FCR-Transfermarkt: Tobi Wagner wechselt nach der Saison zum SV Hirrlingen


Eine Ära geht zu Ende! Tobi Wagner wechselt zum SV Hirrlingen

Das neue Jahr ist gerade mal 7 Wochen alt und schon bringt, nach dem bereits feststehenden Wechsel von Steffen Reichert zum Ligakonkurrenten SpVgg Holzgerlingen, die nächste faustdicke Überraschung mit sich: „Tobias Wagner wird uns im Sommer verlassen und schließt sich seinem Heimatverein SV Hirrlingen an.“ Das war die bittere Eilmeldung von unserem Sportlichen Leiter Holger Liedtke am Freitagvormittag.
Nach vielen intensiven und am Ende leider erfolglosen Gesprächen mit den FC-Verantwortlichen um Trainer Frank Eberle und dem Sportlichen Leiter Holger Liedtke, müssen wir uns leider nach acht tollen und auch erfolgreichen Jahren am Ende der Saison 2020/21 von unserer Nummer 1 im Tor Tobias „Tobi“ Wagner verabschieden. So wechselt der Tobi die Vereinsfarben von rot-weiß in rot-schwarz und verabschiedet sich vom Landesligisten FC Rottenburg in Richtung Heimat. Sein neuer Fußball-Arbeitgeber wird demnach der aktuelle Tabellensiebte der Bezirksliga Alb SV Hirrlingen, bei dem er dann unter seinem ehemaligen Kapitän und Mannschaftskameraden Björn Straub sowie Kevin Hartmann spielen wird, mit denen er 3 Jahre lang gemeinsam beim FC gekickt hatte und höchstwahrscheinlich auch seine Karriere ausklingen lassen wird, doch dafür hat er noch ein paar Jahre.
Es war eine schöne Zeit, deshalb umso bitterer während der Fußballzwangspause sich nicht persönlich verabschieden zu können. Denn wer glaubt schon daran, dass eine Aufnahme des Spielbetriebs bis spätestens zum 9. Mai 2021 erfolgt. Ja, solche Spieler hinterlassen sportliche aber auch menschliche Lücken, die es nun zu schließen gilt. Doch noch ist nicht Sommer, eventuell trifft man sich noch zu ein paar Trainingseinheiten.
Wie Tobi seine Rückkehr zum SV Hirrlingen begründet, erklärt er uns im folgenden Statement.

Tobias Wagner, Torspieler beim FC Rottenburg von 2013 bis 2021


Statement von Tobias “Tobi” Wagner zum Wechsel nach Hirrlingen:
Ich werde nächste Saison zu meinem Heimatverein SV Hirrlingen zurückkehren.
„Es geht bei dem Wechsel nicht um die Mannschaft oder um den Verein FC Rottenburg, es geht vielmehr darum, dass ich nach 8 Jahren FC Rottenburg wieder etwas Neues machen möchte. Ich habe mich für den Weg nach Hirrlingen zu gehen entschieden, weil ich wieder in meinem Heimatverein Fuß fassen und bei dessen Ziele mithelfen möchte. Nach so einer langen und intensiven Zeit fällt mir der Abschied von der Mannschaft, vom Verein und vom gesamten Umfeld sehr schwer.
An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen unvergesslichen und tollen Momente in den letzten Jahren bedanken. Diese Momente werde ich nie vergessen und in meinen Erinnerungen stets tragen. Ich weiß, dass ich mit dem Schritt nach Hirrlingen zu gehen in Rottenburg beim FC einige enttäusche. Die Entscheidung fiel mir auch sicherlich nicht leicht.
Natürlich wünsche ich dem gesamten Verein FC Rottenburg und der Mannschaft alles erdenklich Gute und viel Erfolg für die Zukunft. Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, wie mit der Mannschaft nochmals zusammen auf dem Platz stehen zu können um in der laufenden Saison noch Spiele zu bestreiten und den Klassenerhalt zu feiern. Ich werde mich aber auf alle Fälle immer wieder in Rottenburg bei euch blicken lassen, wenn wir nicht zeitgleich spielen, werde ich auch auf jeden Fall zum Zuschauen kommen und die Jungs unterstützen. Zeigt mir auch einfach, dass ich bei einem tollen Verein gespielt habe, mit Menschen die einen tollen Charakter und einen in jeder Hinsicht wertgeschätzt haben.
Natürlich werde ich auch auf jeden Fall nochmals zum “Stammtisch der Legenden” vorbeikommen, sobald dies wieder möglich sein wird und mich angemessen von den Herren verabschieden und natürlich von unserem PR-Team, die uns und mich immer ins rechte Licht gestellt und fair berichtet haben. Es war eine Mega Zeit bei der FCR-Familie.

