian Joas (45.+1)
1:2 René Hirschka (49.)
1:3 Daniel Baierle (79.)
1:4 Daniel Baierle (90.+1)
Fussball.de:
Aufstellung und Spielverlauf
Spieltag und Tabelle
Schiedsrichter:
Christian Gehring (SV Zunsweier, Schiedsrichtervereinigung Südbaden, Bezirk Offenburg, Südbadischer Fußballverband)
Schiedsrichter-Assistenten:
Matthias Heffner (Offenburger FV)
Leano Schank (VfR Rheinbischofsheim)
Gelbe Karten: 3/3
Rote Karten: -/-
Besondere Vorkommnisse: 
Manuel Fischer, Trainer TSV Weilimdorf, erhält in der 51. Minute die Gelbe Karte wegen Unsportlichkeit (Meckern).
Zuschauer: ca. 300

Ausblick Herren 1. Mannschaft

Weiter geht es bereits am Freitag, den 22.08. mit dem vorgezogenen Verbandsligaspiel des 3. Spieltags beim Oberliga-Absteiger SV Fellbach. Spielbeginn im Max Graser Stadion in Fellbach ist um 19 Uhr. Am 4. Spieltag (30.08.) hat der FC Rottenburg spielfrei. 
Das nächste Heimspiel findet am Samstag, den 06.09. gegen den ehemaligen Zweitligisten VfR Heilbronn statt. Spielbeginn im Hohenbergsatdion ist um 15:30 Uhr.