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Gewalt beim Stadtpokal: Schluss mit Relativierungen! Stellungnahme des FCR


Stellungnahme des FC Rottenburg

Gewalt beim Stadtpokal: Schluss mit Relativierungen!

Die gewalttätigen Ereignisse beim Rottenburger Stadtpokal zwischen dem TuS Ergenzingen und dem FC Rottenburg beschäftigen auch Tage später noch die Verantwortlichen beider Vereine. Wir finden: zurecht! Denn Gewalt darf weder kleingeredet, noch totgeschwiegen werden.
Wir vom FC Rottenburg vertreten eine ganz klare Auffassung, von der wir nicht bereit sind, auch nur einen Millimeter abzurücken: Gewalt hat im Fußball nichts verloren! Wir verachten und verurteilen jede Form von körperlicher Gewalt aufs Schärfste, nicht nur, aber vor allem auf und neben dem Fußballplatz.
Und genau so sehr verurteilen wir Debatten-Beiträge, die Gewalt relativieren, rechtfertigen oder gar zu entschuldigen versuchen, wie es der Torwarttrainer vom TuS Ergenzingen, Michael Schäfer, am 2. Januar in einem Leserbrief im TAGBLATT tat. Wer Gewalttäter in Schutz nimmt und ihnen Ausreden für ihr schäbiges Verhalten auch noch auf dem Silbertablett serviert (sinngemäß: „Aber er wurde ja auch provoziert…“), macht sich mitschuldig. 
Aussagen der Kategorie „es gehören aber immer zwei dazu“ oder „aber die anderen haben das ja auch verdient“ klingen augenscheinlich vielleicht differenziert, sind in Wahrheit aber das genaue Gegenteil. Meist ist es nämlich nur genau eine Seite, die Gewalt als akzeptables Mittel ansieht und diese dann tatsächlich auch anwendet – so war es auch beim Stadtpokal. Demnach ist der Beitrag von Herrn Schäfer nicht nur inhaltlich falsch, sondern auch gefährlich, da damit den Tätern die fatale Botschaft gesendet wird, ihr gewalttätiges Verhalten sei ja irgendwie doch so etwas wie eine „verständliche Reaktion“ gewesen. Der Täter wird dann beim zweiten, dritten und zehnten Mal gerne wieder auf diese ihm zu Unrecht gegebene Möglichkeit der Rechtfertigung zurückgreifen.
Dass unsere A-Jugend in der Kabine von einem wütenden Mob attackiert, einer unserer B-Jugendspieler brutal ins Krankenhaus getreten und dass Ergenzingern Anhängern von der Turnieraufsicht beim Betreten der Halle Schlagwerkzeug abgenommen wurde, sind allerhöchste Alarmsignale.
Der FC Rottenburg fordert deshalb von allen Schiedsrichtern, Zuschauern, Eltern, Spielern und vor allem Kollegen der anderen Vereine, endlich Klartext zu sprechen! Schluss mit Relativierungen, Schluss damit, gewaltbereite Spieler in Schutz zu nehmen, und Schluss mit den Versuchen, körperliche Gewalt durch irgendetwas rechtfertigen zu wollen.
Ein perfektes Beispiel an vorbildlichem Verhalten lieferte beim Stadtpokal Ergenzingens B-Jugend-Trainer Andreas Felger, der sein Team nach einem brutalen Tritt gegen einen FCR-Spieler freiwillig aus dem Turnier zurückzog. Damit sendete Felger genau die richtige Botschaft, die wir uns alle zum Vorbild nehmen sollten: Wer Gewalt anwendet, darf nicht mehr Fußball spielen! Dabei zeigen wir als FC Rottenburg nicht nur auf andere. Denn wir selbst haben uns in der Vergangenheit aus disziplinarischen Gründen von Spielern getrennt, auch wenn wir dafür eine sportliche Schwächung der Mannschaft hingenommen haben. Bei allem Streben nach sportlichem Erfolg: Es muss Grenzen geben.
95 Prozent aller Spieler sind anständige und gute Jungs – das gilt ausdrücklich natürlich auch für den TuS Ergenzingen. Wir Vereine stehen in der Pflicht, den restlichen 5 Prozent, die meist keine Erst-Täter sind, endlich mit Konsequenzen entgegenzutreten, die diese Bezeichnung auch verdienen. Wer die Faust erhebt, muss aus dem Verein geworfen werden. Nur so kann die Gewalt schnellstmöglich von den Fußballplätzen der Stadt vertrieben werden. Wir hoffen, dass unsere Nachbarn vom TuS diese Sichtweise teilen.
gez. Martin Haug
Jugendleiter & Schiedsrichter-Beauftragter
FC Rottenburg 1946 e.V.