Als letztes bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich nicht im Ärger oder Disput den Verein verlasse. Ich habe mich stets wohl und wertgeschätzt gefühlt. Es geht wie gesagt um eine neue Herausforderung, welche ich suchen möchte und ich diese in Hirrlingen bei meinem Heimatverein gefunden habe“.
Viele Grüße an die gesamte FCR-Familie
Tobi

Ein paar Impressionen von Tobi aus seiner Zeit aus seiner zweiten Heimat FC Rottenburg

Talent früh erkannt und gefördert
Der 29-jährige Wagner kam im Sommer als junger 21-jähriger „Torwart-Azubi“ vom SV Hirrlingen, bei dem er die gesamte Jugend durchlief, zum FC Rottenburg, wo auch sein Vater Uwe Wagner lange Jahre erfolgreich Fußball spielte. Dort musste Wagner, der über Kontakte des damaligen A-Jugend-Betreuers Karl Ellsässer zum FCR wechselte, um einen Stammplatz gemeinsam mit Michi Geiger (heute SV Nehren) und Max Blesch (heute SV Hirrlingen) kämpfen und sich durchbeißen, musste dennoch in den Anfangszeiten oft die Ersatzbank drücken.
Doch die Geduld zahlte sich aus, denn mit der Verpflichtung von Torwarttrainer Jürgen Haug, der das Talent von lernfähigen Wagner sofort erkannte, genoss Haug´s Lieblingsschüler Wagner fortan professionelles Torwarttraining, so dass er von Jahr zu Jahr besser, beim FC zur unangefochtenen Nummer 1 und letztlich sogar mit Jan Baur und Lukas Behr gemeinsam zum Vizekapitän befördert wurde. So wurde aus Wagner ein fertiger Torhüter, der nun eine neue Aufgabe in seiner Heimat sucht. Mittlerweile zählt der im Oktober auch schon wieder 30 Jahre alt werdende Hirrlinger, auch zu einem der aktuell besten Landesligatorhütern und einer der treuesten Fußballspieler in der Region.
Die Nummer 22 begleitete ihn 8 Jahre beim FCR
In den acht Jahren FC Rottenburg absolvierte der Rechtsfuß von Beginn an mit der für einen Torhüter außergewöhnlichen Rückennummer 22, insgesamt 162 Pflichtspiele (96x Landesliga, 52x Bezirksliga, 9x Pokal- sowie unzählige Test- und Freundschaftsspiele und zahlreiche Turniere) zwischen den Pfosten und eines sogar gegen den SV Wurmlingen im Feld als Stürmer. Selbst einen Treffer konnte er beim Landesligaspiel bei der SpVgg Holzgerlingen erzielen, als einen seiner Abschläge im gegnerischen Tor landete. Das es „nur“ zu 162 Einsätzen reichte, zeigte der harte Konkurrenzkampf im Tor, vor allem zu Beginn seiner FC-Zeit, in diesem er sich erfolgreich durchsetzte.
Der während der 90 Minuten wie sein Vorbild Oliver Kahn oft hitzige und voller Adrenalin steckende Tobi, war bekannt für seine unglaublichen Reflexe und tollen Flugeinlagen, wofür wir ihn alle so liebten, aber auch als Feierbiest in vorderster Front bescherte er uns, unter anderem bei den beiden Bezirksligameisterschaften 2014 und 2019, tolle, gesellige und unvergessliche Stunden. Auch sein anderes Vorbild Manuel Neuer prägte seine Torhüterkarriere, so spielte er nach Neuer´s Art auch mal den Libero und brachte so Sicherheit und Ruhe für seine Vorderleute um René Hirschka und Bernd Kopp.
Zu seinem ersten Einsatz zwischen den Pfosten beim FCR kam der ehrgeizige und zuverlässige Wagner am 1.9.2013 im Bezirksligaspiel bei der U23 des SSV Reutlingen, welches man 5:4 gewinnen konnte. In der internen Liste der meisten Spiele in den letzten acht Jahren, belegt er hinter Kapitän René Hirschka und Jan Baur den 3. Platz.
Deshalb sind wir jetzt unheimlich traurig, dass mit dem Teamplayer Wagner, einer der sich mit dem FC indentifizierte und nach den Spielen auch oft einer der ersten war und sich den Fans den Fragen stellte, diesen Schritt geht und unseren Verein verlässt. Wir trennen uns im Guten und wünschen dem Tobi in seiner sportlichen Zukunft viel Erfolg und vor allem Gesundheit.
Selbstverständlich werden wir unseren Tobi, sollte es die Zeit im Sommer irgendwann hergeben, offiziell vor unseren Fans wie es sich gehört, würdig verabschieden.

FCR stellt Weichen für die neue Saison 2021/22 und macht Nägel mit Köpfen


Eberle, Kopp und Haug bleiben dem FCR treu

Schon seit Jahren lebt der Verein, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird, von der Treue und dem Zusammenhalt der Mannschaft. Und dass sich hieran nichts ändert, lässt uns optimistisch und erwartungsvoll in die sportliche Zukunft blicken.
Die Position der Trainer ist allen voran von enormer Wichtigkeit, daher wollten wir die Weichen für die nächste Saison relativ früh stellen. Wir freuen uns deshalb sehr über die Zusage von Frank Eberle und seinem Trainerstab mit Bernd Kopp und Jürgen Haug. Alle drei machen ihre Arbeit wirklich gut, passen menschlich super ins Team und bringen sich mit Ihrem Engagement – wie auch als Spieler – vorbildlich im Verein ein.
Vieles ist in Zeiten von Corona ungewiss. Insbesondere, was die nahe Zukunft oder die Zeit nach Corona bringen wird. So stellt sich der FCR aber auch alle betroffenen Fußballvereine die Frage, wann es mit den laufenden und künftigen Wettbewerben weitergeht und ob es gelingen wird, weiterhin eine schlagkräftige Mannschaft stellen zu können. Umso wichtiger ist es, schon jetzt für Klarheit und Perspektive zu sorgen.
Niemand glaubt eigentlich mehr ernsthaft daran, dass die abgebrochene Saison zu Ende gespielt werden kann, im Gegenteil, alles spricht aktuell für eine Annullierung der im Oktober nach nur 12 Spieltagen ausgesetzte Saison 2020/21. Es fehlt schlichtweg die Zeit um die geplanten Auf- und Abstiegsrunden zu spielen. Keiner weiß wie lange der Lockdown noch anhalten wird. Alle Beteiligten, insbesondere die Spieler wollen Klarheit darüber, wie es nun weitergeht. Mit welchem Kader geht es in die neue Saison? Wie läuft die Vorbereitung ab? Welche Testspiele stehen auf dem Programm? Die Saison 2021/22 will früh geplant sein. Leider ist das Saisonziel „Klassenerhalt“ noch nicht erreicht, denn keiner weiß wie es weiter geht.

Frank Eberle – gibt auch 2021/22 als Cheftrainer der 1. Mannschaft die Richtung vor


Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich
Um längerfristig und sorglos für die neue Saison planen zu können, wurden in den vergangenen Tagen wichtige und zukunftsorientierte Gespräche geführt. Die Landesligamannschaft des FCR hat somit die erste wichtige Entscheidung für die kommende Saison auf den Trainerpositionen getroffen. Cheftrainer Frank Eberle hat ebenso für eine weitere ligaunabhängige Saison zugesagt, wie auch Spielertrainer Bernd Kopp. Aber auch für unsere Torhüter sehr erfreulich ist, dass auch Torspielertrainer Jürgen Haug für eine weitere Zusammenarbeit in der ungewissen Zukunft zugesagt hat. „Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich gleich einen ganzen Trainerstab zu binden“, freut sich Sportlicher Leiter Holger Liedtke und ergänzt: „Wir wissen aber auch in was für einer Lage wir uns momentan befinden. Aktuell sind wir Viertletzter und belegen den 17. Platz in der Landesliga. Das ist natürlich nicht unser Ziel, allerdings sind es auch nur drei Punkte bis zum Relegationsplatz und fünf Punkte zum ersten Nichtabstiegsplatz. Die Liga ist in der Abstiegszone sehr eng und spannend. In der Hoffnung, dass wir irgendwann wieder auf dem Platz stehen können, müssen wir uns alle steigern und eine andere Bereitschaft an den Tag legen, um in der geplanten Abstiegsrunde, sollte sie stattfinden, mit den unteren zehn Mannschaften, besser abzuschneiden.“
Kopp geht in sein 10. Jahr beim FCR
Frank Eberle geht nun bereits in seine vierte Saison als verantwortlicher Trainer, in der er in der Saison 2018/19 sicherlich mit der Bezirksligameisterschaft und natürlich dem Stadtpokalsieg 2018 seine bislang größten Erfolge mit den Roten feiern durfte.
Bernd Kopp, in dieser Zeit spielender Co-Trainer an der Seite von Eberle, schnürt beim FC bereits seit Juli 2011 seine Kickstiefel, also fast seine gesamte aktive Karriere, worauf wir sehr stolz sind einen solchen Vorzeigefußballer in den Reihen zu wissen. Im Juli dieses Jahres wird er seine 10-jährige Vereinszugehörigkeit hoffentlich gebührend feiern dürfen.
Der Dritte im Bunde unseres Landesliga-Trainerstabes ist Jürgen Haug. Als Torspielertrainer arbeitet er seit der Saison 2016/17 fast zeitgleich an der Seite von Eberle und Kopp. Er ist bei unseren Torhütern ungemein beliebt, da er seine Schützlinge bei jedem seiner professionellen Trainings besser macht. Er ist sich nie zu schade zu sagen, was für großartige Talente zwischen den Pfosten beim FCR stehen. Aber nicht nur auf dem Trainingsplatz, auch im zwischenmenschlichen Bereich hat er für seine Keeper immer ein offenes Ohr.
„Frank macht sehr gute Arbeit“, sagt unser Sportliche Leiter Holger Liedtke. „Er ist auch nah an der Jugend dran, die wir weiter in die erste Mannschaft integrieren wollen. Uns ist wohl bewusst, dass da auch mal was in die Hose gehen kann, im Sinne eines Abstiegs. Aber das nehmen wir in Kauf.“

Bernd Kopp (li.), die rechte Hand von Frank Eberle sowie Jürgen Haug (re.), von Herzen Torspielertrainer unserer Keeper, gehen auch in Zukunft mit Eberle gemeinsame Wege!


Reichert verlässt FC

Steffen Reichert, hier im Zweikampf gegen seine zukünftigen Kollegen

Leider müssen wir aber auch eine nicht so gute Mitteilung weitergeben. Mit dem 27-jährigen Allrounder Steffen Reichert verliert der FC einen wichtigen Leistungsträger. Reichert wechselt nach nun zuletzt drei Jahren als FC´ler im Sommer zum ebenfalls abstiegsgefährdeten Landesligakonkurrenten SpVgg Holzgerlingen als Co-Spielertrainer an die Seite seines ehemaligen Trainers aus FC-Zeiten Andreas Beyerle, der ebenfalls in Holzgerlingen eine weitere Amtszeit antreten wird.
Fit per Video und zwischendurch 1.000 Kilometer laufen
Wir haben eine super Gemeinschaft mit einer hervorragenden Trainingsbeteiligung wie man aktuell bei der 1.000 Kilometer Herausforderung sieht, welche jetzt sogar verlängert wurde, da man das Ziel 1.000 Kilometer erreicht hat. Insgesamt haben sich aus dem erweiterten Landesligakader zu dieser Challenge 24 Spieler registriert. Die Truppe zieht super mit und zeigt sich weiter hungrig. Die Aktion hat einen eher freiwilligen Charakter: „Ich halte nichts davon, den Spielern tagtäglich was aufzutragen“, sagt Eberle.
Noch im alten Jahr gab´s bis Weihnachten jedoch zwei Mal pro Woche auch ein  gemeinsames Athletiktraining per Videokonferenz, das Lukas Behr organisiert hat. „Das wollen wir im Februar wieder ausgraben”, so Eberle.
16 A-Jugendspieler im Fokus von Frank Eberle
Besonders jetzt in dieser schwierigen Zeit ist es für beide Seiten schön, dass die Zukunft nun erstmal bei den Trainern geklärt ist. Am 18. Januar folgten die Gespräche mit den Spielern, ebenfalls wieder per Videokonferenz, auf diese man positiv eingestellt war und blieb. Dabei wurde auch darüber gesprochen eventuell externe Neuzugänge zu verpflichten, mit denen auch schon Gespräche geführt wurden. Bei der Videokonferenz diese Woche mit allen Spielern ging´s eben um den Ausblick auf die neue Saison.
Am letzten Donnerstag gab´s z.B. auch per Video mit den 16 Spielern des 2002er-Jahrgangs, die aus der A-Jugend kommen informative Gespräche, an denen auch U19-Coach Timo Gans und U23-Coach Marc Mutschler teilnahmen. Eberle hat bereits wieder einige U19-Spieler im Visier, die es in den Kader der Landesligamannschaft schaffen könnten.
“Dabei sind unsere jungen Talente der Unterbau für einen erfolgreichen Herrenbereich. Wir wollen auch zukünftig möglichst viele eigene Spieler in die Herrenmannschaften integrieren”, sagt Holger Liedtke. Derzeit liegt der Anteil an “Eigengewächsen” in der ersten Herrenmannschaft bei gut 70 Prozent. Das ist in der Landesliga einzigartig und sicherlich eine Besonderheit. Deshalb wird auch der FC als Ausbildungsverein geführt und zwar auf bodenständige und familiäre Basis. Gute Jugendarbeit und Werte wie Disziplin, Respekt, Fairness oder Demut sollen im Vordergrund stehen. Wir möchten, dass der FC nach wie vor eine Anlaufstelle für alle fußballbegeisterten Kinder und Jugendliche ist.

Verkürzte Saison 2020/21: Nach Hinrunde mit Auf- und Abstiegsrunde möglich


Ärger über „Flickschusterei“

Der WFV plant die Saison auf Verbandsebene mit einer Auf- und Abstiegsrunde
Der Württembergische Fußball-Verband (WFV) hat am Mittwoch in Schreiben an die Verbandsliga- und Landesliga-Vereine eingeräumt, dass die reguläre Saison in den höchsten beiden Ligen auf Verbandsebene nicht mehr möglich sei: „Einen Re-Start für den allgemeinen Trainingsbetrieb und damit verbunden des Spielbetriebs im Januar wird für nicht realistisch eingeschätzt, sodass von der Beibehaltung des bisherigen Spielmodus (Hin- und Rückrunde mit 38 Spieltagen) Abstand zu nehmen ist“, heißt es in dem Brief. Und weiter, eckig formuliert: „Einer Austragung der noch ausstehenden 26 Spieltage bei einem möglichen Re-Start Mitte Februar und unter der Annahme weiterer corona- und/oder witterungsbedingter Spielausfälle, dürfte der letzte Optimismus gewichen sein, es vielleicht doch noch zu schaffen.“
Stattdessen schlägt der WFV vor, wie die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2020/21 weitergespielt werden soll. Im Wesentlichen beinhaltet der Plan folgende Punkte:
  • Die noch nicht absolvierten sieben Hinrundenpartien sollen ab Mitte Februar gespielt werden, sodass jeder ein Mal gegen Jeden gespielt hat. Zuvor sollen sich die Mannschaften, sobald es die Behörden wieder zulassen, mindestens jedoch zwei Wochen, gemeinsam mit Teamtraining vorbereiten können.
  • Nach Ende der regulären Vorrunde Mitte April spielen die ersten zehn Vereine in einer Aufstiegsgruppe den Meister und den Teilnehmer der Aufstiegsrelegation aus. Dabei spielt jede Mannschaft gegen jede aus der Gruppe. Die Punkte aus der Hinrunde mit allen Vereinen werden mitgenommen. Die letzten zehn Klubs spielen gegen den Abstieg.
  • Das Ende der Auf- und Abstiegsrunde ist auf 20. Juni terminiert, anschließend sollen die Relegationsspiele um Auf- und Abstieg folgen.
Für die Oberliga mit dem SSV Reutlingen auf Rang 13 und 3 Punkten Rückstand auf den rettenden 10. Platz schlägt der WFV eine analoge Regelung vor (siehe letzter Absatz). Für die Verbandsliga hat der Verband kommenden Dienstag zu einer Videokonferenz geladen, um über die Vorschläge zu sprechen, die Landesliga ist Mittwoch dran.
Vorschlag: Spiele annullieren
Die TSG Tübingen steht in der Verbandsliga-Tabelle aktuell auf dem 12. Platz  mit einem Punkt Rückstand auf Rang 10. Abteilungsleiter Alexander Wütz ärgert sich über das Vorgehen des Verbands: „Das ist wieder mal Flickschusterei, dieses Mal sind wie sehenden Auges reingelaufen“, sagt er im Gespräch mit dem TAGBLATT. Wütz bemängelt, dass schon vor der Runde klar gewesen sei, dass die Mammutsaison mit 38 Spieltagen kaum möglich ist.
Ihm ärgert auch, dass der Verband die Vereine zu wenig einbeziehe: „Das macht der WFV über die Köpfe hinweg. Da wird eine Entscheidung gefällt und dann mitgeteilt. Den fehlenden Austausch mit dem Verband bemängle ich schon länger.“ Außerdem hätte er gerne vor Rundenstart gewusst, nach welchem Modus gespielt wird: „Wenn ich in eine Saison gehe, gehört vorher geklärt, wie die Regularien sind“, sagt Wütz. „Im Sommer hätte diskutiert gehört, was in welchen Fällen geschieht. Das ist ein Versäumnis.“
Wütz will sich bei der Videokonferenz mit den anderen Vereinen auch noch mal für eine Alternative starkmachen. Sein Vorschlag: „Wir annullieren die bisherige Saison und fangen sobald wie möglich mit den gleichen Mannschaften noch mal von vorne an und lassen uns dann Zeit bis Sommer 2022.“ So wäre die Chance am größten, trotz Corona-Pandemie die Saison komplett fertig zu spielen, meint er. „Im Nachhinein ist die bayrische Lösung gar nicht so schlecht gewesen“, sagt Wütz. Dort entschied der Verband im Frühjahr, die Saison zu unterbrechen und nach der Corona-Pause fortzusetzen.
Nichts Neues auf Bezirksebene
Michael Urban vom Landesligist SV 03 Tübingen ist wenig überrascht über die Nachricht vom Verband. „Das war schon immer meine Prophezeiung, dass das die einzige realistische Variante ist.“ Die benachbarte Landesliga Staffel 4 hatte dieses Modell schon vor der Saison beschlossen.
In der Landesliga Staffel 3 haben der SV Nehren auf Rang 5 und der SV 03 Tübingen auf Rang 6 (beide 23 Punkte) aktuell 7 Zähler Vorsprung auf den elften Platz. Für den SSC Tübingen als Letzter (2 Punkte) und den FC Rottenburg (17./ 8 Punkte) ist der rettende 10. Platz mit 16 Punkten schon ein Stück weit weg.
Für die Ligen von der Bezirksliga abwärts gibt es noch keine Vorschläge von Verbandsseite, sagte dem TAGBLATT gegenüber der Bezirksvorsitzende Josef Haug. Allerdings dürfte die Regelung in den oberen Klassen durchaus ein Hinweis auf das Verfahren drunter hinweisen.
10 Teams um den Aufstieg, 11 gegen den Abstieg
Auch in der Oberliga Baden Württemberg mit dem SSV Reutlingen soll die Saison nach Abschluss der Hinrunde mit einer Auf- und Abstiegsrunde fertiggespielt werden. Anfang/Mitte Februar soll es mit dem 14. Spieltag weitergehen. Beginn der Aufstiegsrunde mit 10 Teams und der Abstiegsrunde mit 11 Teams soll Mitte/Ende April sein. Ende der Auf- und Abstiegsrunden wäre am 12. Juni. Bis Freitag haben die Oberliga-Vereine Zeit für eine Stellungnahme. Am Montag ist eine Videokonferenz angesetzt.
Textquelle: Schwäbisches Tagblatt, Vincent Meissner am 03.12.2020

Bildquelle: Stadt Rottenburg am Neckar